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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-11-01 · Heft 131 (1.11.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 131 (1.11.1838)
Date
1838-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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H. Z°hrg°»g. Allgemeine N». 131. Zeitung -es Zudenthumö. Ein mlpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse, in Betreff von Politik, Religion, Literatur Geschichte, Sprachsünde und Belletristik. Redacteuc: Verlag von irr. Ludwig Philippfon, Baumgartners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. zu Leipzig. (Mit Königs. Sächsischer aüergnädigfter Concession.) Leipzig, dm 1. November 1838. Diese Zeitung erscheint wöchentlich 3 Mal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buch- Handlungen, Postämter und Zeitungsexpeditiotten nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Zeitungs - Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Paris, 18. Okt. (Privatmitth.). Von der Thatigkeit der hiesigen Schriftsteller israelitischen Glaubens im Gebiete der Theologie laßt sich in neuerer Zeit Einiges berichten. Das Werk Salvador's über den Stifter und die erste Geschichte des Ehristenthums wird Ihnen bekannt sein, doch gehört die Besprechung seiner Ergebnisse hier nicht her. Es erlitt sehr verschiedentliche Beurtheilungen, die je nach der Färbung der Journale günstig oder ungünstig waren. Die liberalen Blatter standen auf Seiten Salvadors, die religiösen und legitimistischen machten Kehrt gegen ihn. Besonders war die Gazette de France, welche die Angelegenheit ausgriff, und wie einst Lavater dem Mendelssohn, verschiedene Fragen Herrn Salvador vorlegte, deren bestimmte Beantwortung fordernd. S. blieb die Antwort nicht schuldig, und wie ein Zeder, der die Differenzen des Christenthums und Judenthums kennt, vocaussehen konnte, so fiel sie auch aus. Die Gazette de France hatte Nichts weiter als ein Nein oder Ja aus ihre Fragen verlangt, und erhielt es denn auch. Niemand wird sich verwundern, daß Salvador als Jude die Fragen der Gazette de France verneinte, und liegt gewiß nichts Besonderes darin, aber als Aktenstück der Zeit mag es hier nicht ganz übergangen werden. Sie hatte als ersten Satz hingestellt, daß die Lehre des Stifters der christlichen Religion die absolute Wahrheit sei, ^jetzt durch das Priesterthum in die Welt gesetzt (ttansini86 maintenant dans Je. monde par Je sacerdoce) , wie das Leben durch die Vaterschaft. Salvador verneint dies. Ihr zweiter Satz war: es giebt keine Stellung des Menschen, der diese Lehre sich nicht anpaffen könne, keinen neuen Zustand in der Gesellschaft, dem sie nicht angemessen sei. S. kann dem nicht beistimmm. Dann frug sie: ist der Stifter der christlichen Religion der Sohn Abrahams, in welchem alle Nationen der Erde gesegnet werden müssen? S. antwortet: nein! Hat sich die jüdische Voraussage ganz in ihm erfüllt? Nein. Das Sanhedrin von Jerusalem hat ihn zum Tode gebracht. Ein jetzt in Paris versammeltes Sanhedrin würde es ihn nicht als Messias anerkennen? — Wer die Institutionen Most's von Salvador kennt, weiß, daß er in einem vielbesprochenen, und selbst von Dupin, dem Präsidenten der Deputirtenkammer beurtheilten Anhänge auf die Stellung des Sanhedrins zu Jerusalem bei gedachter Handlung ein eigenes, neues Licht zu werfen und es von dem Verdachte persönlicher Verfolgung zu reinigen versucht hat. In diesem Sinne beantwortet er auch hier die letzte Frage. Er glaubt daher, daß ein Sanhedrin zu Paris allerdings in der jetzigen Zeit anders handeln müßte, weil die Verhältnisse anders geworden, und daß es über die Messiasfrage die Ansicht des Maimonides theilen würde, der anerkennt, daß durch die christliche Religion die Wett zur Anbetung eines einzigen Gottes disponirt, und die Grundsätze des göttlichen Gesetzes bei unzähligen Völkern verbreitet worden. Er schließt sein Antwortschreiben mit den Worten: „Ich erkenne, mein Herr, die Reinheit und Größe Ihrer Ueberzeugungen. Ihrerseits werden Sie keinen Augenblick an die Geradheit und Unabhängigkeit der meinigen zweifeln. Der Standpunkt des Menschen ist es, die Wahrheit unaufhörlich zu suchen. Niemand kann sagen: „Alles ist beendigt; ich bin es, der sie entdeckt hat, oder dem sie ausschließlich eröffnet ist." Darin selbst besteht der unerschöpfliche Reichthum Gottes. Er war und wird immer sein für uns das Aelteste und Neueste in der sichtlichen Welt und außer der Welt." — Die Gazette de France hat seitdem wieder neue Fragen aufgeworfen, die ich das nächste Mal mittheilen werde. .— Vor einigen Tagen hat Herr S. Cahen einige Blätter veröffentlicht, worin er den Subscribenten seiner Bi-

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