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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-07-03 · Heft 27 (3.7.1883) · p. Seite 444

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 27 (3.7.1883)
Date
1883-07-03
Page
Seite 444 (sequence 14)
Language
German
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444 der ein* und mehrklasfigen jüdischen Elementarschule. — Referent sprach sich eingehend und sachgemäß über den Gegenstand aus und kam zu dem Resultate, daß sowohl der Abfassung wie der Einführung eines Normal-Lehrplanes überall große Schwierigkeiten entgegenständen und zwar: 1) wegen der verschiedenen religiösen Richtungen in den jüdischen Gemeinden, 2) wegen der verschiedenen Anforderungen seitens der Schulinspectoren an das Wissen der Kinder, 3) wegen Mangels geeigneter Schulbücher und endlich 4) wegen des Unterschiedes zwischen Stadt- und Landschulen. Was den vorliegenden Normal-Lehrplan betrifft, so geht die Anficht des Referenten dahin, das es nicht thunlich sei, einen Normalplan für ein- und mehrklasfige Schulen zu entwerfen, da die Anforderungen an eine Schule sich nach der Zahl der Klassen, in welche sie zerfällt, zu richten habe. Er betrachte daher den vorliegenden Plan als für eine dreiklasfige Schule bestimmt und finde auch bei dieser Auffassung, daß die Lehrziele für die hebräischen Fächer, wie namentlich für den Pentateuch und die hebräische Grammatik zu eng, dagegen die für die jüdische Geschichte zu weit gesteckt seien. — Besonders betonte er, daß das Herausgreifen eines oder mehrerer Berse aus einem Kapitel, sowie das Hinüberspringen aus dem einen Kapitel auf den Vers eines anderen Unzuträglichkeiten herbeiführen und ein nur einigermaßen günstiges Resultat in Frage stellen müßten. Die Debatte über diesen Gegenstand, an der sich besonders die Herren Dr. Buchholz, Dr. Guttmann, Eckmann und Gotthelf betheiligten, führte zu dem Ergebniß, daß der vorliegnde Normal-Lehrplan sowohl in Anbetracht der von ihm angestrebten Leistungen wie auch der Organisation der Schulen sich zur Einführung in die jüdischen Elementarschulen der Provinz Hannover nicht eigne. Es sei daher wünschenswerth, daß ein den gesetzlichen Bestimmungen in der Provinz Hannover angepaßter Lectionsplan für den Religionsunterricht in den jüdischen Elementarschulen der Provinz in Angriff genommen werde. Damit war die Tagesordnung erledigt. — Die nächste Versammlung wurde wiederum auf Pfingsten nächsten Jahres anberaumt, die Wahl des Ortes dafür jedoch dem Vorstände anheimgegeben. — Gelegentlich der nun stattgefundenen allgemeinen Besprechungen theilte der Vorsitzende mit, daß die von Herrn Lehrer Fleischhacker in Harburg zu Gunsten der Unterstützungskasse zur Verfügung gestellten 9 Exemplare des Pentateuch - Kommentars des R. Samuel b. Meir von Dr. Rosin von dem Herrn M. Schragenheim aus Hannover gekauft und dem Lehrerverein zum Geschenk überwiesen worden seien. Die Versammlung nahm diese Mittheilung dankend entgegen. — Dr. Guttmann machte, dem Wunsche des Verfassers entsprechend, auf die „Nachbiblische Geschichte der Juden von Dr. Leimdörfer und auf dessen Chinuch Hanarim" aufmerksam und hält dieselben in der erschienenen neuen Auflage für zweckmäßig und nutzbringend. — Der Vorsitzende Schlesinger bringt die von Lehrer Fauerbacher im Aufträge des Vereins verfaßte hebräische Lesefibel in empfehlende Erinnerung. Nachdem die Versammlung dem Herrn Landrabbiner Dr. Guttmann, der Synagogengemeinde Hildesheim und ihrem Vorstände für das der Conferenz bewiesene Interesse und für die gastfreundliche Aufnahme, welche die Conferenzbesucher in Hildesheim gefunden, sowie auch dem Bereinsvorstande für die treue und hingebende Leitung der Bereinsangelegen* heiten durch Erheben von den Sitzen ihren Dank bekundet hatte, erklärte der Vorsitzende, Abends 6 Uhr, die Conferenz für geschlossen. Die Schriftführer: Blumenfeld-Adelebsen. Stern-Hildesheim. Anzeigen. Tm Qpy*ri 4p werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- SfrwX Qitv folgende Wochennnmmer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Cultusbeamtenstelle. Da der hiesige Cultusbeamte nach 52 jähriger Thätigkeit zurücktritt, ist diese Stelle per 1. September er. dacant. Gehalt incl. Nebeneinkommen 900 Mk. Qualificirte Bewerber belieben sich bei unserm Präses, Herrn S. Arnholz, zu melden. Reisekosten werden nur dem Gewählten vergütet. s8. 9859] Bernstein, N. M., den 24. Juni 1883. Der Borstand der Synagogen-Gemeinde. Tächter-Pensionats, «TU«. Berlin, SW. Markgrafenstr. 21. [8. 98601 Stz. SchcltzKy's;üöischer Kalender (vorm. Srrtzvach) ' ist erschienen und bei Unterzeichnetem, sowie in den bekannten Buchhandlungen zu haben. Auch empfiehlt sich die mit den neuesten Schriften und Maschinen ausgestatttete Druckerei des Unterzeichneten zur Anfertigung von Drucksachen jeder Art, als: Dissertationen und Werke in deutscher und hebr. Sprache, Gelegenheits - und Hochzeitsgedichte in ein- und mehrfarbigem Druck, Rechnungen, Memoranden, Briefbogen, Couverts, sowie sämmtlichen Formularen für den Verkehr. Hy. SchatzKy) Buch- und Steindruckerei, Breslau, Wallstrasse 14 b.

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