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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-03-08 · Heft 10 (8.3.1881) · p. Seite 161

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 10 (8.3.1881)
Date
1881-03-08
Page
Seite 161 (sequence 13)
Language
German
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161 Herrnkrone in gleichem Flachrelief wie die Ornamente der Stickerei gemeißelt. Kleinere, ähnlich umrahmte, runde Felder zeigen sich auf vem prachtvollen Sargtuche, nahe jedem der vier Zipfel. Jedes dieser vier Medaillons enthält en relief, wie darauf gestickt, einen Spruch, die Bezeichnung einer schönen Tugend oder Eigenschaft der Verewigten. Hier liest man: „Dem Manne die hingehendste Gattin", dort: „Den Kindern die liebevollste Mutter" — „Den Eltern die aufopferndste Pflegerin" — „Den Unglücklichen die edelste Helferin". — An der vordersten der beiden Schmalseiten steht auf der Breite der Plinte in Goldschrift: „Besser Ehre — denn Ehren!" — auf der rückseitigen: „Kurz gelebt, ist kurz gelitten." Die südliche Langseite trägt die Worte: „Ziehe ich sandte einen Engel vor Dir her. Dich zu behüten auf Deinem Wege." — Die nördliche: „Wir vertrauen auf Dich Herr, daß Du vergelten wirst einem Jeden nach seinem Thun." — An den vier Ecken des Sockels sind in Marmor gemeißelt Eichenkränze wie mit breiten Bandschleifen befestigt, aufgehängt. Unmittelbar vor jeder der beiden Langseiten dieses Sockels ragen je zwei, oben halbrund geformte, kleine Marmortafeln auf, vor jeder Schmalseite je eine von gleicher Form. Ueber diesen Bogenabschluß der beiden letzteren legt sich ein vorzüglich aus Marmor gemeißeltes Geflecht von Lilien. Die beiden Tafelpaare vor den Langseiten werden in ähnlicher Weise von Rosen umwunden. Die vor der südlichen Seite des Katafalks erheben sich zu Häupten des mit herrlichen Blumen und Kränzen ganz bedeckten Grabhügels der Verewigten und — der Stelle dicht an besten Seite, die für jetzt noch leer ist. Mit Ausnahme der dieser Stelle entsprechenden zeigen alle Tafeln Inschriften in goldenen Lettern. Auf jener zu Häupten des Grabes ist der Name, Nina Liebermann von Wahlendorf, geb. Strauß und die Taten der Geburt und des Todes 1838 — 1880 zu lesen. Auf den beiden Tafeln an der entgegengesetzten Seite; „Wohl uns, daß wir hier ruhig schlafen können, denn unser Gewissen ist rein"; — und: „Und so sah ich alle Tage einen Tag dem andern folgen, bis zuletzt der letzte kommt." — Die Tafel an der Stirnseite zeigt die Worte: „Alles Leid, das wir gemeinsam erlebten, verschwindet doch gegen das Leid» das mich, du Gute, getroffen hat durch Deinen Tod"; darunter den Vers Dante's: „Kein größerer Schmerz, als sich im Leid auf altes Glück zurückbesinnen." — Auf der jenseitigen Tafel aber leuchtet der Spruch in Goldlettern: „Wo Du hin gehst, will auch ich hingehen, wo Du übernachtest, will auch ich übernachten und wo Du stirbst, will auch ich sterben und bei Dir begraben sein!" — Was bei der gebotenen Resigna tion auf jedes Bildwerk in menschlicher Form durch eine plastische Gestaltung schlechterdings nicht ausgedrückt werden kann, da» ist hier durch die gewählten Sprüche allerdings desto eindringlicher kundgegeben: die Seelenschönheit des betrauerten geliebten Wesens, die Liebe und der unheilbare Schmerz derer, denen dasselbe entrissen ward. Was die rein architektonische Form und die Dekoration einem Grab-Monument einzig zu geben vermag, ist - solchen Verzicht vorausgesetzt — immer nur der Charakter ernster feierlicher Würde und düstern Pompes. Dieser aber ist hier in dem schönen Werk Banelli's vorzüglich erreicht. Die Marmorausführung; daran ist eine echt italienische, virtuose Meisterleistung. Auf israelitischen Kirchhöfen dürfte dies glänzende Beispiel eines, von der kahlen nüchternen Formlosigkeit und Langweiligkeit befreiten und dennoch die Satzung respectirenden Grabdenkmals in Zukunft manche Nachfolge finden. Anzeigen. Tmqmuqsind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder n ct» deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz, Cöln a Rh., Dresden, Frankfurt a.M., Halle a,S., Hamburg, London, Magdeburg, München, Nürnberg, Paris, Prag, Strassburg iE., Wien, Zürich zu adressiren. Zum I. Mai d. I. wird in unserer Ge-! meinde die Stelle eines BorbeterS und Leh rerS an der dreiklassigen Religionsschule vai cant. Derselbe muß das Elemenrarlehrer- > Examen bestanden haben. Festes Einkommen M. 1200 jährlich. | Außerdem ist Aussicht vorhanden, daß der! Gewählte in nächster Zeit die Stelle eines! städtischen Elemeutarlehrers an der hiesigen j Simultanschule erhält, wie dies bis jetzt der \ Fall war. Dieselbe wird im Anfänge mit M. 750 jährlich honorirt. Bewerber, welche musikalisch gebildet sind, und die Befähigung besitzen, eincn Chor zu leiten, erdalten den Borzug. Meldungen mit Lebenslauf und Zeugnissen sind zu richten an den {3089i Borstand der Syuogogeu Gemeiude Preusa. Stargard. Höhere Schule u. Pensionat für Mädchen, geleiter von Fri. Kahn, unter Mitwirkung des' Prof. L Kahn, Brüssel 16 rue de Comet Gründliche Bildung in Religion, Wissenschaft, Umgang, umfassen den Unterricht in den neueren Sprachen, in Piano, Singen, Zeichnen :c. Gewissenhafte Aufsicht. — Bedingungen mäßig. Vorzug liche Referenzen. [3288] ”$)en|iüuat und höhere Töchterschule von Frau vr. 1.0 VS 178 on. Ha««oder, Thiergartenstr. 4. Anfnatzme non Zöglinge* zn jeder Zelt. Näheres durch Prospekte. [1956] Seminar Lehrerinnen - BildnngS - Anstalt mit dem Pensum des beim Staats-Examen Verlangten, verbunden mit einem Tochter- Pensionat. [3315] Unter d. Schutze u. d. Empfehlung größter existirender Pädagogen u. Rabbiner Berlins, ist d. Institut d. einzige derartige israelitische in Deutschland. Proipekte u. Näheres d. d. Vorsteherin Frau Therese Gronau, Berlin, In den Zelten 12._ Eine [3035[ WrrlHin die die Küche gut versteht, oder eine gute Köchin findet von sogleich Stellung bei Simon Cohn, Angerburg.

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