Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 125 (18.10.1838)
- Date
- 1838-10-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ii. z-hrga-g. Allgemeine No. iss. Zeitung -es Zudcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigster Conccsiion.) Leipzig, den 18. Oktober 1838. Zeitungsnachrichten.. Stuttgart, 28. Scpt. (Privatmitth.) Von den Choralgesängen zum Gebrauche bei dem Israel. Gottesdienste in den Synagogen Würtembergs ist das erste Heft (51 S.) erschienen. Dasselbe enthalt Melodien für den Sabbat- Gottesdienst, und zwar für Lchu nerannenu, Lecho daudi, Mismor sehir lejom hascliabos, Borchu, Ümawir jom, Adonai elohechem eines, Jigdal, Nisclnnas, Schochen ad, Hakol joduclio, Borucli ato — inouen avroYiom, Schachris Kedusclio, Hallei (nämlich: Borucli ato, Hodu, Mees adonoi, Se hajoin, Uno adonoi), Waihi binsoa hooron, Gadlu, Asch re sAnfaNgs- und Schluß-Vers), lecliadscheim, .leh.'lhdii) IJvnueho jomar, Musaf Kednscho, En Kelohonu. Die Melodien sollen aus den schon in anderweitigen Synagogen und Tempeln eingesührten Choralgesängen zusammen getragen worden sein, mit Beihülfe eines Hrn. Mannheimer aus Coppenhagen. Die Vorsänger haben noch großen Theils viele Mühe, bis sie diese drei- und vierstimmigen Choräle gehörig einstudirt und eingeübt haben, weshalb die Gemeinden wahrscheinlich noch eine längere Zeit abwartcn müssen, bis sie zur Abwechslung und Unterbrechung des steten Einerlei andere Melodien hören werden. Daß die polnisch-jüdische Aussprache des Textes beibehalten wurde, geschah aus dem einfachen Grunde, weit die Israeliten an die grammatikalisch richtige Aussprache noch nichr gewöhnt sind. . Uebrigens kann ich nicht umhin zu bemerken^ daß eben bei dieser Veranlassung die Gemeinde an eine grammatikalisch richtige Aussprache hätte allmählig gewohnt werden können, da sich dieselben bei den Ehoralgesängen noch passiv zu verhalten haben. Jedenfalls ist es auffallend, warum einzelne Wörter, wie z. B. nischbangti, ateres hangloh, portugiesisch ausgesprochen werden. Das zweite Heft wird Melodien für den Fest- und Feier-Gottesdienst enthalten. — In Nr. 26. des Regierungs - Blattes wurden von der k. israel. Oberkirchenbehörde die Ergebnisse der Rechnung der isr. Central-Kirchenkasse pro 1836 — 37 mitgetheilt. Die Einnahmen waren 25,754 Fl. 29y Kr., nämlich: A. Reste: Kassen - Bestand auf den'letzten Juni 1836 — 1,054 Fl. 45 Kr., Activ-Ausstande 171 Ft. 9 Kr. - Ersatzposten 63 Fl. 11 Kr. B. Vom Grundstock: abgelöste und verwiesene Capitalien 9,900 Fl. 0. Laufendes: Capitalzinse, 1,966 Ft. 35 Kr., Personalsteuer — nach Abzug des den isr. Kirchengemeinden zur Bestreitung ihrer örtlichen Kirchen- und Schul - Bedürfnisse zugewiesenen Ancheils mit 2,732 Fl. 29^- Kr. — 5,591 Fl. 324- Kr., Beiträge der isr. Kirchen-Gemeinden zu den Rabbinats - Besoldungen 3,983 Fl. 17 Kr., Strafen 24 Fl. D. Zusch u ß der StcicrtS (raffe 3,000 Fl. Die Ausgaben waren 22,844 Fl. 39! Kr., nämlich: A. Reste: Zablungs - Rückstände 2 Fl. 22 Kr., Ersatzposten 43 Fl. 50 Kr.. Abgang und Nachlaß 44 Ft. B. Vom Grundstock: hingeliehene Capitalien 9,500 Fl. C. Laufendes: 1) Aufsichts- und Verwaltungsk osten: Besoldungen 1,723 Fl., Einzugsgebühr von der Personalsteuer 206 Fl. 521 Kr., Schreibmaterialien-Aversum 18 Fl., Inventur rstücke 159 Ft. 27 Kr., Buchdrucker- und Buchbinder- Kosten 43 Fl. 23 Kr., Posiporto und Botenlöhne für die Centralkasse 23 Fl. 41 Kr. 2j Al l g e m c i n e A u s g a - ben: Rabbinats-Besoldungen 5809 Fl. 16 Kr. Unterstützungen an vormalige Rabbinen und Vorsänger 1665 Ft., Reisekosten-Entschädigungen an die Bezirks-Rabbinen 1,091 Fl. 18 Kr., Beiträge an arme isr. Rabvinats- und Schulamts-Zöglinge 713 Fl., Unterstützungen an arme isr. Gewerbs-Lehrlinge und Gewerbs - Gehülftn 1,162 Ft. 16 Kr. 3) Außerordentliche A u s g a ben: (Für Spruch - Gesang- und Religions-Buch) 593 Ft. 32 Kr. Steuern 45 Fl. 42 Kr. Zieht man von den Einnahmen mit 25,754 Ff. 29^ Kr. die Ausgaben mit 22,844 Fl. 394 Kr. ab, so bleiben 2,909 Fl. 50 Kr., welche sich Herausstellen durch Kassen- Bestand am 30. Juni 1837: 2,722 Fl. 44 Kr., Reste: 187 Ft. 6 Kr. Am 30. Juni 1836 betrug der isr. Central-Kirchenforrds: 46,888 Fl. 24 Kr., am 30. Juni 1837 betrug er: 48,209 Fl.^ 50 Kr., nämlich an Capitalien 45,300 Fl., an Activ-Ausstanden 187 Ft. 6 Kr., an baarem Kassen - Vorrathe 2,722 Fl. 44 Kr., und hat mithin im Verwaltungsjahre 1836 — 37 um 1,321 Fl. 26 Kr. zugenommen. — Der Professor und Bibliothekar G fror er in Stuttgart, ein Mann von 36 Jahren, erhebt in seiner „Geschichte des Urchristenthums" seine Stimme für „die zerstreuten Enkel der einstigen Bewohner des gelobten Landes," denn er verabscheue jede Gesetzgebung, die sich von den blinden und dummen Leidenschaften des Pöbels hinreißen laßt, da der Gesetzgeber nie vergessen soll, daß er die Menschen zu einem beliebigen Ziele heranbildm, daß er aus ihnen machen kann, was er will, wenn er nur recht will, und wohlberechnete Mittel anwendet. Das Werk ist mit sehr vielen Stellen aus dem Talmud, den Midraschim und cabbalistischen Schriften versehen, um den Beweis zu liefern,