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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-09-13 · Heft 37 (13.9.1881) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 37 (13.9.1881)
Date
1881-09-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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einerne Zeitung des Iudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. 1 Diese Zeitung erscheint wöchentlich, i Preis Vierteljährig 3 Mark. Abonnei ment in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 12) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Herausgegeben von Nabbiner Dr. Ludwig Phiüppson in Borul. Expedition und Verlag: Bauingärlner's Buchhandlung in Leipzig. > In redactionellen Angelegenheiten j wende man sich an Nr.ll.PlMippion i»! i Bonn direct, in allen übrigen an die I; Bcrlagstiandlu.ig. Beilage» i@ebiihr j 13 M > sind gleichfalls a» letztere ein zusenden. 45. Hahrgllllg. Leipzig, den 13. September 1861. JVo. 37. Inhalt. Leitende Artikel: Was Hab?» wir gegenwärtig zu rhun? — Tie evangelisch lutherische August - Conferenz in Berlin. Die ausländischen Juden in Rußland. — Petition der Juden in Rußland. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Grandeliz, Danzig, Jastrow, Leobschütz. Bromberg, Homburg, Aus Kissingen. — Oesterreich- Ungarn: Prag. — Holland: Amsterdam. - Frankreich: Paris. — Spanien: Aus Petersburg. — Rußland: Petersburg. — Türkei: London. — Bonu: Rotizen. — Feuilleton: Gerichtsverhandlungen. •Xcttc-uOc Ärlilrat. Bonn, 7. September. Was haben wir gezeuwärlig zu Ihun? Die „evangelisch-lutherische August-Conferenz" in Berlin, über welche wir w. u. berichten, hat das Berdienft, uns über die gegenwärtige Situation volle Klarheit gebracht zu haben. Es ist nicht mehr zweifelhaft, daß bie Eonservativen, wenigstens der rechte Flügel derselben, unter der Führung des Herrn v. Kleist-Retzow, einen Antrag auf Beschränkung der Gleichberechtigung der Juden einbringen werde, fei es in den Reichstag, fei es in den preußischen Landtag. Tie von der Conferenz einftiininig angenommene Resolution nennt dies: „die absolute Gleichberechtigung zu einer rela tiven" machen. Es klingt dies wie ein Hohn auf die Gleichberechtigung, welche als solche mit jeder Beschränkung und Ausnahme aufgehoben und in das Gegentheil gewandelt wird. Man könnte in gleicher Weife das^ Sklaventhum eine „relative Gleichberechtigung" nennen, da den Sklaven das Recht Luft zu schöpfen, das Licht zu schauen und den Boden zu betreten gewahrt bleibt. Tiefes, von jener Konferenz unumwunden bekannte und in confervativen und antisemitischen Versammlungen und Schriften oft genug besprochene Vorhaben verändert auch die Situation der Juden, den feindlichen Wühlereien gegenüber. Diese letzteren, da sie immer noch als Werk Einzelner oder gewisser Gruppen anzusehen waren, konnten die preußischen Bürger jüdischer Religion noch nicht veranlassen, in gemeinsamer Weise aufzutreten und gemeinsame Schritte dagegen zu thun. Es konnten wenigstens einige Gründe hiergegen anführt werden. Jetzt ist die Lage , eine ganz andere geworden. Wir haben Schritte bei den gesetzgeberischen Faktoren zu erwarten, welche mehr oder weniger die Gleichberechtigung beseitigen und von Neuem Ausnahmegesetze und Beschränkungen wieder Herstellen wollen. Es handelt sich nicht mehr um eine Petition, die in irgend einem Winkel der Reichskanzlei Unterkunft findet, sondern um Gesetzentwürfe, die bei den Parlamenten eingebracht wer den sollen. Hier ist es, wo ein Argument seine volle Geltung gewinnt, das wir bereits wiederholt ausgesprochen ha-; beit. Die Gleichheit vor dem Gesetze ist das Fundament des 1 modernen Staates, ist der Eckstein der preußischen und der - deutschen Verfassung. Sobald dieses Fundament, dieser Eckj stein zerstört wird, ist nicht allein der Rückgang in den mittel ' alterlichen Staat, in die Stände-, Klassen- und Berufsunter schiede mit Monopolen und Privilegien eröffnet und geebnet, sondern, da es sick mit dem neueren Geiste und dem ganzen Wesen der neueren Gesellschaft nicht ipielen laßi. ein unabsehbarer Kampf im Innern des Staates und der Nation in sichere Aussicht gestellt. Hier gilt es also, sich dem Anfang, d. i. der Aufhebung der Gleichberechtigung für die Bekenner des Judenthums auf's Kräftigste zu widersetzen. Es ist deshalb du'.chaus kein speziell jüdisches Interesse, sondern :as Gesammtwohl des Vaterlandes, welches insbesondere die Jns den ausfordiit, sich, soweit wie möglich, dein Untiine : inen. 37

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