Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1883)
- Date
- 1883-05-15
- Page
- Seite 316 (sequence 2)
- Language
- German
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316 n Söldner, mit Palästen, Tempeln und herrlichen Wohnhäusern,! Mauern niedergerifsen, die Lusthäuser zerstört, Steine und so standen Sidon und Tyrus lange Zeiten unbesiegt und die! Holz und Erde mitten ins Meer geworfen." Der Prophet- Meere beherrschend da . . . Dieser Reichthum und dieser > wiederholt es: „Ich mache Dich zu hartem Felsen, zum Aus- Ueberfluß an allen Luxusartikeln brachten Ueppigkeit und!spannen der Netze ein Platz sollst Du sein"; ich mache Dich Entartung der Sitte in den phönizischen Städten hervor, gezur verwüsteten Stadt, gleich den unbewohnten Städten, wenn fördert durch einen zu den üppigsten Ausschweifungen ausj ich die Fluth über Dich erhebe, daß Dich decken viele Gegebildeten Götzencultus. So übte diese Nachbarschaft denn Wässer." Dies Alles geschieht wegen der Hoffahrt und der auch einen verhängnißvollen Einfluß auf Israel aus. Früher > Entartung der Bewohner dieser Städte. Der Prophet spricht: bisweilen in feindlicher Berührung, entstand zwischen Israel „Weil Dein Herz schwoll, daß Du sprachst: ein Gott bin ich, und Phönizicn seit David und noch enger unter Salomo ein auf einem Göttersitz sitz' ich im Herzen der Meere! und Du Freundschafts- und Handelsbündniß. Sie waren an dem! bist doch ein Mensch und nicht Gott, und stelltest Deinen Bau der Burg Zion, des Tempels, der Salomonischen Paläste! Geist dem Geiste Gottes gleich"; „durch die Fülle Deines durch Bauleute und Lieferung von Materialien betheiligt, Salo-^ Handels füllte sich Dein Inneres mit Gewaltthat, mit der mon rüstete mit ihnen zusammen Schiffe aus zur Fahrt über i Menge Deiner Sünden, durch den Frevel Deines Handels das rothe Meer nach Indien und an der Ostküste Afrika's; entweihtest Du Deine Heiligthümer" . . So „übt der Ewige phönizische Prinzessinen wurden heimisch in den Ehegemächern! Strafgerichte an ihm, daß Alle erkennen, daß der Ewige israelitischer Könige. So verursachten sie indirect die Spal-! Gott ist" . . . Sind nun diese Weissagungen in Erfüllung tung Israels in zwei Reiche, weil die zehn Stämme die un-, gegangen? . . . Sic sind es wörtlich, buchstäblich . . . erschwinglichen Abgaben, die Salomo für seine Prachtbauten i Wie wir an anderer Stelle schon berichtet haben, führen dem Volke auferlegt hatte, nicht mehr leisten wollten. Altäre uns die 33. und 34. Lieferung des Prachtwerkes „Palästina und Tempel der phönizischen Götzen erhoben sich neben dem! in Bild und Wort" nach dem phönizischen Küstenlande, nach Tempel. Die frevelhafte Gemahlin Ahab's war eine phöni- : den Trümmern von Sidon und Tyrus. Hier heißt es zische Königstochter . . . Was ist nun aus jenen reichen, S. 59 ff.: Die Zeit kennt keine Schonung und aus dem gedie Meere beherrschenden Städten geworden? . . . Die! waltigen Sidon zu Anfang aller Geschichte ist das kleine Phönizier hielten keine Treue gegen Israel. Trotz jenes! ('aida von heute, aus der Metropole des Welthandels ein Bündnisses dienten sie den Feinden des letzteren zu Zwischenj Schifferstädtchen geworden. Sein immer enger werdender Händlern für die geraubten Güter und Menschen; bald be-! Hafen vermag kaum mehr der winzigen Zahl der kleinen theiligten fie sich an den Plünderungen selbst, standen den einheimischen Fahrzeuge, die nur an der Küste entlang fahren, Feinden bei und verhöhnten die besiegten Israeliten. Ta er-! den nöthigen Schutz zu gewähren. Die Straßen find so eng, hebt sich schon Joöl gegen Sidon und Tyrus und verkündet: daß in ihnen ein beladenes Kameel nur an wenigen Stellen ihnen schwere Vergeltung (4, 4.). Amos verkündet, daß „Feuer an einem anderen vorbei kann. In den Chans giebt es in Tyrus' Mauern kommen und seine Paläste verzehren | Waarenspeicher, aber sie sind niemals gefüllt. Sie wird bewerbe" (1, 9.). Strenger noch tritt Jesajas (23) gegen sie wohnt von 7000 Muslimen, 500 Juden und etwa 1000 Kathoauf: er sieht sie erstürmt, die Häuser zerstört, die Thore ver-1 liken. Die einzigen Erinnerungen an frühere Zeiten rühren schüttet; sie „die lärmende Stadt, ihr Alter aus uralter Zeit,! aus den Kreuzzügen her. Dagegen hat man außerhalb der das kronenspendende Zor, deren Händler Fürsten, deren Kaufmänner Geehrte der Erde, all' ihre hochmüthige Pracht wird zerstört", ihre Bewohner müssen fliehen und nirgends wird ihnen Ruhe. In den Sturz aller vorderasiatischen Völkerschaften sieht Jeremias (25, 22) „alle Könige von Zor und alle Könige von Sidon" hineingezozen vor der zerstörenden Macht Nebuchadnezars. Ezechiel endlich richtet gegen Tyrus vier Weissagungen und gegen Sidon eine «26 ff.). Zerstört werden die Mauern von Tyrus und ihre Thürme niedergerissen, ihre Erde wird abgespült von ihr und heutigen Stadt viele Reste des Alterthums gefunden, namentlich Grüfte und Grabmäler, die Todtenstadt des alten Sidon. Zwei Paar goldene Ohrringe, kleine irdene Thränenfläschchen, eine Lampe aus Thon u. dgl. sind die einzigen Reste der alten Schätze und Reichthümer von Sidon. An dem südlichen Ende der Stadtmauer erhebt sich ein runder Hügel, deffen Masse aus Thonscherben und zerhauenen Purpurmuscheln besteht. Dies sind die übrig gebliebenen Zeugen der alten Industrie und Manufactur Sidons. — Wir kommen nach Tyrus, das jetzt <^ur heißt. Bon der prächtigen, weit hinaussie zu hartem Felsen gemacht. „Zum Ausspannen der> gedehnten Altstadt ist nichts mehr vorhanden. Die Insel, Netze ein Platz soll sie werden inmitten des Meeres." „Bon der Rosse Hufen werden alle Straßen zerstampft, das Volk mit dem Schwerte gemordet, die stolzen Säulen zu Boden gestürzt, die Schätze geplündert, die Waaren geraubt, die auf der die Neustadt lag, ist längst zu einer Halbinsel geworden, da der von Alexander dem Großen bei der Belagerung der Stadt errichtete Damm durch den vom Meere angespülten Sand breit wie die Insel geworden. Noch vor 20 Jahren .... H..