Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1881)
- Date
- 1881-05-03
- Page
- Seite 295 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3224737-3227339-3227358--38925-3308194- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
295 Bürger zusammcnsetzte. Dann fam aber auch bio Anerkennung. Im Jahre 1876 wurde Dv. Moses Bciscr, in Würdigung seines Humanitären und gemeinnützigen Wirkens, ein stimmig zum Ehrenbürger der Stadt Lemberg ernannt. Im Jahre 1877 wurde er in den Gemeinde rat h, im Jahre 1878 in den Eultusrath gewählt und von Letzercm in den isr. Spitalsrath delegirt. In allen diesen öffentlichen Aemtern zeichnete sich der verblichene durch seltene Pflicht treue aus. Er war immer der erste im Sitzungssaale, um ihn als letzter zu verlasien. Seine besondere Theilnahme erweckte auch hier die Armuth und Hilfsbedürstigkeit, und interessirte er sich besonders für die Verbesserung der Lage der Lehrer und für die Versorgung der Wittiven und Waisen von Angestellten. Eine derartige Veranlassung war cs auch, die ihn ein einziges Mal im Cultusrathe das Wort zu kurzer und warmer Befürwortung ergreifen ließ. Sonst saß er auch bei den bewegtesten Sitzungen still vor sich hinträumend da und stimmte stets mannhaft mit der Fortschrittspartei, der sein ganzes Herz ebenso wie der jüd. Sache gebürte. Seit der Gründung unseres Vereines „Schomer Israel" war!>,. Beiser sein eifriges Mitglied und blieb es bis zum Tode. Am Abende seines Lebens, an seinem 70. Geburtstage, be retteten ihm Freunde eine bescheidene Jubelfeier und überreichten ihm ein Ehrengeschenk. In seinen letzten Lebensjahren war er der volksthümlichste und bekannteste Mann Lembergs. Diese gebückte Gestalt, angethan mit langem, schlotterndem und hochgeknöpsten Sberrocke, welcher zu keiner Jahreszeit geändert tourde, dieser sinnend zu Boden gekehrte Kops mit dem wenig gepflegten Vollbarte und dem sanften Auge, aus welchem der milde Geist des Weltweisen hervorleuchtete, sic waren in der ganzen Stadt allzugut bekannt. — Den Beweis der großen Popularität des Verstorbenen gab sein am 14. Rov. v. I. stattgefundenes Leichenbegängniß. Viele Tausende von Menschen versammelten sich vor dem Trauerhause in den anliegenden Straßen, und viele Tausende bildeten in all' den Gassen, welche der Trauerzug passirtc, Spalier. Den Zug ervssiietcn die Haudwerkervereinc, daun kamen die israelitischen Volksschulen und Waisenzöglinge, die städtische Musikeapellc „Harmonia", der Verein der Aerste, der Apothckerverein re. Dem Sarge folgten der Gemeinde rath mit dem Vicebürgermeister, der israelitische Cultusrath und Tausende und Tausende von Mitbürgern, ohne Unterschied des Standes und der Eonfessivn. Am Sarge sprach Rabbiner Löwenstein die Leichenrede in ergreifenden Worten und am offenen Grabe gab der Rcchnungsrath Knlezucki im Rainen des Gemeinderathcs den Gefühlen des Schmerzes und der Theilnahme Ausdruck. — In der unmittelbar nach dem Leichenbegängniß stattgchabten Sitzung des Lemberger Gemeindcrathes wurde die Errichtung eines Denkmals für den verstorbenen Menschenfreund so wie die Verabreichung einer jährlichen namhaften Guadeugabe an seine unbemittelte Schwester aus den Gcmeindemitleln beschlossen. Der Lemberger Eultusvorstand veranstaltete Dienstag den 26». d. eine Trauerfeier im Tempel Zkn zeigen. T<y» gpyn p werden mit 20 Ff. für die dreigespaltene Fetitzeile berechnet und müssen für die nächstllIoPl €XtUv? folgende Wochennnmmer bis spätestens Bonnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Exped. von R. Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin, Breslau, Cöln etc. zu adressiren. Ein Jicfigionsfchrer, der gleichzeitig als Chasan und Schauchet zu sungiren hat, wird sofort für unsere Gemeinde gesucht. Fixes Gehalt 750 M. [0575] Der Vorstand der israelitischen Gemeinde Papenburg W. J. Hes. Bekanntmachung. Durch den Tod des Herrn M. Löwenstamm ist die Stelle eines Eautors in hiesiger Gemeinde in Erledigung gekommen. IM. 051 s] Mit vorzüglichen Stimmmitteln begabte, zum Vortrag der Gebete mit Orgel- und Chorbegleitung, sowie zur Thorahoorlesuug befähigte Bewerber werden hiermit eingcladen, sich unter Vorlage von Nachweisen über Lebenslauf, Schul- und Die Religionslehrerstelle hier wird Fachbildung sowie bisherige Verwendung mit dem 1. Juni er. vacant. Das Ein- Jüngstens 1~>. Mtti ü. kommenderselben beträgt jährlich 1200M. an t>ic unterfertigte Verwaltung zu wenden. Befähigung zur Ertheilung des Re- Meldungen werden bis zum 1. Mai er. ligions-Unterrichtes an den öffentlichen Lehranstalten ist erwünscht, entgegengenommen. [57-18] München. den 17. April 1881. Der Vorstand der 8gnogogen-Gemeinde JHe Verwaltung -er israelitischen EnltnstzkMkin.e. _Neidenbnrg.- - Eine geprüfte Lehrerin Aaeoklon-Sckuke. Seelen am Kurz. mit bestem Zeugniß des jkönigl. Lehrerinnenseminars in Berlin versehen, sucht Stellung als Lehrerin und Erzieherin. Auskunft erthkilt bereitwilligst Herr Rabb. vr. Frankl in Berlin C., Heiligegeiststr. 49. [B. »5651] Das Sommerfemester ln unserer mir einem Alumnat verbundenen brrechtigten Realschule beginnt am 27. April. Auf Anfrage wegen Aufnahme von Pensionären errheilr der Unterzeichnete Auskunft. 656> f Tirector I)r. ^ruliviin.