Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 21 (24.5.1881)
- Date
- 1881-05-24
- Page
- Seite 347 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3227339-3227361--38980-3308252- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
347 Samuel Antony Adam Salomon, Abkömmling einer bescheidenen Kaufmannssamilie, welche La Ferte-sous-.Touarre bewohnte, geboren 1616, kam frühzeitig nach Fontainebleau, das er seitdem als seine Heimathstadt zu betrachten sich ge-! wohnte. Um leben zu können, brachte er zwei oder drei! Jahre in einem Geschäfte zu und mit zwanzig Jahren trat er als Modelleur in die Porzellanmanufactur seines Glaubensgenossen Herrn Jacob Petit ein. Sein erstes Werk von Bedeutung als Sculpteur war ein „Beranger", das ihm die Vergünstigung verschaffte, auf Kosten der Stadt, nach Paris gesandt zu werden, um seine künstlerische Ausbildung dort zu entwickeln. Im Angedenken dieser Wohlthat fertigte der junge israelitische Künstler später unentgeltlich eine Statue der Jungfrau, die in der Kirche von Fontainebleau ausgestellt wurde. Seitdem haben eine Menge Büsten und Basreliefs aller berühmten Zeitgenossen seinen "Kamen populär gemacht und seine Bedeutung wuroe derartig, daß er mit allen Berühmtheiten unserer Zeit in persönliche Beziehungen trat. In der Epoche der schnellen Ausbreitung der Photographie widmete sich Adam Salomon derselben während mehrerer Jahre, vervollständigte das Verfahren, errang dadurch Vermögen und konnte sich in Paris ein Hötel kaufen. Während einer Reife nach Italien erhielt er die Erlaubniß, den Papst Pius IX zu photographiren und hatte er zahlreiche Zusammenkünfte mit dem obersten Kirchensürsten, der vergebens versuchte, ihn zu bekehren. Aber Adam Salomon war mit all' seiner Originalität, seiner ausgesprochenen Hinneigung zum Mysticismus, Jude durch und durch. Als er sich außerhalb unseres Enltns vcrheirathcte, nahm seine Frau den seinigen au. Zwar hat auch seine Tochter sich außerhalb des Judenthums mit dem Schwager der jetzt so bekannten Madame Edmund Adam lJuliette Lambert) verehelicht. Aber ihr einziger Sohn, der erst sechszehn Jahre zählt, ist in israelitischen Ansichten erzogen. Seit 1670 war Adam Salomon Ritter der Ehrenlegion. Der hochachtbare Sculpteur genoß als eine vorwiegend gute, wohlthätige, über alle Beschreibung menschenfreundliche Natur einer wahrhaften Popularität und hintcrläßt ein allgemeines Bedauern. Sein Leichnam ist vorläufig im israelitischen Kirchhofe von Montmartre beigesctzt worden, woselbst am vorigen Sonntag, dem 1. Mai d. 2., die religiöse Beerdigungsseier stattsaud. Aber er ist seidem nach Fontainebleau in die Familiengruft übergesührt worden, woselbst seine Frau seit drei Jahren ruht. Ter Bruder des Verblichenen, ein alter Kanfmann, ist Munizipalrath und an der Spitze der israelitischen Gemeindeverwaltung dieser Stadt, und cs unterliegt keinem Zweifel, daß bei dieser traurigen Gelegenheit unsere Glaubensgenoffcn dieses Ortes, sowie dessen ganze Bevölkerung, durch die Feierlichkeit seiner Beerdigung die Größe des Verlustes bewiesen, welche unsere Glaubensgenosscnschast und die darstellende Kunst erlitten haben. tNach den An-h isr. Anzeigen. Xy«! X — werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- XI1 bül U« uC folgende Wochennununer bis spätestens Donnerstag eingeben. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von R. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. Töchter-Pensionat und Le hre rinnen Bild un g s - A nsta lt. Das einzig derartige israelitische Institut in Deutschland. Eintritt jeder -Zeit. Pro speclc gratis. [7919! Frau Therese Gronau. _Berlin, In den ZeUen l.'. Pensionat und höhere Töchterschule von Frau Dr. Leverson. Hannover, Thiergartenstr. 4. Ausnahme von Zöglinge« zu jeder Zeit. _ Näheres durch Prospekte. [1956] Peufiönsgesüch? Für einen 14 Jahre alten israel. Knaben, bei einem orthodoxen Rabbiner oder Lehrer einer Stadt, welche eine höhere Schule har. Frankirte Anträge nebst Bedingungen wolle man unter ("bittre M. 7313 an Rudolf Mosse, Leipzig einsenden. [<3ixJ Aekannlmacßung. Für die in dem Filialbetlocale der hiesigen israelitischen Eultusgcmcindc am koiumendeu Neujahrs- und Bersvhuuugsfcste abzuhaltenden Gottesdienste wird ein musikalisch gebildeter, zum Vortrage der Gebete mit Elwrbegleiluug befähigter Borbeter gesucht. Bewerber werden eiugeladeii, sich bis h'i. rf ii n i * fieses Jahres unter Bcischluß entsprechender Befähigungs-Zeugnisse au die unterfertigte^ Verwaltung zu wenden. 1^- München, den 11. Mai 1661. Verwaltung der Israelitisclien ( ullusgenieinde München. Die Stelle des Kantors, Schächters und ReligionslchrerS wird in unserer Gemeinde am 1. Juli vakant. Das jährliche Gehalt beträgt '.">(> Mark nebst freier Wohnung, Heizung und sonstigen Nebencinkünstcn. Jüngere Bewerber erhalten den Vorzug. Reisekosten werden nicht vergütet. I‘507l fiohn i. Pommern im Mai 166!. Der Vorstand der Synagogen-Hemeindc Louis llirschlicini.