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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-12-07 · Heft 49 (7.12.1880) · p. Seite 781

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 49 (7.12.1880)
Date
1880-12-07
Page
Seite 781 (sequence 13)
Language
German
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781 eines Minister!alraths zu Theil geworden, nicht begnügen dürfen, sie hätten sich überhaupt sogleich an die allerhöchste wenden müssen. Dortselbst erfreuen sich die Juden bekanntlich großer Sympathien. In der gegenwärtigen bewegten Zeit bedürfe man Männer zu Repräsentanten, die die Kraft und den Muth besitzen, das Judenthum nach Innen und Außen in würdiger Weise zu vertreten und wenn es Noth thut, auch muthvoll zu vertheidigen. Des weiteren wurde Klage geführt, daß die Juden an hohen Festtagen wegen Unzulänglichkeit der Synagogen in einer großen Anzahl von gewöhnlichen, zu Betfälen eingerichteten Tanzsälen ihre Andacht abhalten müffen. Es sei dringend nothwendig, durch Vermehrung von Synagogen dem geschilderten unwürdigen Zustande baldigst ein Ende zu machen. — Justizrath Makower (Mitglied des Repräsentanten-Collegiums) erwiderte: Die jüdischen Gemeindebehörden haben es für nothwendig erachtet, die Abwehr gegen die Judenhetzereien mit größter politischen Blätter, die von Juden redigirt sein sollen, entfernt, sondern auch die „Allgemeine Zeitung des Judenthums", weil sie „dem christlichen Bewußtsein" widerspreche. Diese Leute müsien ihr „christliches Bewußtsein" für sehr schwach halten, wenn es nicht einmal die ruhigen und wissenschaftlichen Erörterungen der A. Z. d. I. ertragen kann. Eine Anzahl Studenten hat eine Zustimmungsadresie an Treitschke gesandt. Wer erinnert sich hierbei nicht der Judenhetzen in den Jahren 1820 und 1821, die von den teutomanen Studenten ausgingen. Jndeß beschränkt sich diese Gesinnung nicht auf einen Theil der Studenten. In der „Gemeinnützigen Gesellschaft" wurde Diensstag von Prof. Dr. Biedermann ein Antrag auf Mißbilligung der antisemitischen Agitation gestellt, und durch die Majorität der Anwesenden — abgelehnt. Bon«, 27. Nov. (Bonn. Ztg.) Wie man uns mitthcilt, wird die von Berlin aus hierher gesandte Antisemiten-Petition auch hier verbreitet. Der betreffende Colporteur hat dieselbe Ruhe vorzunehmen. Es habe den Gemeindebehörden auch > Studenten der evangelischen Theologie zu weiterer Unterzeich - nicht der Muth gemangelt, sich an die höchste Stelle zu wenden und es sei denselben ebenfalls zur Genüge bekannt, daß ein solcher Schritt nicht vergeblich gewesen wäre. Es sei eine alte Tradition unseres Hohenzollern'schen Herrscher nung übergeben; die in Vorlesungen circulirende Liste hat bereits einige, aber bis jetzt nur wenige Unterschriften erhalten. Insterburg, 21. November Das Antisemitencomit« hat unseren landwirthschaftlichen Kreisverein um Sammlung von Hauses: den Juden gegen Verfolgungen Schutz zu gewähren, j Unterschriften für seine Petition ersucht. Der Vorsitzende Deshalb aber sei es gerathen, daß die Juden sich erst in! des Kreisvereins, Herr Paul Sprindt, erklärte nach der „I. der Zeit höchster Noth den Stufen des Thrones nahen. Es! Ztg." die Bestrebungen dieses Comit4s für zu schmachvoll, bleibe den Juden der Trost: in Tagen wirklicher Gefahr der als daß die Zuschrift einer Antwort gewürdigt würde. Auf mächtigen Hülfe des starken Armes unseres erhabenen Hohen-! Antrag des Herr v. Simpson beschloß der Verein dcmge zollern'schen Herrscherhauses gewiß zu sein. (Stürmischer j maß Uebergang zur Tagesordnung. — In der Sitzung des Beifall.) Das Bedürfniß der Vermehrung von Synagogen! landwirthschaftlichen Vereins zu Heilsberg vom 17. wurde werde auch im Schoße der Gemeindebehörden, aus den von i die bekannte Antisemitenpetition ebenfalls zur Kenntniß der den Vorrednern angeführten Gründen, getheilt, die Vorhand-! Mitglieder gebracht. Dieselben autorisirten, wie die „K. enen Geldmittel gestatten jedoch vorläufig noch nicht, dieser^ Hart. Ztg." berichtet, den Vorstand zur Angabe folgender Er Wünschen gerecht zu werden. — Hierauf wurde zur Aufklärung: Das Vorgehen des Pfarrer Dr. v. Biarowski und ftellung von Candidaten geschritten. Es erhielten 26 Can» j Consorten erscheint unwürdig unseres nach Humanität ringdidaten die nöthige Unterstützung von 100 Stimmen. Zu > enden Jahrhunderts. Ein Schürer des Raffenhaffes erscheint diesen gehören: Fabrikbesitzer Abg. Ludwig Löwe, Fabrikbesitzer Ferdinand Reichenheim, Sanitätsrath Dr. Marcuse, Sanitätsrath Dr. Neumann, Amtsrichter Masse, Rechtsanwalt Dr. Moßner, Buchdruckereibesitzer Driesener, Prof. Dr. ebenso widersprechend den einfachsten Lehren des Christen' thums als verderbenbringend für die Zukunft, denn wo Haß gesäet wird, kann nur Haß geerntet werden. Es widerspricht dem Rechtssinn jedes ehrlichen Deutschen, zu gleichen Lazarus und Prof. Dr. Breßlau. — Erst nach 12 Uhr J Lasten verpflichtete Staatsbürger vom Genuß gleicher Rechte Nachts erreichte die sehr bewegte Versammlung ein Ende. Leipzig, 26. Nov. (Privatmitth.) Die antisemitische Liga hat es verstanden, ihre Agitation ganz besonders in auszuschließen. Die Erklärung ist Herrn Dr. Förster in Charlottenburg übermittelt worden. — Auch dem landwirthschaftlichen Verein in Mohrungen sind viele Exemplare der studentische Kreise zu verpflanzen, und sich hierzu namentlich bekannten Anttsemitenpetition zugegangen. In der Sitzung an die Studirenden der evangelischen Theologie zu wenden. Hier > vom 18. wurden dieselben mit Enrüstung vernichtet. — An hat sie einen fruchtbaren Boden gefunden. Die Petitton hat,1 viele Beamte, namentlich Richter, Postbeamte, Kreisthierärzte nachdem man Borttäge ganz im Stöckerffchen Sinne veran-i in Westpreußen ist die Antisemitenpetitton geschickt worden, staltet hatte, unter den 3000 Studenten ca. 500 Unter- Es ist bis jetzt, wie man der „Boff. Ztg." schreibt, kein schriften gefunden. Noch mehr. Aus der academischen Fall öffentlich bekannt geworden, daß die Petttion Unter- Lesehalle hat man durch Mehrheitsbeschluß nicht blos die schriften in der Provinz Westpreußeu gefunden hat.

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