Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 35 (30.8.1881)
- Date
- 1881-08-30
- Page
- Seite 577 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Einrichtung treffen, daß sie Kost und Wohnung finden und zur Förderung der Humanität und Toleranz beitragen?" nicht gezwungen werden, aus Sorge um ihren Unterhalt der Versammlung vor. Dieselben lauteten: ihren Ort zu verändern und also den Unterricht in der 1. Die Schule ist die geistige Amme des Kinde» n:-;. christlichen Religion aufzugeben. Man will sich vorläufig »-cor« iS xnprauf „drei oder vier Betten" beschränken, hofft aber großen 2. die Schule ist das rechte Saatfeld der Religion, also Segen von der Einrichtung. J auch der Humanität und Toleranz. Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht umhin, das ge-i 3. Speciell ist es die israel. Schule, weil beide von nannte Blatt, welches stets warm, innig und voruriheilsfrei Religion und Erfahrung geboten werden. für unsere Sache eintritt, allen Lesern dieses Blattes aufs Wärmste zu empfehlen. Das Fremdenblatt ist heute das gelesenste Blatt hier und in Schleswig - Holstein und wird in ausgezeichnetster Weise rcdigirt. Leipzig, 17. Aug. Das „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" Nr. 184 vom 11. August enthält folgendes Inserat: Die dem Buchhändler Herrn Otto Hentze in Berlin, Friedenstraße 15, seiner Zeit übergebene« Statuten der Antisemitenliga sind ungültig, und ist demselben der fernere Verkauf entzogen. Berlin, den 3. August l68I. Der Ausschuß der Antisemitenliga. Herr Henzc hatte ein reichhaltiges Lager von Brandschriften gegen die Juden ctablirt, was eine Zeit lang ein recht oortheilhafies Geschäft war! Emden, 13. Aug. (Eingesandt.) Hinsichtlich der Redaktionsbemerkung zu der Corresp. aus Emden in Nr. 32 müffen wir erklären, daß der Bezeichnung „Asyl für glaubenstreue Israeliten" auch nicht im Geringsten der Gedanke an eine Unterscheidung und Spaltung innerhalb unserer Glaubensgenoffen zu Grunde lag. Es bestehen hier mehrere derartige Institute, an die wir das Gesuch stellten, auch jüdischen Armen den Eintritt zu ermöglichen, daß ihnen rituelle Kost gewährt würde. Da dies abgeschlagen wurde, suchen wir ein Asyl zu gründen, wo den Schützlingen rituelle Kost geboten wird. Darum wählten wir obigen Namen. Sanitätsrath Dr. Norden. M. H. Schönberg. Stuttgart, 8. Aug. (Privatmitt h.) Heute fand hier die jährliche Versammlung der israel. Lehrer Württembergs statt, welche auch Herr Kirchenrath Dr. Wassermann mit seiner Anwesenheit beehrte. Der Vorstand, Oberlehrer Liebinann von hier, begrüßte die Versammlung in gewohnter herzlicher Weise, erstattete über die verwilligten Unterstützungen an arme israel. Lehrerswittwen Bericht und verlas die eingelaufencn Begrüßungsschreiben der Herren I. Nachod, Vorsitzendem des 4. Die Schule vermeide Urtheile über Werth oder Uuwerth anderer Religionen oder gar hämische Bemerkungen über dieselben und ihre Gebräuche. 5. Die Schule lehre Menscheuachtung als Folge der Liebe zu Gott. Lehrer Stern (Eßlingen» sprach gegen die Aufstellung und Behandlung dieses Themas, weil das Judenthum zu jeder Zeit tolerant gewesen sei, ja öfters zu tolerant, woher eben der Jndifferentismus vieler unserer Glaubensgenossen rühre, und bewirkte durch seine Ausführung, daß die Bcrsamm lung von der Behandlung des Gegenstandes abstand. Aue!, die Zulassung eines von Lehrer I. Weil in Stuttgart äuge botenen Vortrages wurde abgelehnt und die Versammlung um 12 Uhr geschloffen. Oesterreich-Ungarn. Hohcnembs, 10. August. (Privatmitth.) Die heutige Anwesenheit unseres Kaisers in unserem Orte nnrd als ein freudiges Ereigniß in den Annalen unserer Gemeinde ver zeichnet. Wie die Gemeindevertretung und der Klerus, erwartete auch eine Deputation unserer Gemeinde mit dein Rabbiner die Ankunft des Herrschers. Auf die Ansprache des Rabbiners Gutmann, der den Herrscher der Anhänglich keit und Treue der Israeliten Tyrols und Vorarlbergs ver sicherte, erwiderte der Monarch, daß ihn diese Kundgebung aus dem Munde eines geistlichen Vertreters sehr freue und daß er von der Loyalität der Israeliten überzeugt sei. Auel, an den Gemeindevorsteher Herrn Rosenthal richtete der Kaiser freundliche Worte. Großbritannien. London, 16. August. Im Unterhause beantwortete der Ztaatssecrctair Dilke eine Anfrage des Abg. v. Worms dahin, deutsch israel. Gemeindebundes, I)r. Kroner und der Eollegen > daß dem, weil Jude, aus Petersburg ausgcwiesenen Levw Eichberg und Elsäffcr, die am Erscheinen verhindert waren.! sohn ein neuer Paß ausgestellt worden, und daß die Regie- Der Antrag auf Errichtung eines „Lehrervereins israel. Lehrer! rung die Rechte englischer Unterthanen aufrecht erhalten werde. Württembergs" wurde abgelehnt und dafür in den Statuten des London, 10. Aug. In Folge der am letzten Montag Unterstützungsvereins ein Paragraph dahin abgeändert, daß! dem Baron Worms von Sir Charles Dilke im Unterhause dem Ausschuß die Vorbereitung der jährl. Conferenz durch! ertheilten Antwort, wird Herr Lewiso hn noch im Lause Vorlegung von geeignetem Berathungsstoff zur Aufgabe ge-; der Woche seine beabsichtigte Reise nach Rußland mit einem macht wird. „Vorstand Liebmann legte nun seine Thesen j von Lord Granville ausgestellten und von dem hiesigen rusübcr die Frage: Wie kann die Schule, speciell die israel. fischen General-Consul visirtcn Passe antretcn. Die Juristen