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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-03-27 · Heft 13 (27.3.1883) · p. Seite 216

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 13 (27.3.1883)
Date
1883-03-27
Page
Seite 216 (sequence 18)
Language
German
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216 einen Trunk aus dem Keller holte, Weggehen mußte; der größere Versammlung als sonst heute harrte. Mit knurren Leichnam lag genau in der Richtung von der Kellerstaffel zum Mostfaffe. Drei der Zeugen aus Baihingen, auf deren Aussagen hin Götz seinerzeit wieder in Freiheit gesetzt wurde, sind gleichfalls eingezogen. Bon der Auffindung des Leichnams weiß Götz noch nichts und wähnt fich nur wegen Brandstiftung verhaftet. Wertheimer soll zur Zeit seiner dem Magen erwartete man noch den Tempeldiener, welcher gleichsam als Präludium zum Gebete zuerst die üblichen drei Schläge mit einem Holzhammer an die Pforte des Bethaufes zu geben hatte. Zum großen Aergerniß der Gläubigen wollte dieser jedoch, trotzdem die Stunde schon lange geschlagen hatte, nicht erscheinen. Es war beinahe schon dunkel, als Ermordung gegen 5000 M. bei fich geführt haben. Wahrendlich der Tempeldiener fast athemlos gerannt kam, aber scheinlich wurde er, während er im Stalle mit Götz handelte,! ohne — Schlüssel. Der Schlüssel, welcher, wie er meinte, von diesem ermordet, von dort in den nahen Keller ge-! immer an seinem bestimmten Platze hänge, sei unerklärlicherschleppt und eingegraben. — Die Frau des verhafteten Götz! weise verschwunden und trotz eifrigsten Suchens nicht zu finden, hat fich vergangene Nacht erhängt. (N. T.) j Es blieb sonach nichts übrig, als in die Wohnung des Rab- __! biners zu gehen, um dort zu beten. Doch kaum hatte der! Kantor mit dem Bortrag des Gebetes begonnen, als eine Der Einsturz einer Synagoge. > Aus Anlaß der Notiz über den Einsturz der Synagoge! in Ungereigen bei Angern wird die folgende historische Re-! miniscenz mitgetheilt: „Es war am Nachmittage des 10. Te-! beth 5458 nach jüdischer Zeitrechnung, also vor 185 Jahren j (nach der Chronik der israelitischen Gemeinde Lundenburg),! als die Gemeindemitglieder, wie es noch heute in dieser sowie in anderen Gemeinden üblich ist, vor Beginn des Abendgottesdienstes vor der Synagoge in Gruppen beisammen standen. Unter Gesprächen war die vierte Nachmittagsstunde Frau in die Wohnung des Rabbiners mit dem Rufe stürzte: „Die Synagoge ist eingestürzt." Bleich und sprachlos vor Entsetzen sah nun Einer den Andern an und mit dem Beten war es bald vorbei, denn Alles stürzte fort. Da, wo man vor kaum einer Viertelstunde noch auf den Einlaß in das Gotteshaus gewartet hatte, war nur noch ein großer Schutthaufen zu sehen. Am nächstfolgenden Tage, als man den Schutt weggeräumt hatte, fand man die Thorarollen und heiligen Geräthe merkwürdigerweise ganz unversehrt. Zur j Erinnerung an diesen Tag wurde der 11. des Wintermonats herangerückt und man schickte sich an, in die Synagoge zu Thebet als Fasttag in dieser Gemeinde eingesetzt. Außerdem gehen. Auch der Rabbiner und Kantor waren bereits bei i werden am Abend desselben Tages arme Kinder aus einer der Pforte des Bethauses, woselbst, da ein Fasttag war, eine' Stiftung mit Winterkleidern betheilt. Anzeigen. Ty> qpY»o 4/\ werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- XilPül €aj tt/ folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von B.. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. Mit dem 1. October cur. wird die hiesige israelitische Lehrer- und Cantor- Stelle, welche mit einem festen Gehalt von 1200 Mark verbunden ist, vacant. Bewerber müssen in fremden Sprachen unterrichten können. Die Stelle bringt, da keine höhere Schule am Platze, 5 bis 600 Mark für Privatunterricht in Sprachen rc. Geeignete Reflectanten belieben ihre Zeugnisse recht bald an mich einzureichen. [4647] Salzkotten, 16. März 1883. J. H. (xoldschmidt, Vorsteher der israelitischen Gemeinde. Handels-Institut und Pensionat I. Ranges in Brüssel (Belgien), gegründet im Jahre 1863, 168—170 Chaussee d’Etterbeck, dem Park Leopold gegenüber, geleitet von Prof. L. Kahn. [2573] In einer gebild. Familie in Leipzig ist seine Penfion zu haben. Adr. unter C. F. 4514 nimmt Budolf Mosse, Leipzig entgegen. [4514] Israelit. Pensionat von I. Spier in Bocholt. Knaben, welche die hiesige Höhere Schule besuchen sollen, erhalten bei guter geistiger und körperlicher Pflege Nachhülfe in allen Schulfächern. Die Schüler können nach einjährigem Besuch der Sekunda das Zeugniß der Berechtigung zum einjährigen Dienst erlangen. [3461] M. Kahns Institut, München. Zu dem bevorstehenden Sommersemester können von heute an wieder Schüler in meine Anstalt eintreten. Dieselbe bereitet möglichst rasch für den kaufmännischen Berns vor. In meinem Penfionate finden auch SchAer anderer Anstalten Aufnahme. Näheren Ausschluß und Prospekte durch fM. 4568] W. KcrHn, Direktor, Thal 11.

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