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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-08-30 · Heft 35 (30.8.1881) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 35 (30.8.1881)
Date
1881-08-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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"Allgemeine Zeitung des Judentums. Ein mpartciischcs Organ für alles jüdischc Interesse. Diese Heilung erscheiiil wöckenllich. Preis Bieneljährig :: Mark. Äbonne i ntenr in Deurschland (Posl^eitnnqs! isre! 'Jir. »2> und Ceftcrreid) bei allen Poslämrern, außerdem durch den Buchhandel. Herausgegeben von Rabbiner 1)r. Ludwig Philippson in Bonn. Expedition und Verlag: Bauingärtner's Buchhandlung in Leipzig. 3» redeieiioneUen 2l>^,ele>ie>ldenen I wende man sich an I>e. 2. Piiil^vvioi! «i | Bann direcr, rn allen ndr>aen an d>e Berlagsbandlnee,. Beilagen ^oledülic l-'J.K.i sind gleiciüalls an lenkere einiujenden. 45. Jahrgang. Leipzig, den 30. August 1361. Ao. 35. Inhalt. Leitende Artikel: Eine Fälschung der öffentlichen Meinung und vier Broschüren. II. — Pöbelexeesse in Pommern und Westpreußen. II. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin. Lrertin, Ponitz,-Marienwerder, Arnswalde, -?lus Mecklenburg, Hain bürg, Leipzig, Emden, Stuttgart. — Oesterreich-Ungarn: Hohenembs. — Großbritannien: London. — Rußland: Petersburg. — Rumänien: Jassy. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Eorrespondenz: Die General-Vcriammlung der Unrerstübungs-!,rasse des Bereins ist. Lehrer in Schlesien und Posen. LeitsirOo Ort'itrat. Bonn, 23. August. Eine Fälschung der öffentlichen Meinung und vier Broschüren, n. Daß die ganze Wühlerei gegen die Juden von gewisser Seite her nichts als ein Mittel für kirchlich-politische Zwecke ist, und zwar um die liberalen Anschauungen und Jnstitulionen wieder aus der Welt zu schaffen, wenigstens au» dem deutschen Reiche, und dem reaktionären Conservatismus zum Siege zu verhelfen, erweist die dritte Broschüre: Tie historische Well stellung der Juden und die moderne Judensrage. Bon l>r. E. I. Heman. (Leipzig, Hinrichs, 1831.) Ter Bersasser, welchem Wissen und Methode nicht abgesprochen werden können, wodurch er sich von der gewöhnlichen Sorte der Antisemitenschreiber vortheilhast abhebt, gesteht es auch in sofern unumwunden ein, als er in der „Judensrage" nichts als das Mittel sieht, die deutsche Nation auszurütteln und zu weitgehenden Thaten anzuspornen. Rach ihm befindet sich die deutsche Nation im Zustande der Zersetzung und Auflösung, was wundersam genug klingt, nachdem sie sich erst vor zehn Jahren zu einer Einheit ausgeschlvungen hat. Was verlangt nun der Bersasser dieser Broschüre, die zuerst in der „eonservativen Monatsschrift" von Nathusius erschienen ist, um dieser Zersetzung und Auslösung zu ent« gehen? Bor Allem die Befreiung und Loslösung der Kirchen vom Staate, Herstellung einer freien Kirche neben dein i Staate in völliger Trennung vom Staate; ferner Versiaat-! lichung des Jnseratenwesens der Zeitungen, so daß der i Staat das Jnseratenmonopol besitzt und ausübt; ebenso i sollen die Finanzmänner zwar ihr Bermögcn behalten, aber , fortan die Geschäfte nur für Rechnung deS Staates betreiben j und mit einem kleinen Prozentsatz vorlieb nehmen; weiter! soll für den Grundbesitz das Erbrecht beschränkt und die! Güterzertheilung untersagt sein, und endlich die siaa-sbü'.ger I lichen Rechte nach den verschicdcncu Ständen und Klassen . des Volkes geordnet und zuertheilr werden. Hiermit glaubt der Verfasser auch die Judenfrage gelöst, weil durch diese i Einrichtungen das Christeuthum wieder erstarkt und gegen! jede Einwirkung des jüdischen Geistes geschützt seilt, die! liberale Presse und der jüdische Theil derselben insbesondere j zu Grunde gehen, den Juden die Geld- und Finauzmacht! genommen, der Bauernstand vor Eapitalbedarf geschirait und endlich der Gedanke deS Staaisbürgerthuuis und der Gleich bercchtigung aller Staatsbürger beseitigt würde. Daß i>r. Heman in der Voraussetzung, so große Ziele in Balde zu erreichen, von partiellen Maßnahmen gegen die Juden als unzureichend nichts wissen will, ist selbstverständlich. Er will deren Emancipation nicht zurücknehmen, erklärt dies so gar für unmöglich; sehen wir aber genauer zu, so hat er doch eine ganze Tasche voll Ausnahmegesetze gegell sie. Sie sollen emancipirt und gleichberechtigt bleiben, aber in die Parlamente gestatte mau den Juden nur nach Maßgabe 3ö

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