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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-03-29 · Heft 13 (29.3.1881) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 13 (29.3.1881)
Date
1881-03-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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"ULlgeineine Zeitung des Iudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich I einmal in 2 bis 2'/» Bogen. Preis I Vierteljährig 3Mart. Inserate werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petit - I »eile oder deren Raum berechnet. I Alle Postämter (Postzeitungsliste I 1 Rr. 95) und Buchhandlungen nehmen! Bestellungen an. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag von Baumgärtncr's Buchhandlung in Leipzig. I In redactionellen Angelegenheiten j j wende man sich an Dr. £. pimippioii in Bonn: hinsichtlich der Inserate an R. Masse in Leipzig und dessen Filialen >! in Berlin, BreSla« :c. l Znlcralr, welche bis Donner»«,w einqehe». I finden in der daranfsolgenren Puiunier > i Berücksichtigung.! Beilagen werden mit 12 Mark berechnet. 45. Jahrgang. Leipzig, den 29. März 1861. No. 13. Inhalt. Leitende Artikel: Alexander II. — Bon der Erziehung unserer weiblichen Jugend. I. — Ein französischer Roman. — Lite rarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Hanover, Graudenz, Ans Baden, Gleiwip.— Hol land: Amsterdam. — Italien: Aus Oberitalien. — Bonn: Notizen. — Aus Baden: Literarische Notizen.— Feuilleton: Jüdische Erinne rungeu an Surinam. — Vermischtes: Ein Ausspruch Renan's. i'iL'u?.’ ewi-ißcf. Bonn, 20. März. Ä.lerander II. Heute vor acht Tagen fiel Kaiser Alexander ll. einem unerhörten, nie dagewesenen Mordanschlage zum Opfer. Wir haben die Empfindungen des ersten Schreckens vorübergehen lassen, bevor wir auch an dieser Stelle dem dalfingerasften Zaren einige Worte des Andenkens widmen. Die Geschichte lehrt uns, daß schon oft der Beherrscher eines mächtigen Reiches, der Gebieter vieler Millionen Menschen dnrch die Hand eines Mörders gefallen. Daß aber ein Monarch nach einer langen Reihe theils mißlungener, theils halbgelungencr Mordversuche, daß er nicht durch einzelne Fanatiker, sondern durch eine unabsehbare, über die Länder verbreitete Ver schwörung, daß er in der Mitte seines Heeres, der Behörden, des Bolkes gefallen ist, das ist unerhört, das ist nie da gewesen, das wirft ein düsteres Licht aus die Gegenwart, einen traurigen Schein aus die Zukunft! Tie anoderne Wissenschaft hat ihre Erfolge als Zerstörungsmittel in die Hände der Umstürzler, zur Benutzung derer dargeboten, welche die be stehende Gesellschaft in ihrer ganzen Ordnung, von den FundcD menten bis zur höchsten Spitze zerstören, und das Chaos an deren Stelle setzen wollen. Es ist nicht abzusehen, wie weit hierdurch dem Verbreche», den scheußlichsten Leidenschaften die Möglichkeit gegeben ist, Verwüstung über ganze Länder, Vernichtung über ganze Städte zu bringen, und unwillkülir lich wendet sich das Auge auf jene Ruinen in Paris zurück, Zeugnisse der Verwilderung und Wuth einer revolutionären Masse. Dies ist die allgemeine Seite an dem tragischen Ende des Kaisers Alexander II., welche allerdings in der gesammten j eivilifirten Welt eine tiefgehende Beunruhigung hervorzuruseu; vermag. Aber selbstverständlich entbehrt auch des besonderen! Interesses das schreckliche Ereigniß nicht.! Am 2. März I8f>5 wurde Europa von der Rachricht j überrascht, daß Kaiser Nikolaus I. aus dem Leben geschieden! sei. Sofort wandten sich die vollsten Erwartungen aus seinen > Nachfolger Alexander ll. Derselbe bestieg den Thron mit Idem Wahlspruch: „Gerechtigkeit für Alle!" Dieses Wort i hallte freudig in den Herzen seiner Völker, in den Herzen j Aller wieder, die an der Entwickelung eines so großen j Menschenreiches einen lebhaften Antheil nahmen. Ter neue i Kaiser brachte zunächst, und zwar mit großer Selbstübei' i windnng daS Friedeilsmerk zu Stande, und wandte feine ganze Kraft und "Anstrengung den inneren Fragen und Be dürfnissen seines ungeheuren Reiches zu. Es wird erst der zukünftigen Geschichtsforschung zustehen, ein gerechtes und wohlbegründetes Urtheil über die Regierung Alexanders II., über fein Wollen, Können und Vollbringen und schließlich auch über ihn als Mensch zu fällen. Für uns ist schon die einzige That, daß er die Fesseln der Leibeigenschaft 22 Mill0 onen seiner Unterthanen brach und ihnen ein menschentvür. digeS Dasein eröstnete, eine Tenksäule des höchsten Ruhmes, iv

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