Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 12 (22.3.1881)
- Date
- 1881-03-22
- Page
- Seite 197 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3227339-3227352--38821-3308078- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
197 Neide gefärbten Zweigen in jenen Niveaus der Gesellschaft, welche mit unberechtigtem Dünkel sich eine besondere, von der übrigen Menschheit sie unterscheidende Cultur anmaßen möchten. Es ist wahrscheinlich, daß die zu Tage tretenden Massen dieses Pilzes ähnlich wie die Schleimpilze, die Myxomyceten, nur eine kurze Dauer haben werden, Alle diese Pilze blähen sich mit überraschender Schnelligkeit auf, füllen sich mit Zer setzungsgasen, platzen entweder von selbst oder zerstießen, wenn man ihnen einen gehörigen Fußtritt applicirt, und verschwinden, nur jenen unbeschreiblichen Geruch zurücklassend, dessen Erinnerung noch lange in den Organen derjenigen nachzittert, welche nicht von der Krankheit befallen waren. Den Kranken dagegen (und dies ist ein Beweis der tiefen Störung des Sensoriums, welche einen wesentlichen Charakter der Krankheit bildet) erscheint dieser Gestank ebenso als ein Wohlgeruch, wie den hysterischen Personen der Qualm angebrannter Federn. Sie sind stolz auf diesen Geruch, der ihnen noch lange anhaftet, und brüsten sich damit, wenn feinere Nasen sich von ihnen abwenden. Sie gehen sogar so weit, ihn für einen specisisch germanischen Wohlgeruch zu erklären und Jeden als einen Reichsseind zu verschreien, der ihn nicht dem Dust von Rosen und Veilchen vorzieht. Die Gattung Barbaromyuctes hat zahlreiche Arten» welche über die ganze Erde verbreitet sind und in ihren Charakteren sich so wenig unterscheiden, daß ich noch im Zweifel bin, ob sie wirklich festgestellte Arten oder nur durch Anpassung an die äußeren Bedingungen hervorgerufene Varietäten sind. So blüht in östlichen Ländern, in Rußland. Ungarn und Czechien (denn Böhmen wird man bald nicht mehr sagen dürfen) der Barbarovayoetes antigermanicus. der einen weit größeren Verbreitungsbezirk und eine weit kräftigere Vegetation besitzt, als der räumlich beschränkte und bei genauerer Analyse doch sehr schwache und hinfällige Barbaromycetes autissnüticus. Die von ihm befallenen Slaven und Magyaren zeigen ganz dieselben Krankheitserscheinungen. wie die vom Barbaromycetes antisemiticus befallenen Germanen — wenn bei diesen schwarzes Haar und eine krumme Nase Nervenzuckungen, starrkrampfiges Fäusteballen, epileptisches Zähneknirschen und Schaum vor dem Munde erzeugt, so werden bei jenen dieselben Zufälle durch den Anblick flachsblonder Haare, blauer Augen und etwas in die Höhe geworfener Stumpfnasen erzeugt." Anzeigen. Tyt <^/\ sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Kosse in Leipzig oder AlAövX (ttv deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz, Cöln a,Rh., Dresden, Frankfurt a M., Blalle a 8., Hamburg, London, Magdeburg, München, Nürnberg, Paris, Prag, Strassburg i E., Wien, Zürich zu adressiren. Religionslehrer gesucht. Am Fürstenthum Lippe sind mehrere regierungsseitig errichtete Wanderlehrer-Bezirke mir dazu sich qualificirenden Lehrern zu besetzen. [4038] Die Stellen sind mit 1350 bis 1500 M. festem Gehalt dotirt und bieten Gelegenheit zu Nebenverdiensten. Resiecranten wollen unter Beifügung ihrer Zeugniffe sich baldigst an den mit der Schulaufsicht betrauten Herrn Lehrer Plaat hiers. oder an den Unterzeichneten wenden. Detmold, den S. März 1881. Der Ausschuß des Synagogenvcrbandes J. A. Erda. ein wohlerwogenes, gesundes junges MI Mädchen hiesiger jüdischer Gemeinde, welches eine 1'/»jährige Lehrzeit bei einer Sleidermacheriu zurückgelegt hat, auch gute Elementarschulkenntnisse besitzt, wird eine passende Stelle gesucht. Bei freier Station wird vorläufig nur mäßiges Salair beansprucht. Nähere Auskunft erlheilt Borsteher Adolph Bein ach zu Neuwied a. Rhein. [4311] In einer achtbaren jüdischen Familie Leipzigs finden junge Leute vorzügliche Vernum. Werthe Adressen unter F. L. Ö 3988 an Rudolf Mosse ir Leipzig erbeten. [3988] Zum 1. Mai findet in hiesiger Gemeinde ein Aeligionstehrer, Worbeter und Schachet Stellung. Einkünfte 350 Mark, freie Wohnung, Heizung. Mittag- und Abendtisch. Bewerbungen nimmt entgegen [4399/ Der Vorstand der israelit. Gemeinde zu Bruel in Mecklenburg. IV. «I. Ladewig. Israelitisches Pensionat m J. Spier ii Boclolt. Nach Ostern können noch einige Knaben ausgenommen werden, welche die hiesige vollberechtigte höhere Schule besuchen sollen. Tie Zöglinge erhalten bei guter geistigen und körperlichen Pflege Nachhülfe in allen Schulfächern. [3403] Köhere Töchterschule und Pensionat von Geschwister Sobernhcim in Bingen am Rhein. Beste Referenzen, mäßige Bedingungen. Beginn des Sommersemesters am 25. April. {F. 360] Höhere Schule u. Pensionat für Mädchen, geleitet von Frl. Kahn, unter Mitwirkung des Prof. L. Kahn, Brüssel 16 me de Cornet. Gründliche Bildung! in Religion, Wissenschaft, Umgang, umfafien- > den Unterricht in den neueren Sprachen, in! Piano, Singen, Zeichnen rc. Gewisienhaste! Aussicht. — Bedingungen mäßig. Vorzug- > liche Referenzen. [3288] Handels-Institut und Pensionat in Brüssel (Belgien) 348—350 Chaussee d’Etterbeck, rem Park Leopold gegenüber, geleitet von Prof. L Kahn. Gediegene religiöse und wisienschaftliche Bildung, rasches Erlernen der lebenden Sprachen und Vorbereitung zum einjährigen Freiwilligeudienfte Besondere Classen für vorgerückte Jünglinge u. specielle Einrichtung z. schnellen Erlernen der frauzöfischrn Sprache. — Beste Referenzen. [3287]