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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-02-13 · Heft 7 (13.2.1883) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 7 (13.2.1883)
Date
1883-02-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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dttgemeirre Zeilung des Hudmlhmns. Ein nnyartciisches Organ für alles Wische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. GXpeöitiorr: Leipzig, Woßptcrh 18. 47. Juhrgung. Leipzig, den 13. Februar 1883. JVo. 7. | In revactionellen Angelegenheiren wende man sich an vr.L.PHilipPson in i Bonn direct, in allen übrigen an die Berlaashandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einznfenden. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig S Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste! Nr. SS) und Oesterreich bei allen Postämtern. außerdem durch den Buchhandel. 3} Inhalt. Leitende Artikel: Aus dem ungarischen Abgcordnetenhause. II. — Jüdische Helden aus Ungarn. — Auch die | Türkei fürchtet sich vor den Juden. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Bonn, Breslau, Leipzig, Gotha, Hannover. — I Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest, Preßburg, Nyiregyhaza. — Amerika: St. Louis. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Tie kauka * fischen Juden. (Fortsetzung.) £eitc'ii2e Clcltltcf. Bonn, 30. Januar. Aus dem ungarischen Abgeordnetenhause. ii. Die äußerste Linke oder, wie sie sich nennt, die Unabhängigkeitspartei hat also die bis jetzt in ihr vorhandenen anti semitischen Elemente endlich ausgestoßen (??), und hiermit den antisemitischen Führern jeden Boden im Parlamente entzogen. Dies mußte sich in den Debatten über die Tapolczaer Petition bekunden. Gerade die Reden der Führer der äußersten Linken müsien deshalb unsre Aufmerksamkeit aus sich ziehen. Zuerst von ihnen sprach Ludwig Mocsary. Er kann trotz der Resultate, welche die antisemitischen Hetzereien hier und im Auslande erzielt, die sogenannte Judenfrage als ernste politische Frage, deren Lösung als solche von der Legislative erwartet werden könnte, keineswegs betrachten. Rur in einer Beziehung könnte die Gesetzgebung an der Lösung dieser Frage theilnehmen und zwar durch Einführung der allgemeinen Zivilehe; diese aber muß in obligatorischer Form eingeführt werden, nicht aber so, daß es sich lediglich um die Ermöglichung der Ehe zwischen Juden und Christen handeln soll. So müsie die Emanzipation ergänzt werden und das wäre die Lösung der Judenfrage, wie sie seitens der Gesetzgebung in Angriff genommen werden müßte. Redner erwartet auch von diesem Mittel nicht, daß dasselbe binnen Kurzem alle Vorurtheile zum Weichen bringen werde, denn was 2000 Jahre verdorben haben, kann in wenigen Jahren nicht gutgemacht werden. Zwei Jahrtausende lang, sagt er, war das Judenthum verfolgt und unterdrückt, zweitausend Jahre lang war das Judenthum vaterlandslos und in dieser Zeit hat es Alles, was es an Anhänglichkeit, Liebe und Gemeinsinn besessen, seiner Religion zugekehrt. In dieser Epoche der Verfolgung und Unterdrückung haben sich einige seiner Eigcnthümlichkeiten tiefer ausgeprägt und gewisse seiner Merkmale sind typisch geworden, die sich aber, seitdem die Sonne der Freiheit auch dieser Konfession leuchtet, zu verlieren beginnen. Der Abgeordnete Jstoczy sagte gestern, daß die Juden unseres Vaterlandes seit der Emanzipation noch ärger geworden sind. Die Erfahrung lehrt das Gegentheil; denn seither haben die Inden Ungarns ausgehört, sich ausschließlich mit dem Handel zu beschäftigen; sie zeigen sich bereits aus allen Gebieten der Produktion; der j Fortschritt ist ein offenbarer und die Christen werden bald j Gelegenheit haben, auch aus anderem Gebiete von den Juden jjeiie Zähigkeit und Ausdauer zu lernen, der diese ihre Er- > folge bisher zu verdanken haben. Er wirst den Antisemiten vor, daß sie gar keine Lösung für die von ihnen aufgeworfene Frage wüßten; die Petition! nennt er eine „gesellschaftliche Verirrung", „die düsterste Reakj tion", und stimmt für den Bcschlußantrag des Petitionsantrags. — Hierauf nimmt der ausgezeichnete Führer derselben Partei Daniel Jranyi das Wort und spricht seine Ueberzeugung aus, daß das Abgeordnetenhaus die Tendenzen der Tapolczaer! Wähler mit riesiger Majorität zurückweisen werde. (All d

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