Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 9 (1.3.1881)
- Date
- 1881-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3227339-3227349--38754-3308008- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
p Allgemein e Zeitung des Äudmthums. Ein lmparttiischks Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich! | einmal in 2 bis 2V» Bogen. Preis I . Vierteljährig »Mart. Inserate werden mit 20 Pf. für die Lreigespaltene Petit-! zeile oder deren Raum berechnet. | ' Alle Postämter (Postzeitungsliste i Rr. 95) und Buchhandlungen nehmen! Bestellungen an. Herausgegeben von Rabbiner I)r. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. | In redaktionellen Angelegeiideitei,! wende man fich an vr. i. ptjitippion in! , Bonn: hinsichtlich der Imerate an R. ' i Masse in Leipzig und dessen Filialen | in Berlin. Breslau :c. i Znltkole, welche bis Ionntrsrag eingehen, > ' finden in der darauffolgenden Rümmer! > Berücksichtigung. Beilagen werden mit 12 Mark berechnet. 45. Jahrgrug. Leipzig, den 1. März 1861. M. 9. Inhalt. Leitende Artikel: Bon unserer Jugend. Zusatz-Artikel. — Fürst Bismarck und die Antisemiten. — Eine neue Anschuldigung der „Germania". — Der Synagogenbrand in Neusiettin. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin. Leipzig, Dresden, Breslau, Potsdam. Hamburg. Darmstadt, Wolfenbüttel, Neusteltin. München, .Hildesheim. — Oesterreich-Ungarn: Bon der Donau. — Frankreich: Paris. — Italien: Rom. Aus Oberitalien. — Bonn: Notizen. — Aus Oberitalien: Literarische Notizen. — Feuilleton: F. von Hellwald und die Kaukasischen Juden. — Vermischtes. «cihtiOi: Bonn, 2:>. Februar. Von unserer Jugend. Zusatz-Artikel. Ein befreundeter Leser dieses Blattes schreibt uns: es unserem zweiten len, kommen und kommen müssen. Wir wollen hier nun nicht noch einmal darauf zurückkommen, daß diese Theorie der Entwickelung aus Urkeimen und einer Reihe der Geschöpfe aus der anderen, nichts als eine Hypothese voll Einbildung ist, welche ohne wissenschaftlichen Nachweis von Thatsachcn ihr! Bauwerk aus den Sandkörnern einiger Beobachtungen, aber j ohne alle festen Bausteine der Wissenschaft aufgeführt hat, und | welche durch die Fossilien und ausgegrabenen Reste früherer! Wesengattungen, von denen aus Uebergänge zu unseren gcj genwärtigen Erdgeschöpfen nicht vorhanden sind, widerlegt! wird. Aber was heißt das: eine „Naturmacht"? Die Wissei wohl wünschenswerth, daß der Satz in Artikel obiger Ueberschrift (Nr. 7, S. L8): „Das ist j senschast kennt Naturkräfte und Naturgesetze, und weiß sie zu nichts Anderes als der Gott des reinen Monotheismus j desiniren, aber keine Naturmacht, eine völlig unbestimmte Be- und Ihr habt nur statt des lebendigen, wesenhaften Gottes j zeichnung, die ein Können ohne Zweck und Bedingungen beein blödes Wort, eine dunkele begriffslose Bezeichnung „Na-! deutet. Doch sehen wir hiervon ab, eine Naturinacht, welche turmacht" gewählt", eine nähere Erklärung und Auseinan-! die Materie geschaffen und ihr das Gesetz der Entwickelung dersetzung erhalte, da er den Scheidepunkt zweier Richtungen, wenn man will, auch den Punkt, in welchem sie beide Zusammentreffen, bilde. Wir stnd dazu bereit. Denn in der That können die Gegenstände im beschränkten Raume einer Zeitschrift immer nur in großen Zügen gezeichnet und begründet werden, während eine solche andererseits die Möglichkeit biegegeben und nun diese Entwickelung nach diesem Gesetze vor sich gehen läßt, ist mit diesem Akte abgethan, abgesetzt, unthätig, also für unsere Begriffswelt todt. Was wollen die Anhänger dieser Ausfluchtssormel noch weiter mit ihr anfangen? Wahrlich, hier ist kein Bekenntniß einer lebendigen Gottheit, hier ist nur todter Buchstabe. Wir dagegen sagen: tet, auf ein wichtigeres Moment wieder zurückzukommen. — j im Großen wie im Kleinen, im Universum wie im Jndivi- Wir hatten dort nachgewiesen, daß „die Naturmacht, welche > duum, kann auch die Entwickelung ohne die Führung durch die Materie geschaffen, und ihr das Gesetz der Entwickelung . einen höheren Gedanken und Willen, durch den Gottesgedangegeben hat" doch nichts Anderes als der Gedanke „Gott; len und Gotteswillen nicht vor sich gehen. Die Gesetze der der Schöpfer" sei. Und doch ist es diese Formel, aus welche Entwickelung selbst stoßen in ihren Wirkungen beständig aus einalle Naturalisten, die nicht offenbare Materialisten sein wolander und wider einander und zerstören so ihre eigenen Producte.