Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 40 (4.10.1881)
- Date
- 1881-10-04
- Page
- Seite 665 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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665 ehemaligen Bewohner Phöniziens und Palästinas für die aus dem Felsen gehauenen Monolithmonumente: die Natur des! Landes hatte diese ihnen eingeflößt. Man kann sich sehr gut erklären, wie diese sich in einer Gegend ausgebildet hat, wo Alles Felsen ist, wo die Steine in außerordentlicher Menge lagern, wo zu Aufang die Grotten sicherlich die ersten Wohnstätten waren. Die jüdische Kunst unterlag dem Einfluß der Umgebung, in der sie entstand. Bor keiner Schwierigkeit schrak sie zurück: die enormen Monolithen, welche sie errichtete und welche ihren Monumenten den Anschein wirklicher Berge gab, sowie die Kühnheit, mit welcher sie den Felsen aushöhlte, rührten von einer instinktiven Nachahmung der Wirklichkeit her. Später kamen die fremden Verzierungen zu dieser mäßigen Architektur, jedoch ohne ihr mehr Grazie zu verleihen. Wer weiß, ob nicht selbst die Sitten der Juden durch den Charakter des Landes, welches sie bewohnten, beeinflußt wurden? Indem man Palästina durchstreift, erklärt man sich ohne Mühe, daß die Steinigung die Hauptstrafe bei ihnen war. Bei einem Volke, das inmitten eines Steinoceans lebte, mußte, wenn ein Verbrecher oder ein Feind sich zeigte, die erste Bewegung die sein, sich zu bücken, um ihn durch Wurfgeschosse zu tödten, die sich zu Milliarden ihren rächenden Händen boten. Nie können natürliche Waffen Allen handgerechter bereit liegen! Eine gewisse Härte der Sitten mußte aus den Lebensgewohnheiten entstehen, welche die physische Beschaffenheit Palästinas bei den Völkenr, welche darin wohnten, hervorries und erhielt. Man kann den Berg Zion besteigen, wenn man von den Köuigsgräbern zurückkommt oder auch direkt aus dem Thale Josaphat. Der erstere Weg ist der angenehmere. Bevor man auf dem Berge Zion angelangt, kommt man über den Berg Scopos, von wo die Aussicht prachtvoll ist. Man beherrscht von der einen Seite Jerusalem, das mau mit einem Blicke vollständig übersehen kann und daß von hier aus einen Eindruck hervorruft, wie man ihn, wenn man es ganz nahe sieht, nicht erhält. Alle Uebelstände, welche unangenehm auffallen, wenn man in der Stadt selbst ist, verschwinden von dieser Höhe aus. Man ist überrascht von der Schönheit der Umfassungsmauer, von der Menge der weißen Begräbnißplätze und der nicht minder weißen Minarets, welche in der Sonne erglänzen; die reizende Anmuth der Moscheh von Omar, welche sich durch ein lebhaftes Relief von den Bauwerken des Berges Moriah abhebt, entzückt .das Auge. Hinter Jerusalem breiten sich amphitheatralisch die Steinberge bis ins Unendliche aus. Wenn man sich nach der entgegengesetzten Richtung wendet, wechselt der Anblick vollständig. Man bemerkt am Horizonte die Berge von Moab in eine Art blauen Duft getaucht; das todte Meer, dessen Reflexe noch blauer sind, erstirbt langsam in eleganter Schlangenlinie in dem ungeheuren Thale des Jordans; dann verliert sich das Thal selbst weithin in einem stets blauen Nebel, dem schönsten Blau, das man träumen kann. Vom Berge Scopos kommt man zum Berge Zion und zwar in wenigen Minuten. (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. Tm werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- XII Pv/1 €\t tv folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingeben. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von R. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. Töchter-Pensionat und Lehrerinnen«Seminar. Aufnahme von Zöglingen jeder Zeit, d. einzige derartige israel. Institut Deutschlands. Frau Therese Gronau, [1-2859] Berlin, In den Zelten 1-2. I Höhere Töchterschule und Pensionat I von Mw. ’' in Binpn i lein. 1 Beste Referenzen. — Mäßige Bedingungen. st'. 12869 I Beginn des Wintersemesters am 18. October. Pensionat und höhere Töchterschule von Frau Dr. Leverson. Hannover, Thiergartenstr. 4. Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. Näheres durch Prospecte. [1-2-271[ Handels-Institut und Pensionat in Brüssel (Belgien) 168—170 Chaussee d’Etterbeck, dem Park Leopold gegenüber, geleitet von Prof. K. Kahn (gegründet im Jahr 1863). Das Wintersemester beginnt am 18. October. [13516 Israelitisches Wenstonat rmd höhere Tochter-Schule von Frau Schauer in Mainz. Das nächste Wintersemester beginnt in dieser Anstalt am 10. October 1881. Wegen Prospecte und anderweitiger Auskunft wende man sich gefälligst an obige Adreffe. [14131] Immeubles en Suisse d’agrement et de rapport. Ventes et achats. Locations-Placement de fonds. Maison recommandee. [r3473 Ed. Olivier-Cremieux, Regisseur. 21. Corraterie Geneve. 935940