Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 3 (16.1.1883)
- Date
- 1883-01-16
- Page
- Seite 41 (sequence 9)
- Language
- German
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1 Unwissenheit und Lügenhaftigkeit Brafmauns uachwies. Das Zeit. — „ Gottes Stimme über den Wassern" Predigt am * hat allerdings nicht verhindert, daß die russischen Zeitungen Sabbath Chanukka in der Synagoge zu Bonn gehalten und sich immer noch auf dieses in einer neuen Auflage erschienene auf Verlangen dem Drucke übergeben von Dr. F. Cohn, Machwerk stützen. l)r. Seiberling, Ritter dreier russischer Rabbiner zu Bonn. (Ter Reinertrag ist zur Unterstützung der Lrden, vor einiger Zeit aus seiner Stellung entlassen und Rheinüberschwemmten bestimmt.) ^Bonn, Strauß 18*3.) Ein iit Wien verweilend, hat folgende Schrift erscheinen lassen: Wort zur rechten Zeit! ein tröstendes, aufrichtendes, stärkendes Gegen Brafmann's „Buch des Kahal" (Wien, 1882, Selbst- Wort! Wenn man aus der Synagoge zu Bonn tritt, da hatte verlag). Das Buch ist gleichzeitig in deutscher und in russischer man jetzt unter sich die bis an die Grundmauern tobenden Sprache erschienen, und enthält die Artikel: lieber den Talmud, Finthen des Rheins, und vor sich eine weite, weite Fläche über Brafmann's Frage, von welcher Bedeutung das Landes- bis an die fernen Berge von dem wallenden, strudelnden, gesetz für einen Juden sei? über das von Brafmann unter reißenden Gewässer bedeckt, aus dem die Menschenwohnungen dem sonderbaren Titel: „Meropie" erdichtete jüdische Recht, herausblickten wie Inseln, welche das wachsende Element jeden über die Gebctsformel Kol-Nidre. Die sänuntlichen Artikel Augenblick zu überströmen oder hinwegzuschwemmen drohte, sind mit großer .Klarheit und Sachkenntniß abgefaßt. Möchte Da ihat ein warmes Wort von geweihter Stelle uns Roth — diese Schrift die Wege der Verbreitung in vollstem Maße finden, und dieses Wort hat Dr. Cohn in beredter, geist- und ge — Von dem, in so großer Ausdehnung segensreich wirkenmüthvoller Weife gesprochen, hinweisend auf die Allmacht den Schulbuche: Jesoilo bn tbora. Glaubens- und Sittenlehre Gottes, auf die Liebe zu Gott und zur Menschheit und das für iSraelit. Schulen. Von Dr. S. Heryheimcr (Leipzig, Vertrauen auf Gottes Hülfe! Tie Predigten Cohn's erfreuen Roßberg) ist die 2!>. Auflage erschienen. Vermehrt ward diese sich schönen Erfolges sowohl durch ihre eorrecte Form als Auflage am Schluffe durch ein kerniges Wort über die neueste durch die warme Begeisterung, die sie beseelt. L a h t ii cj > ii ac zic Jci^. Deutschland. Berlin,?>. Januar. (Privatmitth.) Wer den Beweis zu haben wünschte, daß der antisemitische Geist auch aus dem Theile des Berliner Volkes geschwunden ist, der ihm in den verstossenen Jahren Kehle und Faust zu leihen geneigt war, konnte sich hiervon in der Sylvesternacht überzeugen, wenn er sich derselben vor zwei Jahren und selbst im vorigen Jahre erinnert. So schreibt die „V. Z.": — „Tie diesjährige Sylvesterfeier, soweit sie aus den Straßen und Plätzen unserer Hauptstadt stattfand, war eine wesentlich ruhigere, als in den vorhergegangeucn Jahren und durch keinerlei gröbere Excesse ausgezeichnet. Trotzdem unter den Linden und den angrenzenden Straßen, speciell in der Friedrichstraße, sich das Publikum in dichten Schaaren cingcfunden hatte, herrschte doch überall eine wohlthuende Gemüthlichkeit. Man war seelenvergnügt, nichts mehr und nichts weniger; skandalsüchtige Elemente wurden durch die allgemeine friedliche Stimmung schnell unterdrückt, so daß die stark aufgebotene Schutzmannschaft, die Oberst Herquet kommandirtc, und das Publikum die ganze Nacht über im besten Einvernehmen blieben." Mag daher Stöcker in seinen „christlichsocialen Versammlungen vor dem kleinen Häuflein, das ihm anhängt, seine Phrasen loslasfen: Sie finden keine Beachtung mehr und Niemand nimmt von ihnen Notiz. — Die Stadtverordneten-Versammlung hat in ihrer heutigen ersten Sitzung mit 102 von 112 Stimmen Dr. Straßmann zum Vorsteher wiedergewählt. — Herr Stadtrath Magnus feierte vorgestern das Jubiläum seiner fünfundzwanzigjährigen Mitgliedschaft im Aeltesten- Kollegium der Berliner Kaufmannschaft. Herr Stadtrath Magnus ist seit seinem Eintritt in das Kollegium ununterbrochen in demselben thätiz gewesen und hat sich dabei durch seine Arbeitskraft und Arbeitslust sowie durch seine Sachkeuntniß die mannigfachsten Verdienste erworben; bekannt ist z. B-, daß er an dem Jahresbericht der Kaufmannschaft stets mit besonderer Hingebung mitgearbeitet hat. Ter Jubilar hatte sich zwar jede Ovation verbeten, die drei Vorsteher des Aeltesten-Kollegiums hatten es sich aber doch nicht nehmen lassen, dem verehrten Kollegen ihre Glückwünsche in Form einer kunstvollen Adresse darzubringen. — Als Stöcker auf dem Dresdner Antifemiten-Kongreß äußerte, daß, wenn man das deutsche Volk befrüge, viel eher die Antisemiten als die Juden zur Auswanderung genöthigt würden, glaubte er wohl nicht, daß die Verwirklichung seiner Aussage für manchen der wüthigsten Antisemitenführer so nahe sei. Wenigstens hat dieses Schicksal einen der ersten Urheber der berüchtigten Bewegung bereits getroffen. Dr. Bernhard Förster hat mit Heinrich Quistorp am Neujahrstage die Reise nach Paraguay angetreten, wo sie ein „Neu-Germanien" gründen wollen. Glück auf den Weg! Tie bekannte Omnibusfahrt des Dr. Förster mit Freund 3