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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-08-28 · Heft 35 (28.8.1883) · p. Seite 575

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 35 (28.8.1883)
Date
1883-08-28
Page
Seite 575 (sequence 13)
Language
German
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575 eine Komödie vorzubereiten. 1582. Vincenz Gonzaga befiehlt Die angeführten Nachrichten sind zwar spärlicher Natur, den Juden, zur Feier seines Geburtstages eine Komödie darsie genügen jedoch, um zu beweisen, daß der Hof von zustellen. 1587. Im Carneval dieses Jahres veranstaltet Mantua in den Jahren 1579—1587 sich jüdischer Schaudie Gesellschaft eine Aufführung auf dem Theater des Hofes, spieler bediente. Ieuilleton. Correspondenz.!und dem Bedürfniß der Gemeinde und der Befähigung des Die fünfzehnte Jahresversammlung der israeli-!Lehrers entweder ein religiös-ethisches Werk oder Abschnitte tischen Lehrer Hessens. desselben zu lesen, oder auch Vorträge aus dem Gebiete der (Schluß.) -jüd. Literatur und Geschichte zu halten. Die Diskussion über die 7 ausgestellten Thesen war eine! Der Vorschlag des Herrn Di-. Auerbach wurde angenomäußerst lebendige, führte aber, da sie zu allgemein gehalten! men. Sehr rege betheiligten sich noch an der Debatte die waren, zu keinem Resultat. Dieselben lauteten: Herren vr. Rothschild-Alzey, Müller-Frankenhausen, vr. Stein- 1. Die sabbathlichen Borträge bei dem Volke Israel sind Kassel, Spiro-Schreklengsfeld, Hecht-Tann a. d. Rh., Plauturalt, und ihre Entwickelung hing zu allen Zeiten vom Stand Grebenstein, Gutkind-Kassel, Goldschmidt-Frankenberg, Amram- und der Entwickelung des Gesetzesstudiums ab. . Zwesten, Spier-Großkrotzenburg, Levi-Hosgeismar. 2. Die sabbathlichen Borträge sind zur Belebung des Herr vr. Rothschild-Alzey brachte ein ganz neues Moment religiösen Sinnes erforderlich. in die Debatte, indem er die Gelegenheit wahrnahm, den 8. In der Jetztzeit kommt es vor allem daraus an,; Lehrern anzurathen, dieselben möchten sich nicht Prediger Thorakenntniß zu verbreiten, zu welchem Zwecke die Grünnennen, sie sollten überhaupt keine freien Vorträge halten, düng von Talmud-Thora-Vereinen für Erwachsene nothsondern ihre Thätigkeit und ihre Kraft der Schule zuwenden, wendig ist. Andrerseits wünschte Redner seitens der Versammlung die 4. Dem Bortrag in den Talmud-Thora-Vereinen liegt; Ueberzcugung ausgesprochen zu sehen, daß die isr. Seminarien meistens ein Werk der hebräischen Literatur zu Grunde, aus noch nicht genügend das Studium des Hebräischen pflegten, welchem der Lehrer vorträgt, und nach welchem die Vereins- und daß deshalb die Dirigenten solcher Anstalten mit Rabmitglieder das Gehörte wiederholen. biner in Beziehung treten müßten, um hier Wandlung zu 5. Neben dieser Art von Vorträgen ist auch der ganz schaffen. freie Vortrag nothwendig, zu welchem der Stoff aus fccr; Dem gegenüber wurde vielseitig entgegnet, daß in der hebr. Literatur genommen wird. ' Provinz Hessen, resp. im Regierungsbezirk Kaffel wohl kaum 6. Derjenige Vortrag, der aus einem Werke über Moral, ein Lehrer zu finden wäre, der so eitel sei, sich Prediger zu Religionsphilosophie u. dergl. gehalten wird, darf nicht bloße betiteln, obgleich die Nothwendigkeit die meisten zwinge, von wörtliche Uebersetzung sein, sondern muß in gefälliger Weise Zeit zu Zeit Vorträge zu halten; da die wenigsten Gemeinden den Inhalt erschließen. neben einem Lehrer auch noch einen Rabbiner besolden könnten. 7. Alle drei Arten von Vorträgen bezwecken bei richtiger lieber das Bedürfniß eines größern Maßes theologischen Behandlung Trost und Hoffnung, einen festen Glauben, treue Wissens war man verschiedener Meinung, während ein großer Pflichterfüllung, überhaupt Kräftigung des religiösen Bewußtj Theil die Steigerung für nothwendig erklärte, glaubten andere, seins und Lebens. die Seminarien leisteten hierin genügend, es sei aber Sache Wegen vorgeschrittener Zeit machte Herr vr. Auerbach-; der Lehrer, aus dem geschaffenen Grunde weiter zu bauen; Frankfurt den Vorschlag, die Faffung der Thesen einer Kom-; darin aber stimmten fast alle überein, daß dieses eine Frage Mission von drei Mitgliedern zu übergeben, während Herr der Behörden und Seminarlehrer sei. vr. Beiwald sie in folgender Weise formulirt haben wollte:^ Ebenso entspann sich eine längere Debatte über die 1. Die isr. Lehrer haben sich die Pflege der Kenntniß Frage, ob lediglich aus einem der Sifre Musar ohne jegliches der Lehre und Geschichte des Judenthums zur Aufgabe zu Einstreuen der eigenen Gedanken vorgctragen werden soll, machen. oder ob auch ganz freie deutsche Vorträge in der Chebroth 2. Die Erreichung dieses Zweckes ist zu erstreben durch zu halten seien; doch neigte die Mehrzahl zu der Ansicht, Talmud-Thora-Vereine oder Chebroth. daß aus einem Buche vorgetragen werden müffe, wobei aber 3. Solche Vereine sind, wo sie bestehen, zu erhalten, wo das freie Wort nicht ausgeschlossen sei. sie noch nicht vorhanden sind, zu gründen. Die Conserenz schritt alsdann zur Erledigung der An- 4. In diesen Vereinen sind je nach dem Bildungsstande träge, von denen der von Cornelius, die Einführung einer

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