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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-02-08 · Heft 6 (8.2.1881) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 6 (8.2.1881)
Date
1881-02-08
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Beilage )\i Nr. 6 -er Allgemeinen Jeitung -es Indenthums. Tirfchtiegel, im Januar. Erzählungen der Heiligen Schrift für Afraeliten. Zum Schul- und Privatgebrauch bearbeitet von Cohn u. Dinkelspiel. Vierte, vermehrte, wissenschaftlich bearbeitete und mit einer kurzgefaßten Geschichte des Iudenthums versehene Auflage von vr. Emanuel Schreiber, Rabbiner in Bonn. — Leipzig 1880. W. Langewiesches Verlagsbuch. Handlung. Bei unserer so traurigen Zeitlage, in welcher unserem Judenthume täglich neue, äußere Feinde erstehen, ist es unbedingt nothwendig, in diesen weitverbreiteten Blättern auch einmal offen auf unsere inneren Feinde hinzuweisen. Ein echter Kämpfer aber muß sich, bei der rücksichtslosen und oft unredlichen Kampfweise unserer Feinde, nicht blos auf die persönliche Tüchtigkeit und auf seinen Muth verlassen, sondern auch vor Allem sein eigenes Lager vor Blößen bewahren-, ferner muß sein Rüstzeug stets in bester Ordnung und allezeit kampfbereit sein. Unser eigenes Lager aber kann in diesem Augenblicke nicht bester, als durch die reine, unverfälschte Wahrheit unserer Geschichte, ohne jede Vertuschung etwaiger Mängel und Gebrechen geschützt sein, und unser Rüstzeug ist unser reiner, unverfälschter Gottesglaube. Beides -aber, die Kenntniß unserer Geschichte und die Kenntniß unseres Gottesglaubens, sind leider schon seit längerer Zeit recht lückenhaft, und wir müffen diesen Mangel gerade in unserer Zeit recht lebhaft bedauern. Darum sind tüchtige Lehrer und Prediger schon seit längerer Zeit bemüht gewesen, unserer Jugend durch Herausgabe guter Lehrbücher der biblischen und jüdischen Geschichte, sowie durch praktische, zum Schul- und Privatgebrauch bestimmte, kleinere und größere Lehrbücher der israelitischen Religion diese Kenntniß;u vermitteln und so unsere Glaubensgenossen kampsgerüstet zu machen. Aus der großen Menge dieser Bücher, welche zum Schulgebrauch bestimmt sind, tteten, neben anderen guten Büchern dieser Art, obige Erzählungen besonders hervor. Wir nennen gerade dieses Buch, weil es in Lehrerkreifen -seit seinem Entstehen einen guten Klang hat und sich mit jeder neuen "Auflage neue Freunde erworben hat. Es ist diese Anerkennung aber eine wohlverdiente durch die sttikte Beobachtung altbewähtter pädagogischer Grundsätze, neben der Aufrechterhaltung der biblischen Wahrheit. Welches diese pädagogischen Grundsätze aber gewesen sind, von denen sich die Verfasser, fromme und echte Schulmänner, haben leiten lasten, das sprechen sie in ihrem Vorworte zur ersten Auflage — 1833 — in folgenden Worten aus: „Weil wir nun aber eine correcte, vollständige Uebersetzung der Bibel in einem Bande noch nicht besitzen und dies heilige Buch eigentlich auch nur dem reiferen Alter in die Hände gegeben werden kann, so haben mehrere verdienstvolle Jugendlehrer uns ttefiliche, für das jugendliche Alter bearbeitete Bibelauszüge geliefert. Da sich aber dieselben fast nur auf bloße Erzählung, ohne praktische Anwendung, beschränken, so werden gewiß noch viele Lehrer mit uns das Bedürfniß eines biblischen Lehrbuches fühlen, in welchem nicht nur die wichtigsten Erzählungen der heiligen Schrift, sondern auch die moralische Anwendung derselben, auf eine gemüthliche und volksthümliche Weise mitgetheilt werden." Und an einer anderen Stelle heißt es: . . . Dieses Volksbuch, durch welches unsere Jugend für Gott, Religion und Vaterland erwärmt werden soll." In dem Borwotte zur zweiten Auflage heißt es: „Nachtsichtsvolle und empfehlende Beurtheilung hat dasselbe unter andern in „Gersdorf's Repertorium", in der „Darmstädter Schulzeitung" und besonders im 10. Stücke des I. Bandes des „Israelitischen Predigt- und Schulmagazin's" ( von Dr. Philippson gefunden." — Die rechte Weihe aber i erhält dieses Buch durch das empfehlende Borwott zur ersten! Auflage von vr. G. Salomon in Hamburg: „Die Bibel war das erste Religionsbuch und wird das letzte bleiben, j Als die ehrwürdigste Urkunde der frühesten Erziehungsgei schichte des menschlichen Geschlechts eröffnet sie uns den Blick in das Walten der göttlichen Vorsehung und in die Geheimnisse der ewigen Liebe; als die inhaltsreichste und doch I jo einfache Tugend- und Sittenlehre, ist es der Bibel einziges j Augenmerk, die Menschheit zu erheben und zu veredeln; als! Anweisung zur Gottseligkeit dringt sie darauf, Gott im Geiste i uub in der Wahrheit zu verehren und ein frommes Leben >von einem frommen Glauben nie zu ttennen; endlich sind iihre Erzählungen ganz dazu geeignet, das sittliche Leben zu , veranschaulichen und jedem Einzelnen einen Spiegel vorzuhalten, damit er sich sehen und erkennen möge. So ist die Bibel jenem Lebensquell im Eden zu vergleichen, der sich von vier Seiten her ergießet und dem Garten der Menschheit Nahrung und Erquickung bereitet und was die Sonne der Erde, das ist sie der Menschheit, sie erwärmt das Herz, indem sie den Geist beleuchtet. Und darum darf sich eine echte und würdige Jugend-und Volksbildung weder von einer falsch verstandenen Aufklärung, noch von einer sich selbst nicht verstehenden Pädagogik, dieses Buch der Bücher jemals nehmen und verkürzen lassen." Bon diesem Buche, das also ein Schul- und Jugendbuch, ein Volksbuch sein soll, ist nun eine „vierte, vermehrte, wissenschaftlich bearbeitete — die eigenen Worte des Herausgebers — und mit einer kurzgefaßten Geschichte des Iudenthums versehene Auflage von vr. Emanuel Schreiber,

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