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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-01-23 · Heft 4 (23.1.1883) · p. Seite 53

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 4 (23.1.1883)
Date
1883-01-23
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
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53 mals zu bearbeiten nnd eine objektive Anschauung und Be-j ,, . M _ v ... urcheilung derselben t,«be,äutüt,ten. Dann mird di- LLri-, vic «»r-montaue Presse und die Tlßa-Lßl-rer des Herrn v. Treitschke nur als eine parteiisch- Vorstudie Ässaire. betrachtet werden. Auch innerhalb der menschlichen Kreise giebt es Ge Nachschrift. Obiges hatten wir soeben in die Druckerei. walten, die man, oft sür lange Zeiten, nicht zu überwinden gesandt, als uns durch befreundete Hand die Weserzeitung"! vermag, und die man deshalb hinnehmen muß, wie sie sind, vom 29. bis 31. Dezember v. I. zukam. Treitschke batte Schon seit mehreren Jahrzehnten hat cS sich die ultramontane sich veranlaßt gesehen, aus die Kritik des Prof. Baumgarten! Presse zum eifrigsten Geschäft gemacht, ihre Leser gegen die eine Erwiderung in seinen „Preußischen Jahrbüchern" zu gesammte Judenheit auszuhetzen, nnd keine Mittel gescheut, geben. Diese ist „mit ganz denselben Kunstgriffen, durch diesen ihren Zweck im vollsten Maße zu erreichen. Sie fand welche er in seinem Gefchichtswerke die beabsichtigten Effekte hierin eine ebenso eifrige Genossin in der reaktionären, beherbeizusühren sucht", abgesaßt. Dies weist der Gymnasial-! sonders in der orthodox protestantischen Presse. Die Bewegdirektor vr. Konstantin Bulle zu Bremen in vier Artikeln in gründe zu diesem konsequent durchgesührten Verfahren liegen der „Wcscrzcitung" gründlich nach, indem er ganz ans fak zu Tage. Es galt zunächst, den Grundsatz der Gleichbe tischem Boden die Willkürlichkeiten, Verdrehungen und Abrechtigung, aus welchem der moderne Staat sich ausbaut, und sichtlichkeiten Treitschke's ausdeckt und Pros. Baumgarten den der Syllabus verurtbeilt, wieder aus der Welt zu glänzend rechtfertigt. Wir können an dieser Stelle den Aus-i schaffen; es galt weiter das Judenthum als Religion immer einandersetzungen dieser Replik nicht folgen; aber es ist uns von Neuem in Mißachtung zu bringen, und jemehr dasselbe von Wichtigkeit, zu sehen, daß an anderen Beispielen das An der Neuzeit in seinen einfachen religiösen, sittlichen und Verfahren Treitschke's in derselben Weise gekennzeichnet wird, soeialen Lehren be und anerkannt wird, es desto mehr anwie es sich uns bei den die Juden betreffenden Ereignissen zuschwärzen. Endlich ist es die Tendenz dieser Presse, die darstellte. Wir geben daher hier nur das Urtheil wieder, zu Volksmasse nach den Konfessionen auseinanderzureißen, sie welchem Herr 7>r. Bulle gelangt: „Das Gefährlichste an dem! feindselig gegen einander zu stimmen und sie dadurch, jeden Buche Treitschke's aber ist das Operiren mit halben Wahrheiten, Theil in seinem konfessionellen Kreise festzubannen. Als ein das kunstvolle Gruppiren unangreifbarer Thatsachen und das besonders taugliches Mittel griff die ultramontane Presse Verschweigen dessen, was der Tendenz widerspricht. Wo es nach dem berüchtigten Pamphlet Rohlings „der Talmudjude." gilt, einen dunklen Punkt zu vertuschen, da wird mir einer Hier fand sie die willkommene Handhabe, um Judenthum Gewandtheit und Beredtsamkeit, die den geschicktesten Anwalt und Juden mit Schmutz zu bewerfen. Zwar erschien eine mit Neid erfüllen könnte, ein glänzender Ausfall nach einer ganze Reihe von Gegenschriften, welche die völlige Unwissenanderen Seite hin gemacht und alle Aufmerksamkeit von dem heit Rohlings im Talmud, seine Verdrehungen und Vergefährdeten Punkte abgelenkt. Wo sich ein tadelndes Wort fälschuugen nachwiesen, und zwar von christlichen, wie jüdian unerwünschter Stelle durchaus nicht vermeiden läßt, da scheu Autoren; von Franz Delitzsch, dessen Schrift bereits dämpft sich der Ton rücksichtsloser Schmähung, der gegen 7 Auflagen erlebt hat, wie jüngst von Jellinek, Güdemann, die Gegner angewandt wird, sofort zu bedauernder Entschul- Bloch u. A. Ties hilft weder bei Rohling, noch bei der digung oder kluggewählten Euphemismen. Irgend ein ernstes ultramontanen Presse. Jener fährt unverfroren fort, seine Bestreben, dem Gegner gerecht zu werden, ist kaum jemals Behauptungen zu wiederholen, nnd die ultramontane Presse, wahrzunehmen; die Schablone unserer Tage wird an alles sie für erwiesen auszugeben. So die „Germania", so die und jedes gelegt, und was hincinpaßt, für gut befunden, kleineren Blätter, z. B. die „Niederreinischc Bolkszeitung." was sich nicht fügt, so gereckt und zugeftutzt, daß es in seiner Denn was die übrige Welt von ihnen hält, ist diesen Leuten Verzerrung und Verstümmelung den abschreckenden und ge gleichgültig, wenn sie nur in ihrem Leserkreise ihre Lehren hässigen Eindruck macht, den der Autor anstrebt." Der Vers, und Ansichten befestigen. Sie rechnen dabei auf die zahlerkennt die ganze „verderbliche Tendenz", welche Treitschke, losen unkundigen oder schwachen Geister, zu denen die Geverdcrblich für die fernere Entwickelung Deutschlands. vergcnschriften nicht gelangen. Die protestantische Welt beachten folgt. Diese Ansicht von dem Geschichtswerke Treitschke's sie nicht, wie denn derselbe Rohling die Reformation und wird sich sicherlich immer mehr Bahn brechen. Reformatoren ganz wie das Judenthum und die Juden behandelt hat. Allerdings dürfen wir deshalb nicht ablasfen, unsren Protest zu erheben, die Lüge zu bekämpfen und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Aber die ultramontanc Presse überzeugen und zu einer Aenderung ihres Verhaltens bringen zu können, dürfen lvir uns nicht einbilden.

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