Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 47 (23.11.1880)
- Date
- 1880-11-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 ^(ffgemeitie Zeitung des Iudmlhums. Ein MlMttciifchcs Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich '! einmal in 2'bis 2'/» Bogen. Preis! Vierteljährig SMark. Inserate werden mit 20 Pf. für die dreigeipattene Petita zeile oder deren Raum berechnet. I > Alle Postämter (PostzeitungStiste I Rr. 25.) und Buchhandlungen nehmen > Bestellungen an.! Herausgegeben von Rabbiner l)r. Ludwig Philippso« in Bonn. Berlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. Ja redactionellen Angelegenheiten 1 wende man sich an Dr. t. Philippso» in Bonn -. hinsichtlich der Inserate an 9t. > j Moffe in Leipzig and deffe» Filialen! 1 in Berlin, Brests» :c. , j Zn5cralc, welche dis Ssuoerrrog eingehen.! finden in der darauffolgenden Rümmer : Berücksichtigung. [ Beilagen werden mit 12 Mark berechnet. 44. Jahrgang. Leipzig, den 23. November 1880. Xo. 47.! „Die Petition gegen die Juden ist in Breslau! unterschrieben worden von dem Generallieutenant a. D. von! Wulfsen! Die „Bresl. Ztg." bemerkt dazu: i „Wir hatten dieser Mittheilung keinen Glauben schenken! wollen, da es uns unmöglich schien, daß ein Mann, dem noch kürzlich anläßlich seines fünfzigjährigen Jubiläum s von; den städtischen Behörden das Zeugniß ausgestellt wurde, daß Nach der Fluth von Zeitungsartikeln, Flugblättern und er sich immer als wahrer Bürgerfreund bewährt habe, — Bonn, 17. November. Gegen die Zudenhehe in Serliu. I. Reden geht die Stöcker'sche Partei zu Thaten über und, nachdem sie sich zuerst bei den jüngsten Berliner Stadtverordneten Wahlen versucht hat, wirst sie alle ihre Thätigkeit auf die bekannte Petition. Die „Köln. Ztg." läßt sich vom 8. Nov. aus Berlin schreiben: „Die Christlich-Socialen versenden ihre an den Reichskanzler gerichtete Petition um Beschränkung der bürgerlichen Rechte der Juden fleißig an die Zeitungen. Ein schlesisches Blatt ist naiv genug, der an sich wirklich lächerlichen Forderung damit Credit zu verschaffen, daß es meint, die Christlich-Socialen hätten mit der Sache nichts zu thun, denn — der Name des Pastors Stöcker fehle in der Reihe der Unterzeichner. Jedermann hier weiß, daß Herr Stöcker die Petition gemacht hat und der Verein der Christlich - Socialen dieselbe als seine Domäne bezeichnet." Nun, die liberalen Blätter lieben es, namentlich wenn ihnen eine Sache zu besprechen unangenehm ist, sie für „lächerlich" zu erklären und glauben, sie damit abgcthan zu haben. Dies ist aber mit der gedachten Petition nicht der Fall. Man meldet: daß ein solcher Mann in der That seine Unterschrift unter eine Petition stellt, deren Spitze sich aus confessionellen Gründen gegen eine große Anzahl seiner Mitbürger richtet, denen nach unserer Bersaffung die vollste Gleichberechtigung nach allen Seiten hin gesichert ist. Wir hatten deshalb Anstand genommen, die Mittheilung der „Schles. Bolksztg." wiederzugeben-, leider aber haben wir inzwischen nach genauen Erkundigungen die Ueberzeugung von der Richtigkeit derselben gewonnen." An anderen Orten haben die Petition unterzeichnet Hans von Bülow, Graf Schulenburg-Beetzendors, der bekannte Herr Wilmanns u. A. m." Desgleichen: „Hofprediger Stöcker läßt augenblicklich in den höheren Beamtenkreisen des Bauwesens Circulare cursiren. um Unterschriften behufs Ausschließung der Juden von öffentlichen Aemtern zu gewinnen. Nach der Aufnahme, welche seine Circulare in diesen Kreisen gefunden, zu schließen, dürsten die Unterschriften gerade innerhalb der höheren Baubeamten nur recht spärlich ausfallen." Man sieht aus diesen Beispielen, daß der Eifer, mit welchem diese Petition 47