Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-02-08 · Heft 6 (8.2.1881) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 6 (8.2.1881)
Date
1881-02-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3227339-3227346--38695-3307946
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

erneute Zeitung des Iudenthums. Ein unpartciischcs Organ skr alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich! einmal in 2 bis 2'/, Bogen. Preis , Vierteljährig »Marl. Inserate werden 1 mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum berechnet. ■ Alle Postämter (Postzeitungsliste Pr. 95») und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. .Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippsou in Bonn. Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. Beilagen werden mit 12 Mark berechnet. j In redaktionellen Angelegenheiten , wende man sich an vr. 1. Philip xloa in I Bonn; hinsichtlich der Inserate an St. > Moffe in Leipzig und deffcn Filiale« in Berlin. Breslau rr. > Jaleran, welche bis -onnerorag eingehen.! finden in der daraufsolgenden Nummer! Berücksichtigung. 45. Zahrgaug. Leipzig, den 8. Februar 1881. Ko. 6. Inhalt. Leitende Artikel: Von unserer Jugend. I. — „Tie Verteidigung in Strafsachen" nach jüdischem Recht von vr. Julius Bargha. IV. (Schluß.) — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Angerburg, Breslau, Magdeburg. Gleiwitz, Cvlberg, Aus Süddeutschland. — Oesterreich-Ungarn: Teplitz, Preßburg, Aus Theresiopel. — Italien: Rom. — Bonn: Notizen. — Feuilleton. Vermischtes: Die Manieren der „Grenzboten". — Die Bestattung eines Juden in Südafrika. OaitaitOc Orl'ilral. Bonn, 2. Februar. Von unserer Jugend. i. Auch aus Unkenntnis sagen wir, denn weder die gebildete noch die wiffenschastliche Welt nimmt sich die Mühe, vom Wesen und Gehalte dieses „Reformjudenthums" Kenntniß zu nehmen, und wenn die Judenfeinde wirklich in einige moderne jüdische Schriften und ZeitblLtter Hineinblicken, so thun sie es nur, um etliche frappante Stellen aus dem Zusammenhange zu reißen, und zu entstellen, oder gar jüdischen Schriftstellern Dinge unterzuschieben, die sie nie oder doch nicht so gesagt*). Indem wir uns so gedrungen fühlen, Etwas „von Unter den Anschuldigungen, die in jüngster Zeit gegen! unserer Jugend" zu sprechen, müsien wir doch über dieses die Juden wiederholt und nachdrücklich geschleudert wurden,! Resormjudenthum Einiges vorauschicken, um uns den Weg ist nicht die geringste, daß die jüngere jüdische Generation zu klären. sich der Religionslosigkeit, ja der antireligiösen Tendenz er-! Es war und ist ein schwerer Jrrthum früherer und geben habe. Diese Anklage wird selbst von solchen Männern i jetziger sogenannter Reformer, die Reform des Judenthums erhoben, die sich sonst vom Geiste der Billigkeit geleitet zeii nur in der Beseitigung der ganzen tradirten Erscheinung des gen, und in der That wird der unparteiische Beobachter Judenthums, sowohl des rabbinischen wie des biblischen, und Symptome genug gewahren, welche jene Anklage nicht als in der nach neuestem Zuschnitt beschaffenen Kritik der Bibel ganz grundlos erscheinen laffen. Um so weniger darf man; bestehen zu glauben. Jede Abschaffung irgend welcher über» die Augen vor einem solchen inneren Schaden verschließen, j lieferten Form des Judenthums, hafte diese ihm oberflächlich vielmehr ihn zu erkennen, in seinen Quellen auszusuchen und zu bekämpfen sich bemühen. Allerdings folgt man auch auf diesem Punkte der überall gegen uns angewandten Methode: man dehnt die einzelne Erscheinung auf das Gesammtjudenthum, auf die gesammte Judenheit aus, und theils aus diesem allgemeinen Zuge und aus der Unkenntniß heraus, welche auf dem modernen Judenthum, so gut wie auf dem alten lastet, verallgemeinert man jene Meinung und verurtheilt das 1) Es wird hierin ganz Erstaunlichegeleistet, am meisten jüngst in einer Broschüre, die aus den Leipziger studentischen Kreisen hervorgegangen sein soll. Das giebt ein hoffnungsreiches Urlheil über die wiffenschastliche Befähigung und Wahrheitsliebe, welche die 10 Gymnasialjahre und so und so viele Universitätssemester in den jungen Leuten erzielt habe»! Schreiber Dieses hat die Ehre, daß man zwar nicht feine Worte cititt, wohl aber seine Meinungen darstellt, und natürlich in der entstelltesten Weise und mit Ausdrücken, die zu gemein sind, als daß wir etwas mit ihnen gemein haben könnten! Wir hätten auch in anderen Zeitungen proteftirt, wenn wir es nicht unter unserer Würde erachteten, mit solchen Machwer- |j :F:,. f •U'J'ji-;• \ r | lg sogenannte „Resormjudenthum" als religionslose Negation, ken auch nur in einem Äthem genannt zu werden. ■ 6

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.