Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 47 (22.11.1881)
- Date
- 1881-11-22
- Page
- Seite 781 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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781 Der New-Orleans- und Chicago-Eisenbahnzug brachte die Lev,'-e mit elektrischem Lichte erhellt, was einen angegestern die ersten russisch-jüdischen Emigranten hierher, ein nehmen Eindruck auf diese Fremdlinge machte, die unter Transport von sieben jungen Leuten, die, wie Herr Salomon lautem Hurrahrusen um 8 Uhr an Bord zogen. Unter den- Marx, der Vorsitzer des Empfangs-Comite's, uns mittheilt, selben befinden starke, kräftige und wohl aussehende Burschen und von dem Heute segelten gewöhnlichen Typus der Polen oder Russen ganz und gar nach hier ab. verschieden sind. Sie sind, wenn auch nicht fein, doch 1110=; dern und anständig gekleidet und von sehr gefälligem Aeußern,i Bonn, 6. sich tüchtige Kräfte und aufgeklärte Köpfe, eine Partie per Dampfer von New-Bork Nov. (Notizen.) Man schreibt uns aus sprechen recht gut deutsch, sind jedoch im Russischen und Heb- Goli-Jenikau: Am 20. v. M. verschied hier im 87. Lebensräischen natürlicher Weise bester bewandert. Der jüngste dieser Einwanderer, Berl. Jankilevie, 18 Jahre alt, in Kiew geboren, hat das Gymnasium besucht und 6 Klasten passirt, liest und schreibt lateinisch, griechisch, deutsch, türkisch, russisch, hebräisch und französisch, und ist der Schützling seiner Kameraden. Zacharias Bernadie, 24 Jahre alt, aus Elisabetgrad, jahre der in weitesten Kreisen bekannte und verehrte R. Aron Kornfeld, auch nach seinem Wohnorte R. Aron Jenikau genannt. Er verband mit materiellen Gütern ein reiches talmudisches Wisten und stand Jahrzehnte hindurch einer viel' besuchten talmudichen Hochschule vor. Kornfeld war das j Muster eines wahrhaft frommen, friedfertigen Mannes, dein nichts verhaßter war als Fanatismus und neu-orthodoxe In einer Stadt von circa 40,000 Einwohnern, gebürtig, sagt,! toleranz. An seinem Leichcnbegängniß, das am 80. v. M. daß dieselbe vollständig niedergebrannt sei; hatte ein Spezerei-! stattfand, betheiligten sich viele Rabbiner und die Vertreter Geschäft daselbst.! der meisten Gemeinden des Landes. Außer dem Ortsrab Naphtali Moravcic, 10 Jahre alt, war im Tabaks-Ge- > biner, Herrn C. Spitz, hielten die Herren Oberrabbiner Hirsch schüft in Radzovill; sein Bruder Seligman Moravcic, 24 aus Prag, Kreisrabbiner 16. Pollaczek, Rabbiner Lengsfeldcr Jahre alt, war 4 Jahre in russischen und türkischen Dienstenaus Reichenau und Gugenheimcr aus K'ollni Leichenreden, als Sergeant, besitzt die Medaille des türkischen — Man schreibt aus Eschwege. Herr Kreisrabbiner ©oft; ordens und das rumänische eiserne Kreuz: ^Vrt-/.»-rin Ounnri-l-, > mann dahier begeht am 1. Decembcr d. I. sein 50jähriges in Folge seiner ausgezeichneten Dienstesleistungen. Hirsch Tabacnic, 10 Jahre alt, Clerk, und Samuel Bernstein, Barkeeper, 22 Jahre alt, sind ebenfalls aus Radzovill und sehr nett aussehend. Diese und Samuel Bernstein. 30 Jahre alt, Böttcher, aus Neu-Constantin, bilden ein Septett, dessen Gesangsweisen mit denen der babylonischen Gefangenen wohl übereinftimmcn mögen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese jungen und kräftigen Naturen bald Meister ihrer Lage und nützliche Bürger dieses Landes werden. Vorläufig sind sie bei Herrn Meyer, No. 106 Basin Straße, nahe Lafayette, einguartirt, woselbst für sie bestens gesorgt wird. Heute statten sie einen Besuch in der polnischen Synagoge an Carondelet Straße, nahe Poydras, ab, um Gott für ihre glückliche Ankunft hier zu danken, und werden sobald als möglich sich ihren Erwerb zu erlangen suchen, wozu das Comit<> ihnen behülflich ist. Dienstjubiläum, worauf Freunde, Gönner und Verehrer desselben hierdurch aufmerksam gemacht werden. — Wir kom men zu dem seltenen Feste, von dem wir schon gesprochen, noch einmal zurück, um so mehr, da der Jubilar auch für seine väterliche Religion stets den wärmsten Sinn bekundet hat. In Berlin, im Kreise seiner Familie beging, 83 Jahre alt, der Geheime Sanitätsrath I)r. Martin Stcinthal die Feier seines sechzigjährigen Doctor-Jubiläums. Zahlreiche briefliche und telegraphische Glückwünsche — wir er wähnen unter letzteren nur denjenigen des Oberpräsidenten v. Horn — erfreuten den Jubilar, welchem auch die besonderen Ehrenbezeugungen vieler Vereine und Corporatioucn zu Theil wurden. Die medicinische Facultät hiesiger Universität, vertreten durch die Herren Professor I>r. Westphal und Geheimen Rath Nr. v. Langenbeck, gedachte der früheren segensreichen und lehrreichen Wirksamkeit des Jubilars in Vom 23. Oktbr.: Freitag langten ungefähr 20 junge! anerkennenden, warmen Worten, wofür derselben Seitens des Leute hier an, die von Herrn S. Marx, der seine Dienste, Jubilars in geistiger Frische herzlich Dank wurde. In glcidiesem guten Zwecke wie immer unentgeltlich widmet, em-cher Weise feierte die Hufeland'sche Gesellschaft den Ehrentag pfangen und auf Kosten des Comitös beherbergt und gekleidet ihres Mitgliedes, wie auch die Gesellschaft der Freunde, durch wurden. Eine Sendung Emigranten, aus 32 Personen beeine kunstvoll ausgeführte Adresse, und der gesellige Verein stehend, wurden durch ein Mißverständniß direkt nach Frankder Gesellschaft der Freunde durch Deputationen ihren Glücklin, La., befördert und langten gestern Abend 7 Uhr hier wünschen Ausdruck gaben. Wenn der würdige und allseitig wieder an. Herr Marx sandte dieselben nebst 18 anderen per geehrte Jubilar auch — seines hohen Alters wegen — auf Dampfer Scudder nach Greenville, Miss., woselbst sie freunddie praktische Hebung seines Berufes hat verzichten müssen, liche Aufnahme finden. Der Capitän dieses Dampfers hatte hat er doch seine Thätigkeit den wissenschaftlichen Bestrebun-