Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1883)
- Date
- 1883-06-26
- Page
- Seite 428 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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428 Urfah (chaldäisch: Ur), das als Geburtsort des Patriarchen gilt und wo sich noch dessen Stammhaus befinden soll, geschickt, um in diesem uralten Orte nach Alterthümern zu suchen. Hamdi Bai berichtete nun nach Konstantinopel, daß er auf dem vor Urfah befindlichen Nimrod-Hügel („Tel Nimrod") sehr alte Bauwerke, Grabsteine u. s. w. gefunden habe. Einige Orientalisten werden sich nun nach Urfah begeben, um diese Alterthümer an Ort und Stelle zu untersuchen und photographisch aufzunehmen. Ein Salomonisches Urtheil. Die „Krön. Nied. Wosch." berichtet aus Bialopol in Rußland nachstehenden ergötzlichen Vorfall. Ein Bauer brachte auf den Markt 10 Gänse, welche eine jüdische Händlerin bei ihm um 10 Rubel kaufte. Nachdem sie ihm 5 Rubel gegeben, verlangte sie, daß er die Gänse in ihre Wohnung trage, wo sie ihm dann den Rest des Preises ausbezahlen werde. Dort angekommen, verlangte der brave Landmann, der die genommenen 5 Rubel verwahrt hatte, 10 Rubel für seine Gänse, indem er den Erhalt jeder Angabe aufs Entschiedenste in Abrede stellte. Man kann sich das Geschrei der armen Händlerin denken. Die Sache kam vor den Friedensrichter, der durch die Verzweiflung der Händlerin von deren Recht überzeugt wurde, so sehr auch der Bauer den Empfang der 5 Rubel bestritt. Allein, wie der Wahrheit zum Siege verhelfen? Unser Richter zog im Laufe der Verhandlung einen 5 Rubelschein aus seiner Brieftasche und fragte, ob Einer der Anwesenden nicht so gefällig sein wolle, ihm die Note zu wechseln. Der Bauer, um sich dem Richter angenehm zu machen, erbietet sich sofort hiezu mit großer Zuvorkommenheit und gab demselben fünf einzelne Papierrubel. Der Richter nimmt die Noten und wie zufällig sie näher betrachtend, schreit er plötzlich den Bauern an: „Woher hast du diese Noten — sie sind falsch." Der Bauer, außer sich vor Schreck über diese gefährliche Beschuldigung, und seinen Rechtshandel mit der Jüdin ganz vergessend, ruft zitternd: — „Aber Herr Richter, diese Noten habe ich so eben von dieser Jüdin bekommen." Der betrügerische Bauer wurde auf Grund dieses Geständnisses zu drei Wochen Arrest verurthcilt. Ein merkwürdiges Uhrwerk. Russische Blätter erzählen, daß bei Gelegenheit der Krönung dem Kaiser von einem jüdischen Uhrmacher Salomon Sternberg in Kisckniew ein merkwürdiges Uhrwerk dargebracht worden. Dreimal des Tages öffnet sich eine Pforte und läßt das Innere der Kathedrale von Moskau sehen. Zu gleicher Zeit öffnet sich eine zweite Pforte und der Metropolit von Moskau tritt mit mehreren Bischöfen ein. Alsdann öffnet sich eine Seitenpforte und durch diese zieht das kaiserliche Paar mit seinem Gefolge ein und die russische National-Hymne ertönt aus dem Innern der Kathedrale. Nachdem dies geschehen, schließt sich das Uhrwerk wieder. Anzeigen. Ty* werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die näclist- X 11 wvl M» IC folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingeben. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von B.. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. Vakanz! Die Kantor- und Schächterstelle der hiesigen jüdischen Gemeinde ist anderweitig zu besetzen. Das feste Stelleneinkommen beträgt 1100 M. außer freier Wohnung und einer Nebeneinnahme von ca. 800 bis 1000 Mk. jährlich. Qualificirte Bewerber, welche musikalisch gebildet und auch die Funktion eines «<-,*, p versehen können, wollen ihre Bewerbungsgesuche baldigst an den Unterzeichneten Borstand richten. [915-2} Schwerin a. Warthe, den 6. Juni 1883. Der AorporatiouS-Dorstaud _Friedlaender. Ein j. Israel. Mädchen, welches ihr Lehrerinnenexamen bestanden und mit den besten Zeugnissen versehen ist, sucht Stelle als Erzieherin oder Lehrerin in einem Pensionat im In- oder Auslande. Auskunft unter Chiffre R. 200 post lagernd Reawied. [8926} Für ein jung. Mädchen mosaischen Glaubens, welches ein Jahr das Lehrerinnen-Seminar besucht hat und wirrhschaftlich tüchtig ist, wird eine Slelle gesucht, in welcher sie den Unterricht bis zum 10. Jahre selbstständig leiten kann und der Hausfrau in der Wirthschaft behilflich ist. Nähere Auskunft erthcilt Frau Hanna Jaroby, Marievbarg, W.-Pr. Antritt kann sofort erfolgen. [9574} Ich suche für eine Anverwandte, eine junge Dame von angenehmem Aeußern, die wirthschastlich und gut erzogen ist, eine Stelle als Gesellschafterin bei einer Dame oder als Stütze der Hausfrau, ev. wäre sie bereit, Kindern den ersten Unterricht zu ertheilen. Offerten beliebe man unter Chiffre R. 9510 an Rad Masse, Leipzig zu senden. [95 io] Lehrerstelle gesucht! Ein jung. jüd. staatl. gepr. (auch II. Prüf.) Elementarlehrer, noch aktiv, der auch in fremden Sprachen unterrichtet, bereits mit Erfolg für Quarta vorbereitet hat u. einige Kantor-Befähigung besitzt, sucht dauernde Stellung. [Br. 8853} Gefl. Offerten sub 1*. 278 an Rudolf Masse, Breslau erbeten. Ein auch zwei Kinder finden in Berlin bei einer vorzügl. empf. geb. Familie (Töchter Lehrerinnen) liebevolle Pflege für Geist und Körper. Gefl. Adr. 8ub K. P. 1213 an Rud. Masse, Berlin, C. Königstr. 55. [B. 9358} In unseren Ledergeschaft ist am 1. Juli °L Lehrlingsstelle SamStag und Feiertage geschloffen. Rost und Logis frei im Hause. [93401 Heiligeustadt, Rgbz. Erfurt. M. Oppenheim’s Wittwe.