Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 35 (30.8.1881)
- Date
- 1881-08-30
- Page
- Seite 569 (sequence 3)
- Language
- German
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5K9 stände, die zum Theil so alt wie die Menschheit sind, all' Zünfte bemächtigte. Es ist interessant, die nähere Entwiek dies regte ihn an, die Dinge unparteiisch zu prüfen, und er lung dieser These zu lesen (S. 80 ff.), und wie sich an den theilt uns hier seine Resultate mit, die sich ihm, wie er auck patrizischen Großhandel die patrizische Großindustrie schloß, auf dem Titel seiner Schrift ausspricht, als eine „Rechtser- Tie Juden waren damals ausgeschlossen, und sind auch jcr.t tigung der Juden" ergaben. Seine erste Frage war nach nur ein Concurrcnztheil der Christen. Tie Lage des Bauerndem „Deutschthum der Juden", und da erweist es sich ihm, standes, die sich in verzweiflungsvollen Aufständen (Banerndaß seit vierzig Jahren, seit den „Bier Fragen" Johann kriege) bethätigte, ging nebenbei und stammt au-noch früheren. Jacoby's die Juden in ihrer großen Mehrheit sich als wahr- Jahrhunderten. Jetzt sollen Alles die Juden verschuldet hafte Patrioten, als gesinnungstüchtige Deutsche bethätigt haben, und doch bestehen dieselben Nebel in Ländern, wo gar haben. Er führt die Thatsachen dafür an, die wir, weniger keine oder doch äußerst wenige Inden wohnen, und würden: radikal gesinnt, vielfach vermehren können. Hierfür scheint die Juden wieder ausgeschlossen, so würden die Tinge um die Gegenwart, so kurz auch der verstoßene Zeitraum ist. kein Haar breit anders, da sie schnell von Christen erient schon das Gedächtniß verloren zu haben. In der Thal würden. So weit „die Rechtfertigung der Juden". Der könnte man auch noch weiter zurückgehen, denn die vielge- Verfasser stellt sich nun auch die Frage nach der Lösung des scholtenen Börne und Heine, mögen sie auch manchen Jrrthum gegenwärtigen Streites. Im Grunde steht er da auf gleichem begangen haben, waren deutsche Patrioten und haben an den Boden mit dem Verfasser der vorher besprochenen Broschüre. Kämpfen und der Entwickelung des Deutschthums einen be- Auch dieser sah die Juden nicht als Urheber der nach Beiden deutenden Antheil genommen. Die zweite Frage ist dem so traurigen Lage der Gesellschaft an: er erachtet sie nur für Verfasser: „Was waren die Juden?" und da geht er denn „Ausbeuter", während l)r. Beck dies Letztere verneint und als guter Deutscher bis nach Aegypten zurück, betrachtet sie bei ihnen in dieser Beziehung nichts Anderes findet als bei „im Exil" und dann „im tausendjährigen Reiche des Priesterden Christen. Beide Verfasser gcrathen daher in das Gethums", welches ihm mit der Reformation zu Ende geht, biet des Sozialismus, Heman allerdings nur zu sozialistischen Was dieser finstere und traurige Zeitraum auf die Unglück-> Allüren mit dem Zwecke der conservativen Herrschaft, Beet lichen Juden für einen Einfluß geübt, das macht ihm im chn liberaler, unumwundener Weise. „Allerlei Palliativmittel", folgenden Kapitel „Die Race macht Alles!" cs leicht, dieses! wie Schulbildung, Strafgesetz, Verbot von Wucher und Geld jetzt so beliebte Racenvorurtheil zurückzuweisen, da die Uebcl-st geschästen, scheinen ihm keine Hilfe zu bringen. Vielmehr stände, die sich an und bei den Juden zeigten, aus der Miß müsse eine völlige Neuorganisation der ganzen Gesellschaft statt- Handlung, nicht aber aus Raceneigenthümlichkeit hervor- ■ finden, in welcher „alle arbeitsfähigen Mitglieder der Gesellgingen, da die frühere Geschichte dieses Volkes einen ganz schaft ihren Fähigkeiten und Talenten entsprechend und so bc anderen Charakter, einen in vielen Momenten ganz entgegen-! schäftigt werden, daß sie den vollen Ertrag ihrer Arbeit ge gesetzten zeigt. Er erklärt es für eine „Verleugnung der zahlt erhalten" (S. 07); hiermit wäre das (mosaische^ Vcrhistorischen Wahrheit", wenn man „von angeborenen unausbot des Zinsnehmens zu verbinden, so daß der Staat die rottbaren Eigenschaften der Juden" spricht. Andere Menschengcsammte Geldkraft vereinigt und gegen einen geringen Zin.- klasien zeigen auch aus der Entwickelung ihrer Verhältnisse zur Produktion hergiebt, was selbstverständlich eine Controle gekommene Nebel, z. B. die Bauern, und Niemand führt einer auf breiter Basis beruhenden Volksvertretung erfordere, sie auf Raceneigenthümlichkciten zurück. Der Verfasser kommt Wir können uns hier in eine Erörterung dieser sozialistischen nun zur „Emancipation," und es bekunden sich ihm in allen Theorie nicht einlasscn, sprechen aber offen als unsere innerste Ländern, auch in Deutschland, von der Zeit der Emaneipa- Ucberzeugung aus, daß alle sozialistischen Snstemc uns nur tionsbestrebungen an bis jetzt überall die günstigsten Folgen, als der Weg zum schlimmsten Despotismus, zur Knechtung „ein mächtiges Aufstreben, eine urkräftigc Vorwärtsentwick- und Unfreiheit, zur Indolenz und dem Stillstand des Geistcslung, die begründetste Aussicht, daß die Zeit kommen wird, lebens, zur Wiederbelebung des unfreiesten Kaftenthums, der in welcher auch die letzten Schlacken der Vergangenheit abgetödtlichsten Schablone erscheint. Wo der Staat und die streift werden" (S. 77). Er vergleicht sie mit den Wir- Commune die Arbcits- und Lohnvertheilung übernimmt, da kungen auf christliche Emancipirte, die weit dahinter zurückgeist die Despotie da und die Controle eine Illusion. Wir blieben. Er untersucht nun „die Wurzel des Uebels". Er haben diese Ucberzeugung schon im Jahre l8l>; ausgesprochen erkennt, daß „die gegenwärtige Lage des Volkes tief in seinen und das Studium aller seitdem aufgetauchtcn sozialistischen wirthschaftlichen Einrichtungen begründet und das Unheil Theorien hat uns eine andere Ansicht nicht beigebracht, das Resultat eines Jahrhunderte langen Prozeßes ist". Dieses Wenn übrigens die Lösung der „Judcnfragc" ans die Ein- Unheil begann, als in den freien Städten die Patrizicrwirth- und Durchführung eines dieser sozialistischen Snstemc warten schaft begann und sich des Handels mit den Produkten der müßte, so würde das noch sehr lange dauern zu unserem und