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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-10-01 · Heft 40 (1.10.1883) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 40 (1.10.1883)
Date
1883-10-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung -es Äudencthums. Ein mipartriischrs Organ für alles jildischr Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippsou in Bonn. In redactionellen Ano wende man sich an vr.L. Bonn direct, in allen i Berlaashandlung. Beil 12 TO.) find gleichfalls o Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig 3 Mark. Abonne- > ment in Deutschland (Postzeitungsliste { Nr. 92) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buch- Jn redactionellen Angelegenheiten , wende man sich an vr.L.Philivpson in > Bonn direct, in allen übrigen an die 1 Berlagshandlung. Beilagen (Gebühr > 12 M.) find gleichfalls an letztere ein Gzepeöitiorr: Leipzig» Woßpkach 18. Xo. 40, 47. Jahrgang Leipzig, den 1. October 1883. Inhalt. Leitende Artikel: Zum Rosch-Haschanah. — Tie Wurzel des Hebels in Ungarn. — Neueste Kundgebungen in Ungarn. II. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Hannover, Neustettin, Jutroschin, Bad Homburg. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Bon der Donau, Pest, Zala-Egerßeg, Agram. — Rußland: Petersburg, Krakau. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Der Garten in der Bibel. — Vermischtes: Eine tragi-komische Geschichte. vor einer Entschließung, vor der Bethätigung seines freien Willens. Selbstverständlich ist dies keine absolute Freiheit. Der Mensch unterliegt in seinem leiblichen Bestände den Naturgesetzen und auch für seinen seelischen Zustand und seine Entschließungen gicbt es mannichfaltige gesetzliche Einflüsse und Einwirkungen. Aber für das, was seiner Wahl, seiner Ent^ SieitcnDe €lzti£eC. Bonn, 26. September. Zum Rosch-Haschauah. Alles in der Natur geschieht nach bestimmten Naturschließung unterliegt, giebt es keine zwingende, sondern nur gesetzen; aus den Ursachen entstehen die Wirkungen und die drängende Motive. Das sittliche Moment besteht nun Wirkungen werden wieder zu Ursachen in strenggesetzlicher seinem Grade und Werthe nach theils in dem Mangel an Weise. Es ist die unbedingte Nothwendigkeit, die in der drängenden Motiven, theils in dem Widerstande, den er diesen Natur allein waltet. Wie sollte auch anders dieses unermeßentgegenstellt oder mit dem er sie selbst überwindet. Wer aus liche Universum in seiner Einheit, Ordnung, Regelmäßigkeit Hunger stiehlt, ist sittlich entschuldbarer, als wer aus Träg- und seinem Zusammenhänge und Aufeinanderwirken aller, heit, Genußsucht oder aus Lust am Stehlen stiehlt. Aber cs Dinge bestehen können; wie sollten wir Erdbewohner sonst giebt zahllose Menschen, die hungern und doch nicht stehlen, die Bahnen der großen Weltkörper und die Entwicklung alles selbst wenn die Gelegenheit dazu sich ihnen darbietet. Tie desien, was unsrer Beobachtung zugänglich ist, berechnen und Sittlichkeit stellt sich in ihrem Gesetze als Pflicht dar. Die im Voraus feststellen können! Dieser Naturnothwendig-^ Forderung der Pflicht ist die Formulirung der Sittlichkeit, keit steht die Sittlichkeit gegenüber. In der Natur ist Dieser Sittlichkeit und der von ihr geschaffenen Pflicht nichts sittlich oder unsittlich. Wir erhalten für sie erst dann! stellt sich aber als notwendige Folge und Ergänzung die einen sittlichen Inhalt, wenn wir zur Allliebe und Allweis. Verantwortlichkeit hin. Erst durch diese wird das sittliche heit Gottes hinaufschauen, welcher sie erschaffen und erhält, Wesen vollständig und begreifbar. Die Verantwortung bestellt welcher diese Gesetze bestimmt und nach ihnen das Universum vor dem eigenen Bewußtsein, vor den Mitmenschen und vor und jedes einzelne Wesen hat werden laffen. Tie Sittlich-! Gott als der vollkommenen Sittlichkeit. Aber die Menschenkeit aber beruht auf der Freiheit des Willens, denn ohne seele ist in ihrem Triebe zur Selbsterhaltung wenig geneigt, diese Freiheit giebt es auch keine Sittlichkeit. Nur das hat sich selbst zur Rechenschaft zu ziehen, sich selbst wahrhcitseinen sittlichen Inhalt, was aus Wahl, aus eigenster Ent-! gemäß zu be- und zu verurtheilen. Die Menschen sind schließung des Individuums geschieht. Und was nun auch I wenig befähigt, die Handlungen ihrer Mitmenschen richtig zu die Gegner dieser Anschauung Vorbringen: der selbstbewußte! erkennen und abzuurtheilen. Die eigentlichen Motive einer Geist des Menschen steht jeden Augenblick vor einer Wahl, Handlung, welche doch erst den sittlichen Gehalt derselben 40

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