Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 51 (21.12.1880)
- Date
- 1880-12-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3227285-3227337--38568-3307814- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Allgemeine Zeitung des Iudenthums. Ein unparteiisches Organ für aücs Wische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 bis 2'/, Bogen. Preis Vierteljährig 3Mark. Inserate werden mit 20 Ps. für die dreigespaltene Petit- Nr. SS) und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. zerle oder deren Raum berechnet. Alle Postämter (Postzeitungsliste Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippsou in Bonn. Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. In redactionellen Angelegenheiten wende man stch an vr. ». vhiUvpsoa in Bonn: hinsichtlich der Inserate an R.! Moffe i» Leipzig und dessen Filiale» l in Berlin, Breslau :c. [ 3n!ctatt, welche bis Sonnentag fingeren,! nnden in der daraussolgenden Nummer | Berücksichtigung. Beilagen werden niit 12 Mark berechnet. 44. Jahrgang. Leipzig, den 21. December 1880. No. 51. labalt. Leitende Artikel: Der Artikel der ..Grenzboten". — De Candolle über die „Fudenfrage". — Die Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses. (Fortsetzung.) — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Bonn, Breslau, Aus Ostpreußen, Pr. Oldendorf, Halle, Hannover, Jever. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Das Concert in der Synagoge zn Wiesbaden. Mit dem ersten Januar 1881 beginnt die „Allgemeine Zeitung des Iudenthvms" ihren funfundvierzigsten Jahrgang. Wir ersuchen um baldige Erneuerung des Abonnements, damit in der Zusendung keinerlei Störung eintrete. Zu abonniren bei allen Buchhandlungen und Postämtern (im Postverzeichniß A 95). Wanmgartner's Wnchhandknng in Leipzig. schen Büreau's" nach den Debatten im Abgeordnetenhause stch osten auf die Seite der Anttsemiten stellten: so entspringt Bonn, 15. December. Der Artikel der „Greryboten". Wir haben in vor. Nr. einen Attikel skizzitt, den das jüngste Heft der „Grenzboten" brachte und der die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Wir bezeichnten ihn als einen Rückzug der „Grenzboten", welche bis vor Kurzem die anttsemittsche Bewegung in heftigster Weise betrieben, und als den Anfang einer Desavouirung dieser Judenverfolgung durch die Umgebungen des Reichskanzlers. Auf mehr als eine solche Werthbezeichnung kann das Organ des Herrn Moritz Busch keinen Anspruch machen. Wir wären ja sonst gezwungen, die früheren gehästigen Artikel der „Grenzboten" auch auf höhere Rechnung zu stellen. Jndeß ist der Abfall dieses Organs von Stöcker und Treitschke, die so arg von ihm mitgenommen werden, und der Anfang einer solchen Desavouirung auch schon etwas. Da zu gleicher Zeit die ostiziösen Zeitungen und die Auslastungen des „Literoridaraus wieder einmal das Bild einer Verwirrung innerhalb der offiziösen Welt, wie sie in den letzten Jahren schon mehrere Male zum Vorschein kam, als entgegengesetzte Sttömunzen ausgelegt wurde und mit Ministerveränderungen schloß. Denn unvergeffen wird cs bleiben, daß die eigentliche Agitation mit dem Austreten des Hofpredigers Stöcker begann und dieser niemals vor die Frage gestellt wurde, Wirthshausredner oder Hosprediger zu bleiben; unvergesten, daß das Ministerium des Innern den Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde neun Monate auf eine Antwort warten und auch dann ohne eine schriftliche Antwort ließ; unvergesten, daß selbst die zu offenbarem Aufstande gegen eine Bürgerklaffe auffordernden Schriften und gehässigsten Placate geduldet wurden und hieraus erst die anttsemitische Agitatton ihre Kräfte zog. Gegen solche gewichtige Momente ist der Art. der „Grenzboten" nichts als der Anfang einer Ablenkung oder Abwiegelung. Und doch enthält er Sätze, die, wie die „Rat. Z." richtig bemerkt, zum Nachdenken auffordern. Der eine ist der versuchte Nachweis, daß die ganze antisemitische Hetze von der äußersten Rechten und dem Centrum ausgegangen und ihre