Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1881)
- Date
- 1881-03-08
- Page
- Seite 150 (sequence 2)
- Language
- German
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1 150 Amerikäs die Äußerung: diese Ablehnung zeuge für die Zer- Wir unsererseits wünschen und hoffen, daß mit diesem setzung des Judenthums als Race, da sich seine Bekenner Vorgänge die Krise überstanden sei, um die Differenzen nach den Nationalitäten theilten. Diese Bemerkung ist gezwischen den deutschen und polnisch-russischen Juden zu geradezu kindisch. Die Geschichte zeigt uns, daß die Juden! genseitiger Ausgleichung zu bringen. In der That wäre es schon vor vielen Jahrhunderten nach den Ländern, denen ein schlechtes Schauspiel, das gerade im freien Amerika ge« sie angehörten, gcthcilt waren, und sogar zwischen den sog.! geben würde, während in den deutschen Gemeinden, z. B. in spanisch portugiesischen und den deutsch-polnischen Juden eine' Wien, eine wesentliche Spaltung zwischen deutschen und polsolche Spannung vorhanden war, daß sie sich untereinander; nischen Juden niemals Platz gegriffen hat. Die gegenwärtige nicht verhcirathcten, eine Spannung, die gerade in unserer, Generation weiß, daß in der folgenden schon durch das Leben, Zeit aufgehört hat. Nichts desto weniger bestehen die vcri die Schulbildung und die Gemeinsamkeit der religiösen und schiedenen Riten noch heute fort, ohne daß die Einheit wohlthätigen Anstalten die Unterschiede verschwinden, welche der Lehre, des Gesetzes und der Geschichte davon berührt j zwischen den Allansässigen und den politischen Ankön,mlingeu worden. ' bestehen. Wie dem aber auch sei, das Votum der Großlogen : von Chicago wurde von denen in New-Aork und allen östlichen Staaten annullirt und die polnischrussische Loge in den allgemeinen Bund der B’nei; Berith ausgenommen. i Diese Nachricht bringt uns die American Correj spondence vom 5. Februar, und wie wir uns über diesen! nur kleinen Theile der Pester Studenten hat jetzt seine weitere Sieg des Befferen freuen, theilen wir im Allgemeinen Austragung gefunden. Wir geben hierüber den Bericht des die Ansichten, die dieses Blatt, das von christlichen Federn | „Neuen Pester Journals". Es geht daraus zweierlei herredigirt wird, ausspricht. Es sagt unter Anderem: „Das jvor, erstens, daß das ungarische Ministerium entschieden Wesentliche ist, daß die Elite der israelitischen Bevölkerung! gegen die antisemitische Bewegung einschreitet, in den Vereinigten Staaten treu bleibt den großen Prurzi-! und zweitens, daß diese, wenigstens was die Studenten bepien der Brüderlichkeit und allgemeinen Billigkeit, die ihrer!trifft, doch uur ein Importgeschäft aus Berlin ist. Die Ungarische Ltaatsregiernag und )ie Antisemiten. Der bereits kurz gemeldete Vorgang in einem allerdings Race stets eingewohnt haben. Und dies ist soeben durch die Mißbilligung erwiesen worden, mit welcher die Versammlung der B’nei-Berith von New-Iork und der östlichen Staaten in ihrer jährlichen Convention das ausschließende Votum der allzu teutonischen Juden von Chicago gegen die Aufnahme russischer und polnischer Israeliten in ihren Logen ausgenommen und zuückgewiesen haben." „Die Amerikaner billigen durchaus das Verfahren der Juden von New-Aork. Sie wißen, daß der Moment kritisch ist für die jüdische Race, die Budapest, 22. Februar. Der Univerfitätssenat hat heute der antisemitffchen Agitation unter den Universitäts- Hörern ein Ende gemacht. Gleich jedem vernünftig Denkenden hat auch der Senat, namentlich aber das Haupt deffelben, der Rector Dr. (tbeologiae) Johann Berger, der Angelegenheit keine ernstere Bedeutung beigelegt, wohl wiffend, daß der ganze antisemitische Rummel nur auf Unüberlegtheit und wohl auch aus Irreführung zurückzufuhren sei. Der Senat ließ sich daher in seinem Borgehen von dieser Auffaffung so plötzlich angegriffen worden wie im Mittelalter, und daß! leiten und mit ihm geben nun auch wir der Hoffnung Ausdie Stunde schlecht für sie gewählt ist, sich in Orthodoxe, | druck, daß die wenigen irregeführten Studenten, vom Rektor Resormirte, Rationalisten oder sonst was zu spalten. Die zur Einsicht gebracht, zu ihrer berussmäßigen Beschäftigung, Amerikaner kennen die alte und zeitgenössische Geschichte und j der Pflege der Wissenschaften, zurückkehren werden. Ueber sie wiffen, daß wenn, besonders in Europa, die Israeliten die heute stattgefundene Univerfitätssenats-Sitzung und deren ehemals nur die beständigen Märtyrer der religiösen Freiheit j Antezedemien find wir in der Lage Folgendes zu berichten: gewesen, sie gegenwärtig verhätnißmäßig die zahlreichsten i Nachdem die Polizei die „Antisemiten-Bersammlung" im Fackelträger der Civilisation find und daß man die Namen „Cafe Szidon" aufgelöst hatte, erstattete die Oberstadthauptvon Juden oft den größten materiellen Unternehmungen wie den schönsten Werken der Kunst und der wahrhaft kosmopolitischen Wohlthätigkeit verbunden findet. Und deshalb unterstützt die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten so energisch die Israeliten, welche als wahre Amerikaner gegen die Gleichgültigkeit der englischen und gegen die teutonische Tendenz gewiffer deutscher Juden protestiren." Mannschaft hierüber Bericht an das Ministerium des Innern. Hier war man über das Vorgehen der Studenten höchst ungehalten und plante eine strenge Bestrafung Aller, die fich an der Bewegung in hervorragender Weise betheiligt hatten. Das Ministerium des Innern richtete daher an das Unterrichtsministerium eine in sehr energischem Tone gehaltene Zu-! schrist, in welcher die Betheiligung der Studenten an der