Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 122 (11.10.1838)
- Date
- 1838-10-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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ii. z-h-g-.g. Allgemeine R». ISS. Zeitung des Zudenthums. Ein uupartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Kömgl. Sächsischer avergna'digster Concession.) Leipzig, den II. October 1838. Zeitungsnachrichten. Magdeburg, 30. Sept. (Privatmitth.). Nachdem uns nun das Schreiben der Herren Aeltesten zu Wiesbaden direkt und amtlich zugesandt worden, stehen wir nicht an, es sofort hiermit zu geben. Wiesbaden, den 27. August 1838. An die löbliche Redaktion der allgemeinen Zeitung deS Zudenthums. Wir erhalten so eben die No. der allgemeinen Zeitung des Judenthums, in welcher angeblich von hier aus unter dem 1. d. M. mirgetheilt wird, daß Hr. Rabbine vr. G'iger nicht freiwillig von uns geschieden sei, sondern in Folge einer offenen Verletzung des Sabbatgesetzes. — Wir fühlen uns verpflichtet amtlich diese Angabe, als vollkommen wahrheitswidrig und verläumderisch zu bezeichnen. Vielmehr hat Hr. Dr. Geiger zum tiefen Bedauern unsrer Gemeinde seine Entlastung freiwillig genommen; und zwar war dieser sein schon lange vorbedachter Entschluß in Umstanden begründet, welche wir nicht zu beseitigen vermochten, die aber denselben vollkommen rechtfertigen! Uebrigens haben seine Verdienste um unsre Gemeinde und deren religiöses Leben, für welche auch unsre Landesregierung bei der Ertheilung der Entlassung ihre Anerkennung in schmeichelhaften Worten aussprach —, einen schönern Nachruf von hier aus verdient; und wenn wir dies bis jetzt, im Schmerze über sein Scheiden, unterlassen haben, so hat uns dieser calumniirende Artikel, um unsrer eignen Ehre willen, welche mehr, als die des würdigen Mannes dadurch verletzt wird, zu dieser Erklärung veranlaßt! Achtungsvoll zeichnet Der Vorstand der israel. Gemeinde S. I. Sabel. Bernhard Jonas. I. Levy. München, 27. Sept. (Privatmitth.). In Betreff des Prozesses des Herrn vr. Löwi, Rabbine in Fürth muß ich berichtigend melden, daß das Urtheit letzter Instanz bis zur Stunde noch nicht erfolgt ist. M. Sachs, aus Dreißigacker bei Meiningen, dessen in Ihrem vielgelesenen Blatte schon öfter Erwähnung geschah, hat jüngst von hiesigem Orte aus über Wien seine Rück* reise ins gelobte Land angetreten. Getrieben von einer mächtigen Sehnsucht, im Gebiete der verschiedenen Naturuno Arznerwissenschaften sich umzuthun, besuchte er im jüngst vergangenen Sommersemester die hiesige Ludwigs- Maximilianuniversität, und ftequentirte die mannigfachsten Collegien genannter Fakultäten. Schubert, der erst von seiner Reise aus dem Orient zurückgekehrt war, und der eine ungeheure Vorliebe für das allen Religionen' so wichtige Jerusalem und Palästina hat, empfing den Fremdling mit der ihm eigenen Freundlichkeit und unbegranzter Menschenliebe, recomandrrte ihn an die bedeutendsten Männer der Hochschule, so daß er unentgeldlichen Zutritt zu allen Vorlesungen erhielt, und am Schlüsse des Semesters mit recht löblichen Zeugnissen entlassen wurde. — Dabei geht er noch immer sehr ernst mit dem schon öfter öffentlich erwähnten Plane seiner Reorganisation des jüdischen Armenwesens in Palästina um, und hofft auf seiner angetretenen Rückreise noch manchen Teilnehmer zu seinem Unternehmen zu finden. Die Ausdauer und Beharrlichkeit, mit welcher er bei einer furchtbaren Armuth und granzenlosen Mittellosigkeit seiner Idee und seinem Vorhaben lebt; das unerschütterliche Gotwertrauen, das ihn selbst bei der größten Noch nie verlaßt, machen ihn der reichlichen Unterstützung, der er auf seinem Rückwege so sehr bedarf im höchsten Grade würdig, und die Anerkennung, die sein Unternehmen von berühmten Männern gefunden hat, läßt doch auf mögliche Nealist'rung desselben hoffen. — Einem der jüngsten Gottesdienste am Freitag-Abend in hiesiger Synagoge wohnte der berühmte, in England so gefeierte Tonsetzer Neukomm bei. Er sprach seine volle Zufriedenheit mit den Leistungen des Chores aus, und wohnte einer nach Beendigung des Gottesdienstes abgehaltenen Probe bei, in der der 81. Psalm, ein hohes Meisterwerk der Tonkunst von dem hiesigen Kapellmeister Ett eingeübt wurde. Erfreut von der gediegenen Composition und dem gelungenen Vortrage, erkundigte Neu komm sich nach dem Namen des Composüeurs; nachdem er den christlichen Meister erfahren hatte, erbot er sich augenblicklich zur Composition eines Psalms für unsre Synagoge. Da ihm keiner von den Vorgeschlagenen zusagte, wählte er sich den 137., „an den Strömen Babylons saßen wir und weinten," den er schon in griechischer, lateinischer, französischer, englischer und italienischer Sprache gesetzt hat, und nun auch in hebräische Sprache setzen wird. — Wahrend auf solche Weise das Register der Tonstücke immer vermehrt und mit dm Namen der bedeutendsten Meister bereichert wird, sehen wir noch immer die Bitte unerfüllt, mit der die hiesigen'; Chocregen-