Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 15 (12.4.1881)
- Date
- 1881-04-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Ällgemeine Zeitung des Zudmlhums. Ein unpartriischcs Organ für alles jüdische Interesse. Dirje Zeitung ersctieinr wöct»- '(ich I einmal in 2 bis 2'/» Boge>- 3rcic- | i Vierteljährig 3Mart. Ji' . erden I I mir 20 Vf. für die dreigc'p^lienc Petit - l /teile oder deren Raum berechnet. j «Ne Postämter (Postzeitungsliste > 1 Nr. »5) und Buchhandlungen nehme,'! , Bestellungen an. l Herausgegeben von Nabbiner Dr. Ludwig Philippso« in Bonn. Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. In redaktionellen Angelegenheiten I , wende «an sich an vr. t. Philipps,» in > \ Bonn: hinsichtlich der Inserate an M.! Stoffe in Leipzig nutz dessen KUtalen! in Berlin, Brrslan rc. I > Jaserale, welche bis W»narr»t,g eingehen. > > finden in der daraussolgenden Rümmer I s Berücksichtigung. Beilagen werden mit 12 Mark berechnet. 45. Zkhrgaug. Leipzig, den 12. April 1861. ^Nä. 15, Inhalt. Leitende Artikel: Bon der Erziehung unserer weiblichen Jugend. III. — Gesetzentwurf zur Regelung der äußeren Rechts» Verhältnisse der israelitischen Religions-Genossenschaft. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Potsram, Bonn, Nordhausen, Bielefeld. Karlsruhe. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Lemberg. — Holland: Amsterdam. — Rußland: Petersburg, Moskau. — B l^nn: Notizen, Literarische Notizen. — Feuilleton: Finanzielle Fragen. icitmi)« d-il'iiscl. Bonn, 6. April. Vau der Erziehung unserer weiblichen Zügen-. in. Was in den vorhergegangenen Artikeln über die religiössittliche Erziehung unserer weiblichen Jugend gesagt worden, gilt ohne Unterschied für alle Stände und Klaffen; ich nehme keine ans. fei es nach Bildung oder Vermögen. Die religiös'fittliche Erziehung und Unterweisung, und zwar in gleicher Ausdehnung, ist den Reicheren wie den Aermeren. den mehr wie den weniger Unterrichteten dasselbe Bedürfniß, dasselbe Erforderniß. Hier kann höchstens die Individualität eine Verschiedenheit nothwendig machen. Die Religiosität und Sittlichkeit bilden den Kern des menschlichen Wesens, und besonders des weiblichen, machen den wahren Werth! und das wahre Verdienst des Menschen aus und sind in j Hütten wie in Palästen vorhanden und das höchste Ziel des, Menschen. Das Judenthum hat seit seinen ältesten j hierin niemals einen Unterschied zugelaffen; alle seine Kinder auf eine Stufe gestellt und ihnen allen dieselben Rechte und Pflichten zugesprochen. Nichts ist unjüdischer, als wenn die Reicheren auch einen besonderen Religionsunterricht für ihre Kinder fordern, und sie möglichst auch im Religions« ' unterrichte von der ärmeren Klaffe absondern wollen. Es ist i Pflicht jeder jüdischen Gemeinde, diesem Verlangen, soweit ihre Autorität reicht, entgegenzutreten. Während meiner dreißigjährigen Amtsführung habe ich nach diesem Grundsatz j gehandelt, und in meiner Gemeinde niemals Opposition da-! gegen gefunden. Aus diesem Gesichtspunkte haben die ge-! meinsamen Religionsschulen einen wesentlichen Vorzug vor! der. jetzt freilich an vielen Orten nothwendigen Bertheilnng des Religionsunterrichtes nach den verschiedenen Schulen. Durch letztere wird das gemeinsame Band der Religion! durch Klaffengeist sehr gelockert. — Anders ist es mit der! intellektuellen Erziehung. Hier sprechen die äußeren Verhält» ' niffe allzusehr mit, und es kommt aus die Mittel an, welche die Eltern zu verwenden haben, um ihren Kindern den Besuch dieser oder jener Schule zu ermöglichen und die Dauer des Schulbesuches zu erweitern oder nicht. Jedenfalls muß aber darnach gestrebt werden, auch den Mädchen einen tüchtigen und erweiterten Bolksschul-Unterricht zu gewähren, und ihnen wenigstens die Bahn zu eröffnen, mit eigener Kraft weiter zu stteben. Es muß vermieden werden, daß das Kind, nachdem es die Schule verlaffen, jede weitere Uebunq des Erlernten ausgiebt und so in dem Erreichten bald zurückgeht. Unsere Lehrer sollten hierauf eine besondere Aufmerksamkeit richten und möglichst nach dieser Seite hin zu wirken suchen. Daß gerade im Elementarunterricht die Richtung besonders auf die Realien zu gehen habe, brauche ich nicht zu bemerken.; Die gewerbliche oder technische Erziehung habe ich als 15