Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1883)
- Date
- 1883-07-31
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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'Allgemeine des Iudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Jntereffe. Diese Leitung erscheint wöchentlich. > Preis vierteljährig S Mark. Abonnei ment in Deutschland (Postzeitungsliste > Pr. SS) und Lesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchj Handel. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. GXpeöitiorr: Leipzig, Woßplerh 18.! In redaktionellen Angelegenheiten ) wende man sich an vr. L. Philippson in 1 | Bonn direct, in allen übrigen an die I Berlagsbandlung. Beilagen (Gebühr I tS Di.) sind gleichsalls an letztere ein-! j zusenden. 1 47. Jahrgang Leipzig, den ZI. Juli 1883. Xo. 31. Inhalt. Leitende Artikel: „Untergang der Lügenbrut!" — In den Angelegenheiten der russischen Juden. VII. — Jstoczy vor dem Preß-Schwurgericht in Pest. — Die Schlußverhandlung im Tißa-Eßlarer Procetz. V. — Zeitungsnachrichten: Deutsch land: Berlin, Bonn, Leipzig, Posen, München, Baden. — Frankreich: Paris. — Großbritannien: London. — Italien: Rom. — Schweiz: St. Gallen, Genf. — Rumänien: Pest. — Bonn: Literarische Notizen. — Karlsbad: Literarische Notizen. — Feuilleton: Der große Brand in der Frankfurter Judenstadt 1711. üciicittV: dtl'ificf. Bonn, 25. Juli. „Untergang der Lügenbrnt!" „Fürchte nichts, denn mit dir bin ich, zage nicht, denn ich bin dein Gott, ich kräftige dich, auch helf' ich dir, auch stütz' ich dich mit meiner siegenden Rechten. Siehe, sie werden zu Schanden, sie werden zur Schmach, Alle die wider dich zürnten, sie werden zu Nichts und gehen unter, die Männer, die wider dich stritten; du wirst sie suchen, und sie nicht finden, die Männer, die wider dich kämpften, sie werden zu Nichts und zu Garnichts, die Männer, die wider dich kriegten. Denn ich, der Ewige, dein Gott, ich stärke deine Rechte, der zu dir spricht: du, fürchte nichts, ich helfe dir. Fürchte nichts, Wurm Jakob, Häuflein Israel, ich helfe dir, spricht der Ewige, und dein Erlöser ist der Heilige Israels. * — Und ferner: „Nun aber, also spricht der Ewige, dein Schöpfer, Jakob, dein Bildner, Israel: Fürchte nichts, denn J ich erlöse dich: beim Namen rief ich dich, mein bist du. So! du durch Wasser schreitest, ich bin mit dir, durch Ströme, sie werden dich nicht überfluthen: so du durch Feuer gehest, du versengst dich nicht, die Flamme zündet dich nicht an." — Und weiter: „Israel wird vom Ewigen gerettet mit ewiger Rettung, nicht zu Schanden und nicht zu Schmach werdet ihr in Ewigkeit." — Und dann: „Höret auf mich, die ihr Gerechtigkeit kennet, Volk, in desien Herzen meine Lehre: fürchtet nicht die Schmähung der Menschen, vor ihren Lästerungen bebet nicht! Denn wie Gewand verzehrt sie die Motte, und wie Wolle verzehrt sie die Schabe: aber aus ewig dauert meine Gerechtigkeit und meine Hilfe von Geschlecht zu Geschlecht!" „Ich bin euer Tröster. Wer bist du, daß du dich fürchtest vor einem Menschen, der stirbt, vor einem Menschensohn, der wie Gras dahingegeben wird'?" — Und endlich: „Sei fern von Angst, denn du brauchst nicht zu fürchten, von Schrecken, denn nicht nahet er dir, wenn Einer sich rottet — von mir ist es nicht — wer sich gegen dich rottet, gegen dich fällt er." „Jegliche Waffe, gefertigt gegen dich, wird nichts ausrichten, und jegliche Zunge, die gegen dich auftritt zum Gericht, wird verurtheilt werden: dies ist das Erbe der Knechte des Ewigen, und ihre Gerechtigkeit von mir, spricht der Ewige." —>) Zu wem wurden diese Worte gesprochen? Zu Israel, zum Volke der Juden. Wann? Bor 24 Jahrhunderten, und auch damals war es schon ein alter Spruch, älter als 15 Jahrhunderte, denn er war bereits an Abraham ergangen, und klang immer fort von den Lippen aller Seher und Sän ger Israels. Und wo wurden die oben angeführten Mahnungen ausgesprochen? In Babel, in dem großen zahllose Völker beherrschenden Babel, wo die Israeliten gefangen und! geknechtet waren. Und zu welchem Zwecke? Nicht um das Volk, an jba» sie ergingen,zum Angriff gegen seine Feinde anfzufordern, zusammen zu schaarcn, zu begeistern, ihm die Waffen in die 14?änbe zu drücken — sondern um sie zu befestigen in der Anbetung des Einig-Einzigen, um sie zu stärken in der Treue 1) Jesajas 41, 10—14. 43, 1. 2. 44, 16. 17. 51, 7. 8. 12. 54, ■ 14. 15. 17. 31