Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 14 (5.4.1881)
- Date
- 1881-04-05
- Page
- Seite 228 (sequence 12)
- Language
- German
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228 Vermischtes. Wohlgemeinter Rath. Wie haben schon früher, und zwar mit gutem Erfolge, talität zu führen. An sich wären uns solche Szenen gleich-!gut sagen; so was läßt sich nicht immer aufhalten, wenn es gültig, aber sie würden zu vielen Widerstand Hervorrufen. j in Fluß kommt. Doch nun?" Und er machte mit der Hand Jndeß wiffen Sie, daß die Judenhetzc uns nur Mittel zum j die Geberde des Geldzählcns. „Wie ich Euch gesagt," ant- Zweck ist. Die Hauptsache ist, den Liberalismus zu stürzen, j wortete N. und griff in die Tasche, „hier sind bl Mark, eine und besonders hier in Berlin den Fortschritt aus dem Sattelj für jeden Mann im Voraus. Ist die Sache gut abgelaufen, zu heben. Glücklicher Weise haben sich da jetzt die Fortj erhaltet Ihr dieselbe Summe und 10 Mark für Eure Bcschrittlcr zu Bertheidigern der Juden aufgeworfen. So j mühung." — „Aber Ihr werdet mir hernach doch keine müsien sie nun von hier aus angegriffen werden. Wir! Flausen machen?" — „Gewiß nicht, wir brauchen Euch ja' haben sie, wo wir sie haben wollten. Die Fortschrittler durch' in drei Tagen wieder." — Der Mann nickte, und N. und die Juden. Der Ring muß gesprengt werden. Die Anti-! der Doctor verließen den Keller, semiten haben also jetzt ihre Laufgräben zu demaskiren und ■ ihren Sturm auf die Fortschrittler zu richten, was ganz na-! türlich erscheinen wird und wozu Material für den Angriff! genügend vorhanden ist. Dies muß, wenn nicht heute, doch! morgen schon geschehen, und dazu die Versammlungen gehäuft werden." einverstanden, Herr Gra—, nur ^cn wohlgemeinten Rath ausgesprochen, jüdische Antoren daß wir hierzu neuer Truppen bedürfen, neuer Kräfte, neuer, doch auf dem Titelblatt ihrer Schriften unter ihren Männer, entschloyener als die bisherigen, feuriger, gewaltiger > ntcf)t die Bezeichnung „Mitglied der Deutfch-Mvrgen- und solche kann ich Ihnen in Aussicht stellen! -^cr 110^1^11 Gesellschaft zu Leipzig und Halle" stellen, weil sie hochgewachsene Mann wars einen Blick auf den jungen Mann batmr£j, leicht lächerlich machten. Diese verdienstvolle mit dem fcuerrothen Barte, dann fügte ^r, ohne eine Miene nämlich gewährt ihre Mitgliedschaft nicht als zu verziehen^, hinzu: „Bei meinem sekrctär finden «ssie ejuc Auszeichnung, nicht als eine Würdigung verdienter Gcwieder eine summe vorräthig, über die sie verfügen können.! sondern einfach Jedem, der sich zum Beitritt meldet Doch bitte ich, etwa» sparsam damit umzugehen, sonst könnten unb jährlich fünf Thaler bezahlt, wofür er die Zeitschrift wir erschöpft sein, ehe wir ans Ziel gekommen." Hiermit i bet Gesellschaft erhält. Die Gesellschaft erlangt dadurch die wandte er sich und verließ den Keller. _ Mittel, ihre ausgedehnten wissenschaftlichen Zwecke zu fördern. Jndeß blieben die Beiden nicht lange allein. Ein star-; <£-ß Bezeichnung als Mitglied bedeutet also nichts weiter als eine Quittung über den gezahlten Jahresbeitrag. Wie gesagt, wir warnten früher vor der Prahlerei, die in jener Bezeichnung unter dem Namen des Autors gefunden werden könne. In jüngster Zeit ist das wieder vergeffen worden und wir fanden diese Titulatur sogar auf dem Titelkopfe einer Zeitschrift! Ueberhaupt ist das Äufführen von Titeln I und Orden auf den Titelblättern ganz außer Gebrauch ge- I kommen und deshalb nur anstößig. Die Bezeichnung der ker, breiter, roher Geselle polterte die Stiege herunter. „Ah, rief N. ihm entgegen, seid ihr es Polte?" — „Jawohl — aber vor Allem etwas Naffes, ich bin so gelaufen. ..." Der Mann warf sich in einen Stuhl und es wurde ihm gebracht, was er wünschte. „Nun rapportirt. Polte— „Da giebt's nicht viel zu rapportiren. Die Sache ist abgemacht und gut. Morgen Abend sind öl flotte Kerle im angegebenen Local, Jungens mit starken Lungen und noch stärkeren Fäusten. Ihr könnt Euch aus sie verlassen, eine bessere j ucf,eu^'tcflung unter dem Namen des Berfaffers, wie: Pro garde hat kein König. Ich postire sie im ganzen saal, soj j^^r, Rabbiner, Lehrer und dgl. genügt vollständig. Mögen daß, wenn ein paar Gegner sich zusammcnthun wollen, einer! b^s unsere Collegen beherzigen, sich immer zwischendrängt und sie auseinander hält. Sie' wiffen vortrefflich, was sie zu thun haben. Sie werden brüllen, Beifall stampfen, dazwischenrufen, keine Gegenrede aufkommcn lassen, und, wenn es noth thut, dazwischenhauen. Letzteres am liebsten...." — „Nein, nein, zu einer Schlägerei dürft Ihr ei nicht komme» l-stcn, Eine solche zeigt immer, moralische Grundsatz, der zunächst daß die Gegner auch etwas können, und dao soll eben nicht > auf Killet, dann ans Jesus zurückgesührt wird, auch in der geschehen,- erwiderte *. .Den Einzelnen drängeln, stoßen,jMahnrcdc des Tobit an seinen Sohn - nämlich Tob, I, IS „Was Du nicht willst, daß Dir geschehe, das thu' auch einem Anderen nicht." Herr Rabbiner I)r. Levi in Gießen sendet uns die Behinauswerfen. auch prügeln könnt Ihr; aber eine rcgelmä ßige Keilerei wäre sehr unwillkommen. . ." Der Mann guckte Herrn N. etwas ungläubig an, doch fügte er hinzu: „Wenn Ihr cS so haben wollt; ganz kann ich freilich nicht dafür — vorkommt. Jedenfalls beweist dies, wie verbreitet und geläufig dieser Grundsatz innerhalb der jüdischen Kreise war.