Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1881)
- Date
- 1881-04-19
- Page
- Seite 252 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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252 große Masse unter den Juden in das allgemeine Culturleben | sagt zu werden. -Des Weiteren zu bemerken, halten wir uns und in das russische Volkswesen hinüberzuleiten, und was! für überhoben, da, was besonders die Literatur bekifft, bereits die Wege zum Beffern beschritten find. Wir hoffen, daß diese Worte, wie fie aus wohlmeinendstem Geiste gefloffen, auch eine freundliche Aufnahme finden. Es ist die Aufgabe der Publicistik, auszusprechen, was in der Seele Vieler lebt. Es ist daher nicht immer Neues, was fie zu sagen hat, aber nachdrücklich vorzustellen und denen im Bewußtsein zu Hallen, die zum Handeln, zu werkthätigem Borangehen berufen find. hierfür in rechter Weise geschieht, das ist von wesentlicher! Bedeutung. Hierbei ist aber ein Hauptmoment: die Klärung und Stärkung des religiösen Elements. Aus einer Volksmaffe durch eine kritische Hypercultur eine religionslose Masse zu machen, ist das unheilvollste Werk für sie und für die Gesammtheit. Soweit die Schilderungen reichen, die uns seit Jahren über unsere Glaubensbrüder in Rußland zukommen, und die Thatsachen sprechen für die Richtigkeit jener, so lehren fie uns, daß ein immer größerer Theil derselben sich, namentlich durch den Besuch der höheren Lehr-! anstalten, die Bildung, auch die wissenschaftliche, aneignen,! daß aber gerade diese „Gebildeten" vom Kaffesten religiösen > Jndifferentismus, ja von einer gewissen Feindseligkeit gegen! die Religion ihrer Väter, ergriffen find. Wer die Geschichte! des letzten Jahrhunderts kennt, wird fich darüber nicht ver-! wundern; denn dieselbe Erscheinung Kat immer da her-> aus persönlichen Rückfichten nicht über die Enquöte, welche vor, wo eine plötzlich erlangte Bildung einer unbeweglichen,! jüngst hier im Ministerium für Cultus und Unterricht über stabilen Orthodoxie gegenüberstand. Die Entwickelung, die schöpfe-! ben Gesetzentwurf zur Regelung der äußeren Verhältnisse der rische Entwickelung fehlte. Es sind daher die Juden in Ruß-! Israeliten stattgefunden hat. Es erscheint mir jedoch nochwendig, land gegenwärtig dreifach getheilt: die gebildeten Jndifferendaß in Ihrer Zeitung, die ein Repertorium für die Geschichte Wie«, 8. April. Die Evquöte zur Regelung -er äußeren Rechtsverhältnisse der Zfrariiteu in Oesterreich. Wie es scheint, berichtet Ihr ständiger Correspondent tisten, die große Masse der Orthodoxen und in den westlichen Provinzen die Chassidim. Hier gilt es daher, die Apathie, der sie verfallen find, mit Macht abzuschütteln, und durch Käftige und gesunde Bestrebungen die Masse in Bewegung zu setzen und ihr zugleich das Borurtheil zu benehmen, daß Bildung und Religionslofikeit gleichbedeutend seien. Zu diesem Zwecke, glauben wir, würde die Gründung einer Hochschule für die jüdische Theologie überaus wirksam sein. Es ist in Rußland noch eine bedeutende Summe talmudischeu und rabbinischen Wissens vorhanden und diese auf wissenschaftliche Wege, zu wissenschaftlicher Methode und Beder Juden ist, ein derartiger Bericht nicht fehle. Meine Informationen find aus sehr guter Quelle und weichen in manchen Beziehungen von dem, was hiefige Journale berichteten , die Wahres mit Falschem mischten, ab. Die Enquöte erledigte ihre Aufgabe in zwei Sitzungen, die je etwa vier Stunden dauerten. Den Borfitz führte in Vertretung des Ministers der Sectionschef Baron Lehmayer, und an seiner Seite befand fich der Fachreferent Herr Ritter v. Gnievosz. Die Herren, welche die Enquete bildeten, verkaten die bedeutendsten Kronländer der Monarchie, in welchen Juden wohnen, und gaben ein Bild der verschiedenen Richtungen arbeitung hinüberzuführen, würde von großen Resultaten be-! innerhalb des Judenthums. Die Repräsentanten der sogegleitet sein. Was uns persönlich betrifft, so hegen wir noch: nannten orthodoxen Partei waren die Herren Rabbiner heute die Ansicht, daß es, wenn es zu erlangen wäre, für! Schreiber aus Krakau, Dr. Gugenheim aus Kolin und der eine solche Anstalt am zuträglichsten ist, sich unmittelbar an! ehemalige Rabbinatsassessor Spitzer in Wien. Es war auch eine Landesuniversität als jüdisch-theologische Facultät anzuschließen. Dadurch würde am besten jeder separatistische Geist vermieden und die unmittelbare Wirksamkeit nach Außen sicherer sein. Nicht minder wichtig ist die Schöpfung von Lehrer - Bildungs - Anstalten. Nicht die Schule, sondern die Lehrer bringen tiefgehende Wirkung hervor. Die bestorganisirten Schulen, wenn sie nicht zugleich tüchtige Lehrkäste beder bekannte Stteithahn, der ehemalige Hofwechsler. Herr Ignaz Deutsch, eingeladen, welcher sich jedoch entschüldigen ließ. Diese Herren erfuhren eine arge Enttäuschung. Sie hatten nämlich den Herrn Baron Köuigswarter, der wegen seiner conservativen Gesinnung bekannt ist, zu ihrer Partei gezählt; doch Herr Baron Köuigswarter ist conservativ, wie es sein sel. Vater war, aber er ist kein Rückschrittsmann und sitzen, vermögen nur wenig. Es ist deshalb ein schon oft i weiß die Zeitverhältnisse zu würdigen. Er ist überdies zur begangener Fehler gewesen. Schulen herzustellen, bevor für! Zeit t>CT Wirksamkeit des sel. Mannheimer, den er besonders die tüchtigen Lehrkäfte gesorgt ist. Daß mit allen diesen! verehrt, zum Manne herangewachsen. Zu all dem kommt Einrichtungen schließlich nur der Endzweck verbunden ist, der! noch, er besitzt unter Anderem eine Herrschaft in Mähren, gesammten jüdischen Jugend eine gute Bolksschulbildung, wo! in der Nähe von Boskowitz. Wenn er auf dieser Herrschaft möglich mit erweiterten Zielen zu schaffen, braucht nicht ge-1 weilt, versäumt er es nicht, den hochverehrten greisen Landes«