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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-06-21 · Heft 25 (21.6.1881) · p. Seite 410

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 25 (21.6.1881)
Date
1881-06-21
Page
Seite 410 (sequence 12)
Language
German
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410 daß dieselbe für uns ein mißliebiges, aber ganz direktes ört- Die so denken, kennen aber den Zustand der ungarischen liches Interesse hat. Wir sprechen da nicht einmal davon Verwaltung nicht. Wir können ein oberungarisches Koniitat — obgleich das vielleicht auch der Rede werth wäre —, nennen, wo ein Stuhlrichter-Adjunkt, der in seiner amtdaß diese, voraussichtlich auch unserem Baterlande bevorstehlichen Eigenschaft mit den Bauern in Verbindung stehen ende Einwanderung zahlreicher Flüchtlinge sich unmöglich muß, der erste Celporteur der in'S Slavische übersetzten ohne gewisse Auslagen vollziehen kann, welche natürlich dem Schriften Jstoczy's ist. Ein ungarischer Beamter also Staate zur Last fallen." „Gehen die Dinge ihren voraus-! schürt mit allem Eifer an derselben Agitation, w'elche die sichtlichen Gang in Rußland, dann dürften wir auf dem ärgsten Feinde des ungarischen Staates, die Panslavisten, Boden der Monarchie bald von allen Subsistenzmitteln ent-; pflegen. Doch, ein Stuhlrichter-Adjunkt darf wohl nicht blößte Flüchtlinge in weit größerer Zahl als bisher haben,! schalten und walten wies ihm beliebt. Wo bleiben denn und zwar nicht nur Juden, sondern auch Katholiken und seine Vorgesetzten'? Man glaubt wohl, der Obergespan, als Protestanten, sogar Angehörige der heiligen russischen Staats-. fcer von der Regierung ernannte, oberste Hüter des öffentkirche selbst, weil die Bewegung sich ja sichtbar gegen alle! lichen Friedens im Komitat, werde den pflichtvergestenen bisher besitzenden Klassen wendet." „Wichtiger jedoch als j Stuhlrichter vom Amte entfernen, oder ihn wenigstens an alles das erscheint uns ein anderer Punkt, an dessen Be-! einen anderen Ort versetzen, wo er eine mindergesährliche sprcchung wir nur zögernd gehen, mit dessen Darstellung wir! Thätigkeit entfalten könnte'? Ganz und gar nicht. Der aber glauben, eine unabweisbare publizistische Pflicht zu er-! Unter-Stuhlrichter schreibt Memoranden zur Verherrlichung füllen. Wir meinen die Einschleppung der moralischen Pest,! der von ihm geleiteten Agitation, der Obcrgcspan empfängt tvclche von Rußland ans über Galizien auch unsere nörd- ' dieselben nicht ohne Wohlwollen und — drückt beide lichen Komitate zu überziehen droht." „Ausdrücklich bc-! Augen zu. merken wollen wir, daß unsere Informationen nicht von! Da man die Bewegung so um sich greifen läßt, wendet jüdischer Seite stammen, wo man. begreiflicherweise nicht sie sich mit der Zeit nicht nur gegen die Wucherer—gegen ganz kühlen Sinnes in diesen Dingen uriheilen mag." „Die Personen, die uns auf gewisse Thatsachen aufmerksam machen, von denen hier die Rede sein soll, sind an dem Schicksal der Juden absolut nicht betheiligt. welche leider genug begründete Klagen vorhanden sind —, sondern auch gegen die anständigen jüdischen Pächter, welche in Ober-Ungarn eines der wichtigsten und schätzenswerthesten Bolkselemente repräsentiren. Bei der bekanntlich geringen Nun denn: der „Antisemitismus" ist in den nördlichen j geschäftlichen Routine unseres Mittelstandes und der Arbcits- Komitatcn des Landes eines der wirksamsten Agitationsmittel! scheu des sklovakischen Volkes sind die jüdischen Pächter derdes Panslavismus geworden. Man wird sich erinnern, daß! zeit in Nord-Ungarn schon so ziemlich die einzigen Regalienauch im Jahre 1>46 in den slavischcn Gegenden, dort, wo und Grundpächter. Ohne ihre Intervention ist es in jenen Hubrau mit seinen räuberischen Dobrovolniks hauste, der! Gegenden fast unmöglich, irgend Etwas zu verwcrthen. Sie Kamps um die „Freiheit" mit der Plünderung und Verfol-! sind in Folge dessen ebenso unentbehrlich für den großen, guug der Juden seinen Anfang nahm. Unseren Panslavisten, - wie für den kleinen Grundbesitz, ja auch die ärarischen und die jede russische Mode mitmachen, sind auch die jetzigen Indie geistlichen Güter müssen ihre Intervention in Anspruch dcnhetzen überaus willkommen. Mit der Idee der Nation«- nehmen, wenn die eigensten und unabweisbaren Interessen litä: oder mit etwelchen politischen Considerationen dürfen! der Besitzer nicht außer Acht gelassen werden sollen. Ohne die sie den nach Brantwein dürstenden Slovaken nicht kommen, aber was es heißt, wenn ihm — für den Anfang — die Juden preisgegebcn werden, das begreift er vollkommen. Es werden denn auch die russischen Geschichten gehörig auf- Beweglichkeit und den Unternehmungsgeist dieser vorgeschobenen Posten des ungarischen Handels müßte in jenen Gegenden jeder commcrzielle Verkehr und jedweder Export ins Stocken gerathen. Nicht nur, daß die Güter keinen Ertrag aufgeputzt dem Volke zur geneigten Kenntniß gebracht und dabei weisen würden, es wäre kaum möglich, nach denselben auch nur werden zum Ueberfluß noch die in's Slavische übersetzten die Stenern zu zahlen und sie würden über heute und morgen Pamphlete Jstoczy's schwunghaft kolportirt. Run muß man sich den Bildungsgrad eines oberuugarischen Slovakendorfes vor Augen halten und dann bedenken, welche Wirkung ein panslavistischcr Agitator, der mit Herrn Jstoczy's Schriften ausrückt, daselbst hcrvorbringen mag. Man sollte denken, die Behörden würden eine solche Bewegung nicht unbeachtet lassen, wenigstens würde das in keinem Lande Europa's, außer in Rußland möglich sein. auf die Trommel kommen. Aus den Wäldern des Acrars, eben so wie der größeren und kleineren Besitzer, wäre cs überhaupt unmöglich, irgend Etwas zu exportiren ohne ihre Beihilfe. Alle Jene, welche sich bisher auf die Arbeitsamkeit des Volkes oder auf den eigenen Export stützen wollten, sind zugrunde gegangen. Das arbeitende Volk stellt die ungeheuerlichsten Forderungen an die Besitzer, während sie diese mit dem jüdischen Pächter sehr schnell verständigen. Anderer-

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