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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-03-22 · Heft 12 (22.3.1881) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 12 (22.3.1881)
Date
1881-03-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung des Iudenlhums. Ein nnMrtciischcs Organ skr alles jüdische Interesse. Xiefc Heilung erscheint wöchentlich!! einmal in 2 bis 2'/» Bogen. Preis I Vierteljährig 3 Mack. Inserate werden mit 2» Pf. sür die dreigespalrene Perir- > zeile oder deren Raum berechnet. [ | Alle Postämter (Postzeitungsliste > > Rr. i»5>) und Buchhandlungen nehmen I Bestellungen an. Herausgegeben von rltabbiner Ludwig Philippfon in Bonn. Verlag von Kaumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. In rcdacrionellen Angelegenheile»! wende man sich au l»r. i. Pdilipplo» >» I; Bonil: hinsichtlich der Inserate UI, R. > Moste in Leipzig und deffcn Iilialcu : i« Berlin, BreSlau :c. > Inlerale, welche bis DonncrrlaA eingelieu.! finden in der darauffolgenden 'Jiiimmer 1 Berücksichtigung. I Beilagen werden mit 12 Mark berechnet. 45. Jahrgang Leipzig, den 22. März 1881. Ko. 12. Inhalt. Leitende Artikel: Zwei wichtige Kundgebungen. — Die ungarische Slaatsregierung und die Antisemiten. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Brandenburg a. d. H., Leipzig, Kassel, Frankfurt am Main, Ober- Ingelheim. — Frankreich: Paris. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Vermischte : Hurdarom^eet«^;mtisemitilnis — der antisemitische Barbar eischimmel. enge Grenzen von Ausnahmen erreichte Beseitigung. Eine )t«ilairOü Ärl'iltcl. Bonn, 16. März. Zwei wichtige Kundgebungen. Je weniger die „A. Z. d. Jud." sich mit der Politik des Tages zu beschäftigen hat, desto wichtiger waren ihr stets die großen menschheitlichen Fragen, der Fortschritt in der Verwirklichung der allgemeinen Prinzipien des Rechts und der Freiheit. So hat sie mit dem größten Interesse die Fortschritte in der Aufhebung und völligen Beseitigung jenes Erbübels der antiken Gesellschaft, des Sklaventhums, verfolgt. Nur in der mosaischen Gesetzgebung wurde die Grundlage zur Befreiung von diesem schweren Makel des Menschenthums gelegt, indem das Sklaventhum durch ein siebenjähriges Miethsverhältniß ersetzt wurde und außerdem das Jubeljahr Allen die völlige Freiheit brachte. Keine der späteren religiösen Erscheinungen setzte das mosaische Werk fort; vielmehr wurde im Abendlande später an die Stelle des Sklaventhums die Leibeigenschaft gesetzt, welche das materielle Loos der ihr unterworfenen Personen noch härter gestaltete. Erst die höhere Eivilisation der abendländischen Völker und ihrer Colonien in anderen Welttheilen, dieselbe Eivilisation, welche der Inquisition, den Hexenprozefsen, der Tortur und dem Despotismus überhaupt ein Ende machte, brachte auch dem Sklaventhum und der Leibeigenschaft die nunmehr bis aus merkwürdige Erscheinung in der Geschichte dieser großen menschheitlichen Angelegenheit bleibt es, daß gerade in demjenigen Lande, in welchem die Grundsätze der persönlichen Freiheit, der Selbstverwaltung, der Gleichheit aller Staatsangehörigen vor dem Gesetze, der Trennung von Staat und Kirche, der Selbstregierung des Volkes die ausgedehnteste Anwendung fanden, daß gerade in der nordamerikanischen Union sich das Sklaventhum bis aus die neueste Zeit nud zwar in den härtesten Formen gesetzlich erhielt, während es vom europäischen Boden auch in der Form der Leibeigenschaft längst verschwunden war. Wir brauchen hier die ursächlichen Momente nicht auseinanderzusetzen. Es handelte sich dort um die schwarze Race, um eine Erbschaft der südlichen Staaten, denen gegenüber die nördlichen, in denen das Sklaventhum verboten war, um die Union zu erhalten, nachgeben mußten, bis der Kamps unausweichlich und in einem blutigen Bürgerkriege siegreich beendet wurde. Seit 1864 besteht auch dort das Sklaventhum gesetzlich nicht mehr. Es war dies für alle Menschenfreunde, sür alle, welchen die uneingeschränkte Durchführung der Gleichberechtigung aller Menschen am Herzen liegt, eine hohe Befriedigung, ein wahrer Triumph. — Aber man weiß, daß von einer principiellen Anerkennung bis zu der Stufe der Ausführung, wo alles Zweifelhafte verschwunden und der neue Zustand zur vollen Gewohnheit geworden, immer noch ein weiter Weg ist und noch manigsaltige Kämpfe erfordert. Welche Schwierigkeiten thun sich da aus? Wie verhält man sich ihnen gegen- 12

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