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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-07-05 · Heft 27 (5.7.1881) · p. Seite 441

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 27 (5.7.1881)
Date
1881-07-05
Page
Seite 441 (sequence 7)
Language
German
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l'u w^wac^iAC^ lew. Deutschland. Berlin, 22. Juni. (Privatmitth.) Bauer versammelt waren, sich auch ein an einem großen öffentlichen Lehrinstitut als Lehrer angestellter (übrigens ver- Die Wahlagitation heiratheter) l)r. pllilos. befand, welcher gerade um die Zeit für die im Herbste bevorstehenden Wahlen ist in Berlin so der größten Zusammenrottung vor dem Lokal, Morgens lebhaft wie möglich. Sowohl von fortschrittlicher wie conserzwischen 3 bis 4 Uhr, ein bisher in seinem Rocke bestndliches vativer Seite werden die größten Anstrengungen gemacht, buntes Kinderfähnchen entfaltete, und mehrere Male umher- und Wählerversammlung auf Wählerversammlung abgehalten, schwenkte mit dem Ruf: „Eins, zwei, drei, Juden raus," Am 20. Juni fand eine Versammlung der Wähler des wonach unmittelbar darauf der Steinwurf fiel, welcher die Stadtheiles Moabit statt, die überaus zahlreich war und in Spiegelscheibe zertrümmerte. Auf Grund dieses Thatbestandes welcher Eugen Richter den Hauptvortrag hielt. Er sagte ist der Lehrer bereits schuldig erkannt worden, groben Unfug unter anderem: Die Herren Pastoren klagen über die zu geverübt zu haben. Unter Berufung aus die Verordnung vom ringe Zahl der Geistlichen und der Kirchen; dagegen muß 17. August I83ö wird nun seitens des Magistrats gegen man doch sagen, daß, wenn die Pastoren soviel Zeit haben, den Lehrer auf Schadenersatz geklagt werden. (Die Borpolitische Versammlungen abzuhalten, ihre geistliche Arbeitsgänge der letzten Zeit lassen uns keine erfreulichen Einblicke last noch nicht so schlimm ist. (Beifall und Heiterkeit). Sie in die Berliner Lehrerwelt, und besonders an den höheren jubeln über ihre großen Versammlungen, ohne zu sagen, Lehranstalten thun. Diese Lehrerwelt muß doch nicht sehr woher es denn kommt, daß die „Prachtchristen" ihnen nur „verjudet" sein, daß sich so viele rohe, inhumane, gehässige Zuströmen, wenn Judenhetze betrieben wird, während die Individuen darunter finden.) Kirchen leer stehen. Dies zeigt, daß diejenigen Prediger Leipzig, 10. Juni. Das „Leipz. Tagebl." schreibt: Recht haben, welche behaupten, daß diese Agitationen nicht „Wir hören, daß, nach Einrreffen der erforderlichen Gezum Gottesdienst, sondern viel eher zum Teuselsdienst treiben, nehmigung des königl. Ministeriums des Innern, ein großes (Lebhafter Beifall.)" — Und weiterhin: „Gerade wie 1876 Comit^ zur Sammlung von Geldbeiträgen für die Opfer werden nur diesmal wieder andere Coulissen vorgeschoben: der Judenverfolgungen in Rußland in Leipzig an die Oeffentdamals waren es die Socialdemokraten, heute sind es die lichkcit treten wird. Leider constatirt man, daß am Freitag Juden, welche vorgeschoben werden. Tie Judenfrage soll die und Sonnabend ein angeblicher Dr. Levy aus Berlin ver- Ausmerksamkeit ablenken, um die Steuerfrage durchzubringen, ichiedene hiesige Einwohner mir einem gedruckten Aufruf des gerade als ob die Judenfrage bei diesen Wahlen zur Lösung Berliner ComiO'- erfolgreich besammelt hat. Telegraphische kommen soll. Wir lassen uns dadurch nicht täuschen. Wir Erkundigung beim Berliner Count»'- ergiebt nämlich, daß wenden uns gegen das Schlechte, wo wir es finden, gegen dieser Herr dort ganz unbekannt und Niemand mit au»- schlechte Juden, wie schlechte Christen, ja selbst gegen schlechte wärtigen Sammlungen betraut ist." Pastoren und wenn man Alles aufbucheu wollte, was von Leipzig, 2l. Juni. (Privatmitth.) Wen zu Hause schlechten Pastoren au Erbschleicherei, Betrug, Verführung keine Beschäftigung fesselt, der geht auf Reisen. Somit gesündigt worden ist, so würde im Jahre auch eiu anständiges scheint wahr zu sein, was Berliner Blätter versichern, daß An- Berbrecheralbum zusammenkommen. iLebh. Beifall.) Tie sehen und Einfluß Stöcker's in Berlin bereits in merkbarer Juden schlägt man und die Liberalen meint man. Herr Abnahme begriffen seien. Der Mann reist nun seit einiger Stöcker zieht umher und eifert gegen die großen Magazine, Zeit in Westfalen, Baden, der Schweiz, Bayern, Eisenach, ohne daran zu denken, daß fein Freund Hertzog selbst so ein Breslau, Posen — was zu dem pikanten Ausspruch des großes Magazin hat und daß es im Jntresse der Arbeiter Prof. Holsten veranlaßte — und ist vorige Woche auch bei ist, so viel Arbeitsgeber wie nur möglich zu haben." — Als uns in Leipzig aufgetreten. Er fand überall Zuhörer, aber in der letzten Sylvesternacht gelegentlich der groben Excesse Anhänger wenige, und wo der Judenhaß früher nicht schon vor dem Caf<5 Bauer, Unter den Linden, eben diesem Cai6 geblüht, wie z. B. in Leipzig und Breslau, da hat der eine nach der Straße zu gelegene große Spiegelscheibe zer- Schluß seiner Reden auch das.Ende seiner Einwirkung be trümmert wurde, hat bekanntlich die Stadt für den Schaden deutet. Hier, berichten seine hiesigen Anhänger, waren an auftommen müssen. Ter Magistrat ist inzwischen bemüht 3000 Personen um ihn versammelt, darunter 1000 studengeblieben, etwaige Regreßpflichtige zu ermitteln und ist das ten; er habe stürmischen Beifall geerntet und es wurde ihm denn auch, wie wir aus zuverlässiger Ouelle erfahren, wirkzu Ehren ein Banquet veranstaltet. Es zieht immerhin die lich gelungen. Vermöge längerer polizeilicher Recherchen ist Aufmerksamkeit auf sich, daß in Leipzig, Breslau, Berlin und constatirt, daß unter den Hunderten, welche vor dem Caf8 Göttingen sich gerade eine größere Anzahl Studenten zum

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