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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-06-12 · Heft 24 (12.6.1883) · p. Seite 395

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 24 (12.6.1883)
Date
1883-06-12
Page
Seite 395 (sequence 13)
Language
German
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- 395 __ fein Duell plätscherte. Es ist geradezu erstaunlich, was hier „Obschon Mikweh Israel finanziell noch lange nicht auf in wenigen Jahren geleistet wurde." eigenen Füßen steht und durch Jahre weitere bedeutende Zu- Weiterhin lesen wir: „Zwischen den Gebäuden der Hauptschüsie benöthigen wird, so sind doch die Einnahmen fortstraße liegt die größte Fläche, an der ich vorübergeritten war während im Wachsen begriffen. Im Jahre 1876 wurden urtb die als Gemüse- und Obstgarten den werthvollsten Theil beispielsweise durch den Verkauf des Getreides 11,000 Franken ber Besitzung bildet. Orangen, Bananen, Limonen gedeihen gelöst, durch den Verkauf des Weines und der Früchte 6000 hier in kaum glaublichen Mengen. Tie Eultur von Kirschen und Birnen mißrieth aber gleich von Anfang an vollständig, während mit Aepfelbäumen, wie mir Herr fetter mittheilte, von Jahr zu Jahr beffere Ernten erzielt werden. Die Ertragsfähigkeit des Erdreichs an dieser Stelle ist eine außer ordentliche. Der Weinstock ergiebt pro Hektar siebzig Hektoliter. Die Cedratcultur bedeckt beispielsweise mit 2200 Baumen drei Hektare und im Jahre 1881 wurden 10,000 Stück dieser Früchte geerntet, die nach vorhergegangener Zubereitung in Kästchen von je 25 Stück verpackt, nach Triest und Odessa verkauft wurden. Der Preis einer solchen Kiste stellte sich aus 16 bis 18 Francs. Schließlich gewahrte ich noch ein kleines Haus mit mehreren Zimmern, das über den Hauptbrunnen erbaut war. Die beiden Werkstätten sind Tischlerei und Schmiede. In der crsteren arbeitete als Meister ein Grieche, während die Gehilfen und Lehrlinge, Zöglinge der Anstalt und somit Israeliten sind. Alle Möbel und Holzgeräthe für das Institut werden ausschließlich hier angefertigt. Von den Hügeln links des Gebäudecomplexes genießt das Auge eine orientirende Rund- und Fernsicht. Da weideten vor meinen Blicken fette Schafheerden an grünenden Abhängen und zwischen niedrigen Hecken flatterten Dutzende europäische Hühner." „Bereits seit Jahren verdienen eine Anzahl ehemaliger Schüler als festangestellte Gärtner anständig ihr Brod. Die Zahl der Schüler beziffert sich augenblicklich aui 50. Bon dem Complex insgesammt sind 80 Hektare für die Anpflanzung des Weinstockes, 30 für die Plantagen, 15 für die Garten- Gemüseculturen und der Rest für den Gartenbau bestimmt. Franken, während der Verkauf von Gemüse 1200 Franken ergab und die Molkerei und Schäferei einen Gewinn von 2200 Franken verzeichneten. Indessen steht trotzdem heute einer Einnahme von etwa 35,000 Franken noch mehr denn 50,000 Franken Ausgabe gegenüber. Die Zeit der Versuche und Experimente ist aber für immer vorbei." So giebt Mikweh Israel wieder einen Beweis, wie Ausdauer und Eonsequenz zu einem gedeihlichen Ziele führen, selbst wo die allgemeine Ansicht eine wenig hoffnungsreiche gewesen. Vermischtes. Ein geheimnißvoller „Gelehrter". Bor einigen Wochen kam zu dem Rabbiner der Schiff- Snnagoge in der Leopoldstadt, Herrn Salomon Spitzer, ein alter jüdischer „Gelehrter" und bat ihn um die Erlaubniß, in dem zu dieser Synagoge gehörenden Studirzimmer einige "Rächte schlafen zu dürfen, was auch gestattet wurde, da die Papiere des Fremden in Ordnung waren. Zwei Tage nachher erkrankte jedoch derselbe und wurde ins allgemeine Krankenhaus überführt. Vorher hatte er jedoch eine Reisetasche mit seinen wenigen Habseligkeiten dem Synagogendiener Wappensteincr zur Aufbewahrung übergeben. Vor einigen Tagen starb nun der Fremde, und man nahm daher aus der Reisetasche dessen Gebetmantel, um in denselben die Leiche nach jüdischer Sitte einzuhüllen. Beim Auseinandcrschlagen des Gebetmantels fand man in demselben ein Packet, das Werthpapiere und Baargeld im Betrage von 01,000 fl. enthielt. Diese Werthsachen wurden einstweilen bei I)r. Schneeberger deponirt, bis sich ein Erbe des geheimnisvollen Todten gemeldet haben wird. Anzeigen. werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- XlJ.S6xct; folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von R. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. Halberstadt, im Mai i<-83. Israels Ehrenkranz Stiftung des Präsidenten Israel Jacobsolin. Eine arme Braut, als der Familie des vorgenauatea Stifters Angehörige vollständig legitimirt, erhält zur Zeit auf frankirte Anmeldung 150 SRI. [*">30] Die Vorsteher: J. Herz. J. Heller. Zch suche zum sofortigen Antritt bei utem Gehalt eine anständige Person esetzten Alters , Israelitin . Selbige soll einem ast erblindeten allen vcrrn Gesellschaft leisten ind vorlesen, must auch dessen Zimmer in "rdnung hallen und ihm gern in Allem belilflicb sein. Gesl. Cnetten nebst Zeugnissen tnö Gehaltsansvruchen erbittet (furbafen, Mai 1883. [8348] Marhtntte H’olff. Verlag von Banmgärtner'S Buchhandlung in Leipzig. Chaldiiisches Wörterbuch über die Targumim und einen großen Theil des räbbinifchen Achriftthnms von I)r. .1. levy, Professor an der Universität Breslau. 3. Auflage 1881. In hochelegantem Einband Preis 12 Mark.

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