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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-11-29 · Heft 48 (29.11.1881) · p. Seite 803

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 48 (29.11.1881)
Date
1881-11-29
Page
Seite 803 (sequence 15)
Language
German
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808 ehren die Indianer Lo ack (Licht) Jsch-ta-hula aba, deutlich Hebräisch, nämlich den größten, höchsten, wohlthätigen, heiligen Geist des Feuers, welcher in der Höhe wohnt (?). — Adair, > welcher im vorigen Jahrhundert 40 Jahre unter ihnen lebte,! behauptet, daß alle von den Heiden bei ihren religiösen Ge- | bräuchen gemachten Geberden ihnen fremd sind. Sie küssen! keine Idole. Ihre Benennung für Gott ist Jstohulo, das! Hebräische Esch-Eschys, von Jschto, groß (?; ein derartiges i Wort ist uns unbekannt). Sie haben aber eine andere Benennung, die bei ihnen, wie bei den Juden, der gehcimnißvolle wesentliche Name Gottes ist, welchen sie aber nie in der gewöhnlichen Sprache aussprechen, sondern nur, wenn sie ihre heiligsten Gebräuche ausüben, und dann auch nicht auf einmal, sondern silbenweise. So singen sie bei ihren Tänzen, bei ihrem Feste der Früchte Mcschya das hebräische Maschiach, Messias. Auf dieselbe Weise singen sie bei gewissen religiösen Feierlichkeiten Cilyo, welches das hebräische El, Gott, bedeutet. Den Blitz nennen sie Eloah und das Rollen des Donners Ronsah vom hebräischen Ruach, Geist, j Sie rechnen nach Monden und sprechen wie die Juden ein! Gebet über den Mond Bircat Halebanab. Sie haben ihre i Propheten und Hohepriester, wie die Juden sie hatten; bie j Lade führen sie wohl bewacht in den Schlachten mit sich, sie setzen dieselbe nie unmittelbar auf den Erdboden nieder, sondern stellen sie entweder auf Steine oder Baumstücke. Ein anderer Reisender, Long, erzählt, daß Niemand alle Hüllen der Lade entblößen darf, es existirc bei ihnen eine Tradition, der zufolge einst die Neugierde drei verschiedene Personen anreizte, die geheimnißvoüe Schale zu untersuchen. Sogleich seien sie wegen ihrer Entheiligung mit Blindheit bestraft worden. Dieselbe Strafe wurde den Juden angedroht, für den Fall, daß sie das Allerheiligste anblickten. Ter heiligste, von allen Juden gleich streng gehaltene Festtag ist der Versöhnungstag, der gewöhnlich in den Monat September oder Anfangs Oktober fällt; ein eben solches Fest aus ähnlichen Gründen (Versöhnung der Sünden, offenes Bekenntniß, Reue rc.), und beinahe zu derselben Jahreszeit feiern die Indianer; seit der Zerstörung des Tempels halten die Juden keine Opfer; es war aber in alten Zeiten bei ihnen Gebrauch, täglich ein Stück eines Lammes zu opfern. Diese Ceremonie wird von den Indianern genau befolgt; wenn der Jäger sein Wigwam verläßt, um auf die Jagd zu gehen, verrichtei er ein Gebet, daß der große Geist ihn zur Hcrbeischaffung der Nahrung für Frau und Binder helfen möge; und kehrt er mit einem Stück Wild zurück, so erlaubt er Niemandem, möge auch der Hunger noch so groß sein, etwas davon zu kosten, bis er ein Stück von dem Fleische abgeschnitten hat, welches er als Opfer in's Feuer wirft und dabei ein Gebet verrichtet. i Wie die Juden, so salben sich auch die Indianer mit j Bärenfett. — Sie enthalten sich, ganz übereinstimmend mit j dem mosaischen Gesetze, das Blut irgend eines Thieres zu ressen, verabscheuen Schweinefleisch, essen keine Fische ohne j Schuppen und halten viel Thiere und Vögel für unrein.! Edwards macht in seiner Geschichte Weftindiens aus die! überraschende Uebereinstimmung der Boruriheile und Gebräuche! der Caraiben-Indianer mit den Gebräuchen der Juden aus merksam und führt an, daß die Orinoco-Indianer ihre aus j Ehebruch ertappten Weiber, wie bei den alten Israeliten, vor der Volksversammlung zu Tode steinigen." So weit die Worte der „Blätter für den häuslichen Kreis". Was uns betrifft, so glauben wir nicht, daß ein so sittlich vollkommenes Volk, wie die alten Juden, zu einer so niedrigen Bildungsstufe, wie die der Indianer, finken kann und selbst, wie dies von den alten Bewohnern Mexico's erwiesen ist, z. B. Menschen opfert. Immerhin aber ist es zu bedauern, daß die Wissenschaft der Ethnographie und Philologie noch barbarischen Völkern, wie den Ureinwohnern Amerikas und Ausstraliens, so wenig Aufmerksamkeit schenkt. Eines, glauben wir bestimmt, würde durch die erwähnten Wissenschaften ertviesen werden, die Abstammung der Menschen von Einem Menschenpaare, wie es die h. Schrift lehrt. S. L.r. i (Daß das zweite Buch Esra aus einen historischen Werth > gar nicht rechnen kann, brauchen wir nicht erst zu sagen. Die j ganze Sage schwebt deshalb in der Luft. Die Mengerei von! Uebereinstimmung in Gebräuchen und Sitten wäre von wirklich Kundigen erst kritisch zu untersuchen. Denn daß der, welcher : von einer Hypothese ausgeht, Vieles sieht, was er sehen will, I ist hinlänglich bekannt. Dennoch fragen wir unsere Freunde j in Amerika, ob seit der angegebenen Zeit neuere Schriftsteller in Amerika auch hiervon gefabelt haben? Redakt.) Zu der hier vacanten Stelle eines Schächters, LantorS und RellgiouSlehrerS wollen geeignete Bewerber unter Einsendung von Abschriften der Befähigungs-Zeugnisse sich melden. Honorar 75,0 bis 1000 M., Nebenrevenuen circa 500 M. Reisekosten werden nicht entschädigt. [17292) Tost, Ob.-Schl.. im Novbr. 1881. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Anzeigen. Zum Frühjahr wird in Köln für einen Haushalt von 5 Personen eine gcb. Dame gesetzten Alters als [17070] Haushälterin und Repräsentantin gesucht. Offerten mit Referenzen sul> X. 17070 befördert Badoir Mosse, Leipzig. Kine geprüfte Lehrerin (mosaisch^, die in fremd. Sprachen, Musik u. f. Hand arbeit unterrichtet, 4 Jahre a. e. Stelle, wünscht z. l. April in ein. respectabl. Familie Stellung; z. m. %vl.*farobsoltn. II 'allensen bei Hannover. [B. 1751 ] Als Heirathsvermittler in f. j Häusern empf. sich A. Melmk, Klosterstr. 8,9. [B. 17522]

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