Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 45 (9.11.1880)
- Date
- 1880-11-09
- Page
- Seite 717 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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717 welchen Theil, irgend welche Masse der Menschen von Lei-! verbrannt haben und auch spätere sie im Gespräch verdenschast, von leidenschaftlichen Triebfedern ftei zu halten.! urtheilen — das war kein Hinderniß, um sie bei aller Welt Ja, eine völlige Passivität und Ruhe des Gemüthes dünkt zu verbreiten. Eiferten sie z. B. im Bortrage am Rosch mir kein Vorzug. Nicht blos zum Zerstören, auch zum Auf- Haschanah gegen die falschen Locken, so trugen ihre eigenen bauen und Erhalten, ist eine leidenschaftliche Bewegung des Töchter solche, ohne daß sie es fteilich gewahrten. Lieber Geistes erforderlich. Ohne eine mächtige Erregung des : glaubten sie in ihrer Naivetät den ihnen hinterbrachten De- Herzens wird zwar das Böse leicht vermieden, aber auch? nunziationen gar nicht und antworteten: das könnte ein Jude das Gute nicht Zustandekommen. Daß also der Zelotismus j gar nicht thun, z. B. Geld am Sabbath ausgeben. Wo sie der strenggläubigen Rabbinen, der unbeschränkte Eifer für sich dies dennoch nicht ableugnen konnten, zuckten sie die das überkommene Religionssystem in allen feinen, auch den! Achseln und zogen sich in ihren Kreis, in ihre Klause zurück, kleinsten Theilen leicht zum Fanatismus und bei der sich j Von einem eigentlichen Kampfe, von geräuschvollem Widerihnen nahenden Umgestaltung im religiösen Leben der Juden zur Verfolgungssucht hätte führen können, gestehen wir zu. Aber die Dinge lagen doch anders. Seit alten Zeiten hatten die Rabbinen keine weltliche Macht. Was davon in den stände, von Verleumdung, Jntrigue, von Anfachen und Anblasen von Streitigkeiten, von Bildung von Parteien war nicht die Rede. Dies war späteren Epigonen überlaffen. Das Bild, das ich hier entwerfe, zeichne ich aus eigener Erjüdischen Gemeinden vorhanden war, lag in den Händen der! fahrung und könnte mit vielen charakteristischen Anekdoten Vorsteher oder, wie sie hießen, der Aeltesten, und diese hatten! belegen, wenn diese Spalten solchen gewidmet wären. Nur sie stets eifersüchtig gewahrt. Den Rabbinen wohnte nur um die oben angedeutete Naivetät, auch in Glaubenssachen eine geistige Autorität ein, die sie durch ihr Wiffen und! zu bezeichnen, sei der Antwort jenes gelehrten und ehrihre Frömmigkeit erlangten, und die Aeltesten wachten sehr! würdigen, erst 1843 verstorbenen Rabbiners gedacht, der, eifrig darüber, daß sich diese Autorität niemals in die äußerals er gefragt hatte: wie ist es erklärlich, daß die Christen, lichen und weltlichen Berhältniffe einmifchte. Am wenigsten! unter denen es doch so viele gelehrte, gescheidte und gewar der Staat geneigt, den Rabbinen irgend eine Macht,! schickte Männer giebt, glauben können, daß ein Mensch eine Entscheidung einzuräumen. Dies hatte sich auch den lebendig zum Himmel gefahren? und ihm erwidert worden: Rabbinen eingewohnt und nicht wenig dazu beigetragen, jene Nun, glauben wir nicht, daß Elias zum Himmel gefahren? Naivetät in ihnen zu stärken. Diese Sachlage trug jetzt, bei! entgegnete: „Aber wie könnt Ihr das mit einander verden Veränderungen, die in, an und mit den Juden vorgin-! gleichen, das ist doch wahr!" — So mögen wir jenen gen, ihre Früchte. Die Rabbiner hatten nicht allein, Typen einer vergangenen Zeit eine ungeheuchelte Verehrung keine Macht zu fanattscher Thätigkeit, sondern auch den widmen, und wünschen, daß die gegenwärtigen Rabbiner, die eigentlichen Antrieb dazu nicht. Mochten immerhin auf einer so ganz anderen Bildungsstufe stehen, jenen an einige Rabbiner die Mendelssohn'sche Pentateuchübersetzung wahrhaften Tugenden gleichkommen! (Forts, folgt.) Anzeigen. Ty> gr>yn sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder Ali Ot/X CXitv deren Filialen in Berlin, Breslau, Chemnitz, Cöln a BL., Dresden, Frankfurt a/M., Halle a/S., Hamburg, London, Magdeburg, München, Nürnberg, Paris, Prag, Strassburg i E., Wien, Zürich zu adressiren. In unserer Gemeinde ist die mit einem jährlichen Einkommen von 23—2500 Mark verbundene Stelle eines Cantors, Religionslehrers und Schächters demnächst zu besetzen. Musikalisch gebildete Bewerber wollen ihre Meldungen und Zeugnisse bis zum 15. December an den Bezirksrabbiner Herrn Dr. Eschelbacher hier einsenlen. Bruchsal, den 31. Set. 1880. Der §i?rtagoge«ratß [13792] Ferd. Jfotüer. Ich suche für meine Tochter eine Stelle zur Erlernung des Haushalts, dieselbe kann Schneidern und Plätten. Gest. Offerten sub B.F.13006 an Budolf Mosse, Leipzig erbeten. [13006] Vacanz. Die hiesige Religionslehrer-, Borsänger¬ und Schächterstelle soll bis l. Januar 1881 besetzt werden. Fixer Gehalt 700 Mark. Nebeneinkünfte 1000—1200 Mark. Wohnung des bisher functionirenden Lehrers. ' Berheiralhele werden bevorzugt. Bewerber wollen sich an den Unterzeichneten Vorstand wenden. s 13724] Briangen. Der Cultusvorstaud L. H. (iattmaier. Eine israelitische [13713] Gouveruaute mir vorzügl. Empfehlungen sucht Stellung. Offerten sub Q. H. 13713 an Herrn Rudolf Mosse, Leipzig erbeten. Pensionat und höhere Töchterschule von Frau Dr. lieverson. Hannover, Thiergartenstr. 4. Aufnahme nou Zöglinge« zu jeder Zeit. Näheres durch Prospecte. [8927] welche sich längere Zeit in Hannover aufhallen wollen finden dort gute Pension. Rosenstr. 4 I. Etage. [13248] Für mein ^rodnLten-, Eisen- und Mutter-Heschäft suche per sofort einen Lehrling mit den nöthigen Schulkenntniffen. Stralsund, 13. October 1880. [13147] Moritz Joseph.