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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-08-21 · Heft 34 (21.8.1883) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 34 (21.8.1883)
Date
1883-08-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung des Iudenlhums. Ein mpartciischcs Organ für alles jüdische Interesse. Dicse Zeitung erscheint wöchentlich. I Preis vierteljährig 3 Mark. Abonnei ment in Deutschland (Postzeitungsliste Rr. S2) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buch- Handel. Herausgegeben von Nabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Expedition: Leipzig, Woßptcrh 16. j In redactionellen Angelegenheiten > wende man sich an Nr. i!. Philivpson in s! Bonn direct. in allen übrigen an die I Berlagsbandlung. Beilagen (ttebübr >! t2 M.) sind gleichfalls an letztere ein-! j zusenden. 47. Jahrgang. Leipzig, den 21. August 1683. idL. 34. labsll. Leitende Artikel: Die Folgen des Tißa-Eßlarer Pr (Schluß) — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin. TreSd Nyiregyhaza, Marienbad. — Großbritannien: London. — Nuj Feuilleton: Noch einiges aus Tißa Eßlar. — Corcespondenz: £citc'»ic'c Ocfikcf. Bonn, 13. August. Die Folgen des Tißa-Eßlarer procelfes. Die europäischen Blätter bringen Artikel über Artikel, in welchen eine tief einschneidende Reform aller der bis ans Ungeheuerliche grenzenden Schäden gefordert wird, an welchen in Justiz und Verwaltung Ungarn krankt. Es sollen die Beulen ausgeschnitten und dafür frisches gesundes Fleisch gebracht werden. Es ist dies eine schwere Aufgabe. Denn zu solchen Reformen gehören mächtige Geister als Führer, einsichtsvolle Volksvertreter, die sich dazu willig zeigen, nnd ein Volk, das sie will und annimmt, noch dazu, da aus dessen Wahlen die Vertreter hervorgehen. Ob solche Faktoren das gegenwärtige Ungarn besitzt, ist mindestens fraglich. Auch längerer Zeit bedarf cs dazu. Denn solche Reformen müssen koncipirt, erwogen, vorbereitet und das Feld für sie geebnet werden. — Ist es also fraglich, ob und wann Ungarn zu solchen Reformen sich rüsten und sie durchführen werde, ob es überhaupt sich dazu eigne — so drängt sich um so mehr die Frage auf: wie ist es mit den unmittelbaren Folgen dieses Prozesses hinsichtlich aller der Organe, die zu seiner Instruktion die schmählichsten Ungesetzlichkeiten und Gewalthätigkeiten sich erlaubt haben? Sind der Untersuchungsrichter Barn, die Sicherheitscommissäre Rees kn und Van und ihre Genossen in Untersuchung gezogen? Werden die vielen falschen Zeugen und Meineidigen strafrechtlich verfolgt werden? Von allem iccsses. — Die Schlußverhandlung im Tißa-Eßlarer Proeeß. VIII. u, Hamburg, München. — Oest erreich Ungarn: Pest. Prcßburg. land: Petersburg. — Amerika: St. Paul. — Bonn: Notizen. — Tie fünfzehnte Jahresversammlung der israelitischen Lehrer Hessens. dem erfahren wir noch nichts. Und vor Allem, wie steht cs um den Justizminister T)r. Pauler? . . . Wir geben hierüber einen Artikel der N. Fr. Pr., der sich in nachdrücklicher Weise darüber ausspricht. Er lautet: Am 27. November des vorigen Jahres beantwortete der Justizminister l>i. Theodor Pauler im Abgeordnetenhause eine Interpellation des Teputirten Ernst Mczcn über die Affaire von Tisza-Eszlar. Diese Rede verschaffte dem Minister einen Triumph, dcssengleichen er weder früher noch später errungen. Nunmehr, da die Schlußverhandluug dieses Prozesses vorüber ist und der Gerichtshof von Npiregyhaza sein freisprechendes Urtheil geschöpft hat. erlangt jene Rede ein neues und erhöhtes Interesse. Eine Vergleichung derselben mit den Ergebnissen der Schlußverhandlung gewährt jedem Unbefangenen eine bei läufige Vorstellung davon, wie Herr Pauler das Parlament unterrichtet hat. und verdichtet die vielfach ausgesprochene Vermuthung zur Gewißheit, daß derJnstizminister zum min desten eine gefährliche Cvnnivenz gegenüber den 'Arrangeuren dieses Prozesses bekundet hat. i Tie Ober-Staatsanwaltschaft ist eben im Begriffe, gegen , den Vice-Notar des Nniregnhazaer Gerichtshofes, Joseph Barn, : der im Prozesse als Untersuchungsrichter fungirte und während! dieser großen 'Arbeit noch Zeit gefunden hatte, majorenn zn werden, wegen Mißbrauches der Amtsgewalt das Verfahren, einzuleiien. Es ist noch nicht festgeflellt. ob der junge Herr strafgerichtlich verfolgt oder gegen ihn das Disciplinarver fahren angestrengt werden soll. Tie erste Frage der Mezeu schen Interpellation aber bezog sich gerade ans Joieph Barn, j Es wurde an den Minister die Frage gestellt, wie er es dnl 34

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