Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-07-12 · Heft 28 (12.7.1881) · p. Seite 468

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 28 (12.7.1881)
Date
1881-07-12
Page
Seite 468 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3227339-3227368--39108-3308393
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

468 gegen andere sich fanden. Nicht minder erfolgreich waren seine Bemühungen um die Morphologie der Phanerogamen; feine Theorie der Blüthe und Frucht ist für ihre Zeit eine ausgezeichnete Leistung. Es gehört ferner zu den Verdiensten von Schleidens „Grundzügen der wissenschaftlichen Botanik" (diesen Titel nahm später das „Lehrbuch" an), daß hier zum ersten Mal auch dem Studirenden in einem Lehrbuch wirklich gute, aus sorgfältige Untersuchungen begründete Abbildungen dargebvten wurden. Bon nicht geringerer Bedeutung sind Schleiden's für das Berständniß weiterer Kreise berechnete wissenschaftliche Studien und Borträge. Eine Reihe derselben, die unter dem Titel „Die Pflanze und ihr Leben" in einem Buche vereinigt ist (6. Auflage 1864) gehört zu den ausgezeichnetsten Leistungen aus dem Gebiete der populärwissenschaftlichen Literatur; wenn auch nicht ihrer unmittelbaren Wirkung nach, aber doch so weit streng wisscnschaftlicher Inhalt in eine anmuthige Form gebracht worden ist, mit Justus v. Liebig's „Chemischen Briefen" zu vergleichen. Eine zweite Serie unter dem Titel „Studien" (2. Auflage 1857) weist ähnliche Vorzüge nach, nicht minder seine aus das Berständniß weiterer Kreise berechnete Werke „das Meer" und „die Rose", wenn auch hier eine gewisse Breite der Behandlung und die Neigung zu philosophisch - geistreichen Exkursen die Wirkung sehr beeinträchtigt. Aber durch Alles, was Schleiden geschrieben hat, weht der freie Zug eines starken, männlichen Geistes, eines strritbaren Mannes, der gewohnt ist, für Recht und Sitte einzutreten und zu kämpfen. Als ein Ergebniß dieser Richtung seines Wesens sind die beiden aus dem Boden gelehrter Forschung erwachsenen Schriften: „Tie Bedeutung der Juden für die Erhaltung und Wiederbelebung der Wissenschaften im Mittelalter" (1878) und „Tie Romantik des Martyriums bei den Juden im Mittelalter (1880) zu betrachten. Was er hier zu Gunsten der damals Verfolgten sagt, fand gerade in unseren Tagen lebhaftesten Wiederhall und der gläubige Altlutheraner wurde deshalb von Herrn Stöcker und feinen Parteigängern als „Jude" angegriffen. Zu seinem übrigen Ruhm nimmt er; noch diesen mit sich ins Grab, auf welchem die Wissenschaft und die dem Idealen zugewandte Menschheit einen nie ver- ■ welkenden Kranz niederlegt. —r. Anzeigen. Ty% werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächstfolgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von B.. Hosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. Zum 1. September a. c. suchen wir! einen seminaristisch gebildeten, unver-? heiratheten Lehrer, der das nöthige! pädagogische Geschick hat und cantorale Befähigung besitzt, um event. den Cantor in Behinderuugsfällen zu vertreten. Das; Gehalt ist auf 1200 Mark normirt und sehen wir der Zusendung beglaubigter Copien der Zeugnisse bis zum 28. Juli entgegen. Reisevergütigung hat nur der Gewählte zu beanspruchen. (10408 s Der Vorstand der Synagogen - Gemeinde zu Magdeburg. _Nathan._ Hanslehrcrstelle. Ein Student der Philologie, der befähigt ist, im Talmud und den übrigen hebräischen Wissenschaften zu unterrichten und dem die besten Referenzen zur Seite stehen, sucht zum 1. August oder später eine Hauslehrerstelle in einer deutschen Universitätsstadt. (10111s Offerten unter J. 6870 a befördern Haasenstein & Vogler, Karlsruhe. 3«. Michaelis wird eine perfecte iüdische! Köchin auf dem Lande gejuckt. Offerten unter L. W. 22 an Carl Schüssler’s Annoncen-Expedition in Hannover. [10373) Zum 1. September c. soll die Stelle eines JZeligimislehrers in unserer Synagogengemeinde besetzt werden, sieben tüchtiger Fachkenntniß wird Kenntniß zu confessionellen Trauungen und Einsegnungen beansprucht. Fähigkeit zu Verträgen in der Synagoge wünschenswerth. [6. 10147 Gehalt 1200 Mk. jährlich incl. 150 Mk. für den Religionsunterricht im Gymnasium. Meldungen nebst Zeugnissen, werden bis zum 15. August c. entgegengenommen. £y<&, in Ostpreuß. im Juni 1881. Dei' Vorstand der Synagögen-Uemeinde 2>/\ Silber manu. Curl Gattberg. J. Klonower. Iraelitisches Taubstummeii-Institut in Flirsteuwalde (zwischen ßertin und Frankfurt a. ®.) In dem feil dem 1. Juli 1873 bestehenden Institute können noch Zöglinge, Knaben und Mädchen Aufnahme finden. Die mir anverlraulen Kinder werden durch eine sorgfältige Erziehung und durch Unterricht in allen erforderlichen Lehrgegenständen;ur bürgerlichen Brauchbarkeit und zu sittlich-religiösen Menschen herangebilder. Mein Hauptstreben geht dahin, die Zöglinge so viel wie möglich;u entstummen, sie zum lauten Sprechen und Ablesen vom Munde Anderer zu befähigen. (10309) M. Reich, Taubftummenlehrer und Leiter des Institutes. Pensionat und höhere Töchterschule von Frau Dr. Leversou. Hannover, Thiergartenstr. 4 Aufnahme von Iögtinaen zu jeder Zeit. Näheres durch Prospecre. (1956s Zur höheren Ausbildung finden jüdische junge Mädchen und schulpflichtige Kinder in meinem streng religiösen Pensionate liebevolle Aufnahme. Beste Referenzen stehen zur Seite. [727«] Frau Alma Silbermann, geprüfte Lehrerin. Berlin C., Reue Schönhauserstr. ■>.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.