Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1883)
- Date
- 1883-07-10
- Page
- Seite 460 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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460 Jessel in Anbetracht der außerordentlichen Verdienste seines Vergrößerung 'der jüdischen Schule in Constantinopel geverstorbenen Vaters Sir George Jessel den Baronetstitel derspendet. — Wir haben schon die Ernennung des Obersten liehen. — Der Rabbiner von Szednigow (Rußland) hat vom Bernard Abraham zum Brigadegeneral erwähnt. Es ist dies Kaiser den Stanislausorden „für 20 Jahre loyaler Dienste" der sechste General in der französischen Armee, welcher der erhalten. — Der Graf von Camondo hat 60,000 Frcs. zur jüdischen Religion angehört. Ieuilleton. Vermischtes. Der Bischof und die Matzekugel. Der jetzige Leitmeritzer Bischof war früher katholischer Religionslehrer an der Prager Handelsakademie. An dieser Handelsakademie lehrt auch ein jüdischer Professor, Namens Fischel. Profeffor Fische! war mit dem katholischen Religionslehrer sehr befreundet, und jener pflegte diesem jeden Peßach Matzes und Matzegebäck (Matzekugel) zu verehren. Der Religionslehrer ließ sich dieß jeden Peßach gut schmecken, dankte dem Professor Fischel und ersuchte ihn immer, ihm diese Ehrengabe alljährlich zu bieten. Inzwischen ist jener katholische Religionslehrer, Namens Schöbel, Bischof zu Leitmeritz geworden; der Peßach kam heran und Professor Fischel wagte es, dem Bischof Matzes und Matzesgebäck per Post zu schicken. Professor Fischel fürchtete noch immer, daß der Bischof seine Sendung unschicklich finden werde. Und siehe! dieser Tage bekam Profeffor Fischel vom Bischof ein sehr herzliches Dankschreiben, in welchem es unter Andern heißt: „Die Matzes haben mir sehr gut geschmeckt; ' ich dachte an den Auszug der Juden aus Egypten, an Ihre ^fortdauernde Freundschaft, dachte aber dabei auch an die; niederträchtigen Lügen der Antisemiten, welche noch immer behaupten, daß die Matzes mit Christenblut gebacken werden.! Indem ich mir die Matzes, die Sie mir zu schicken so freund» lich waren, schmecken ließ, habe ich dadurch den Beweis 'geliefert, daß ich jene antisemitische Behauptung als freche Verlogenheit betrachte." Dem Schreiben ist noch die Bitte j beigefügt: Der alte Freund Fischel möge, wenn ihn sein Weg; nach Leitmeritz führt, die bischöfliche Residenz mit seinem Besuche beehren. Dieses Schreiben macht nun in den jüdischen Kreisen Prags freudiges Aufsehen. Allerdings hat Böhmen zwei judenfreundliche Bischöfe: den Bischof von Königgrätz und den Bischof von Leitmeritz. („Lehrer und Cantor.") Anzeigen. 4p werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- €\> tv folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Cultusbeamtenstelle. Da der hiesige Cultusbeamte nach 52jähriaer Thätiakeit zurücktritt, ist diese Stelle per 1. September er. vaeuut. Gehalt incl. Nebeneinkommen 900 Mk. Qualificirte Bewerber belieben sich bei unserm Präses, Herrn S. Aruholz» zu melden. Reisekosten werden nur dem Gewählten vergütigt. [8. 9859] Bernstein, N. M., den 2 t. Juni 1883. Der Borstand der Synagogen-Gemeinde. Ein oder zwei junge finden Gelegenheit im Hause eines Rabbiners in England das Englische zu erlernen. sorgfältige Pflege und feiner Umgang. Adrefien sub 8. 10144 an Rudolf Masse, Leipzig._[10144] Für ein Rauufacturwaareu - Geschäft, das an Sonn- und Feiertagen geschloffen ist, wird unter günstigen Bedingungen zum 1. Oktober ein gesucht. Offerten süb D. O. +$ OOö an Rudolf Mosse, Bremen. [8. 10194] In der hiesigen Gemeinde ist die Rabbinatsstelle noch nicht besetzt. Academisch gebildete Be Werber, im Besitze nNnrirnrP, wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse bei dem Corporations-Borstand bis zum 15. August er. melden. FixirteS Gehalt 2100 Mk. Neben einkommen circa 300 Mk. [B. 10158] Kofchmia, den 29. Juni 1883. Der CorporatiouS-Borstaud “ Pensionat für jüdische Tochter. Rj Ich habe hier ein Pensionat für ffi junge Mädchen errichtet und bitte A Eltern, mir ihre Kinder, die hier H „ Schulen besuchen sollen, anzuvertrauen. W Streng religiöse Erziehung, auch Bei- Cj — ■ hülfe bei Schularbeiten sichere ich zu. Vorzügliche Referenzen stehen mir JO zur Seite. [B. 10051] [Q Frau Rabb. Dr. Jaffe, gj geb. Oppler, gj Berlin, Gips-Str. 14L} jn früher in Kuraik und Wöllstein. tu Für eine wird ein Oberamtsstadt Württembergs [8t. 10268] Mufiklehrer gesucht, welcher zur Ertheilung eines tüchtige» Klavier unterrichts und zur Leitung eines SynagogeuchorS befähigt ist. Derselbe würde eine sichere und angenehme Existenz finden. Bewerbungen mit näheren Angaben wollen unter Chiffre J. 154:1 an Rudolf Mosse in Stuttgart gerichtet werden, worauf eingehende Auskunft von dem bisherigen Inhaber der Stelle ertheilt werden wird. Israel. Köchin für eine große Haushaltung gesucht. [10359] Aachen. Geschw. Alsberg. (({ma alleinstehende junge Frau, aus guter V2UIX Familie, wirthschaftlich, sucht zum 1. August er. Stellung zur Führung des Haushaltes bei einem.einzelnen Herrn oder Wittwer mit Kindern oder zur Gesellschaft einer älteren Dame. Näheres zu erfragen; bei dem Lehrer der jüd. Gemeinde, Herrn L. Sachs in Guben. [10271]