Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 43 (25.10.1881)
- Date
- 1881-10-25
- Page
- Seite 707 (sequence 3)
- Language
- German
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707 Dutzend jüdischer Redakteure. Und, fragen wir, was könnten und anderen Landesbewohnern vereinigen und dadurch ihre, wir Juden, selbst wenn wir den Willen dazu hätten, auf diese schon genug gefährdete Religion corrumpiren? (Esra 4.) Männer für Einfluß üben? Nicht den geringsten. Auch hier War mit Antiochus etwa ein Bund zu flechten, und hatten liegen Thatsachen vor. Als das Austrittsgesetz durch den Eindie Makkabäer Unrecht, sich ihm zu widersetzen? In Jerusluß Lasker's in das preußische Abgeordnetenhaus kam, hat^salem gab es zur Römerzeit Politiker, welche mit Rom versich die ungeheuere Majorität der preußischen Juden gegen j handeln und sich vertragen wollten. Wären sie durchgedasselbe erklärt, und viele jüdische Autoritäten suchten die! drangen, so wäre wahrscheinlich das Judenthum zu Grunde Nichtannahme desselben zu erwirken. Die Abgeordneten aber,! gegangen. Denn die erste Bedingung der Römer oder die die dem Judenthume angehören, ließen sich nicht im ge-> erste Handlung ihrer neuen Herrschergewalt wäre die Aufringsten hiervon beeinflussen und traten für jenes Gesetz ein. Es kann daher nur aus völliger Unkenntniß der Sachlage entstehen, daß man den Juden das Thun oder Lasten einiger Abgeordneten oder Redakteure aufbürdet, wenn man dastelbe mißbilligt. Im Uebrigen darf bei der Beurtheilung dieser Männer niemals außer Acht gelassen werden, daß der Reichskanzler, wie er es selbst ausgesprochen, seinen früheren Weg verlassen und einen anderen eingeschlagen hat. Daß ihm hierbei nicht alle Volksvertreter folgen und auf seine Autorität hin ihre Ansichten und Prinzipien wechseln können, ist einleuchtend; niemals aber wird es zu billigen sein, wenn ein Vertreter des Volkes oder der östentlichen Meinung blos aus persönlichen Utilitätsrücksichten wider seine Ueberzeugungen handelt. Hiermit glauben wir die Ansicht unserer amerikanischen stellung der goldenen Bildsäulen der Kaiser und ihre Verehrung als Götter im Tempel gewesen, und bei der Völkerfluth, die über Borderasicn hereinbrach, wären Tempel und Volk vernichtet, oder höchstens zu einem, den Samaritanern gleichen erbärmlichen Dasein verurtheilt worden. Während des Mittelalters haben die Juden sich geschmiegt und gebeugt, so viel sie nur konnten, nur brechen ließen sie sich nicht. Bewundernswerth ist gewiß der politische Instinkt, den die Juden in neuerer Zeit in allen Kulturländern bewiesen, indem sie sich überall mit überraschender Schnelligkeit dem Vaterlande und der Nationalität anschlosten, die ihnen Raum zur Kultur gewährten. Also nichts für ungut, werthe Freunde jenseits des Oceans; aber gerade das, was Ihr uns vorwerft, müssen wir entschieden ablehnen. Andere Uebel sind vorhanden; und Oie jüdische Sevölkerung in Preußen. Es liegt auf der Hand, daß unter den in Preußen Freunde klar und einfach widerlegt zu haben, und wir er-■ hoffen wir, daß die Prüfung, die über uns gekommen, läusuchen sie, unsere Bemerkungen ernstlich zu prüfen. Wenn ternd und veredelnd einwirke, unser Correspondent schließlich den Juden überhaupt Mangel! an politischem Blick zuschreibt, was er hoffentlich auf die! Gesammtheit, nicht auf Einzelne bezieht, so mag er hierin völlig Recht haben. Im Allgemeinen scheint es uns jedoch, daß man von irgend einer ganzen Bolksmaste „politischen Blick", ja nur politische Instinkte nicht fordern kann. Eine Volksmaste ist politisch immer eine unbeholfene Maste. Sonst würden die Völker nicht immer und immer wieder auf Irrwege gerathen sein, und Demagogen mit ihren Schlagwörtern und Phrasen nicht so großen Einfluß auf die Masten erlangen können. Bei der Bestimmtheit der Aufgabe, welche gegenwärtig für die Juden obwaltenden Um- und Zuständen der jüdische Stamm zu lösen hatte und bei der er sich säst die statistische Erhebung über die confessionellen Bevölkeimmer in einem schroffen Gegensatz zu den jeweiligen Machtrungsverhältniste eine besondere Aufmerksamkeit auf sich zieht, habern befand, war es ihm gar nicht vergönnt, politisch zu Wir stellen deshalb die Ergebnisse der Volkszählung vom 1. agiren. Schon Moses half keine Diplomatie, weder in Dezember 1880 nach den officiellen statistischen Veröffent- Egypten, noch Edom, Sihon und Og gegenüber, von denen lichungen hier zusammen, gebeil aber auch zur Vergleichung er durch diplomatische Verhandlungen den friedlichen Durchdie Zahl der Juden nach der Volkszählung vom 1. Dezember zug nicht erlangte, obschon er selbst das Wasser bezahlen 1871, und zwar aus der Zeitschrift des „Kgl. Preuß. statist. wollte, das Israel trinken würde. (4. Mos. 20, 17 ff.) Bureaus" 14. Jahrg. Heft II und III ^Berlin, 1874). Wir besitzen von Jephta ein vorzügliches diplomatisches Do- Das desinitive Resultat der letzten Volkszählung vom 1. kument, das jedoch ganz erfolglos blieb. (Richter 11, 14 ff.) Dezember 1880 für den Staat Preußen ergiebt eine Ge- Als David des Friedens willen Gesandte nach Moab schickte, sammtbevölkerung von 27,278,011 Seelen. Bei der am wurden sie auf's Gröblichste mißhandelt. (2. Sam. 10, 1 ff.) 1. Dezember 1871 vorgenommenen Volkszählung 24,630,700 Sollten die zurückgekehrten Juden sich mit den Samaritanern also innerhalb 0 Jahren eine Vermehrung von 2,630,205. 43*