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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-11-02 · Heft 44 (2.11.1880) · p. Seite 698

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 44 (2.11.1880)
Date
1880-11-02
Page
Seite 698 (sequence 10)
Language
German
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6S8 gesetzter Unterstützung die Finanzen der Anstalt sich in be! Juden zählen. Es wird nickt lange dauern, und diese friedigendem Zustande besinden, so bleibt doch noch Vieles. Menschen werden behaupten, die sämmtlichen Häuser Köln's zu wünschen übrig. Tie Hauptsache ist: ein eigenes Gebäude; die in schönstem Guirlanden- und Flaggenschmuck prangten, für das Seminar zu erhalten. Herr Rittergutsbesitzer Löb! hätten diesen von den Juden erhalten, oder: die glänzende hat dafür ein Geschenk von 15,000 Mark unter der Bedin-! Illumination, die in nie dagewesenem Maße an Umfang gung hinzugesagt, daß das Fehlende durck freiwillige Gaben und Pracht beide Abende verherrlichte, sei von den Juden aufgebracht werde. Herr Heinrich Jtzig von hier schenkte hergestellt'. Sollte es wirklich möglich sein, daß das ebenfalls 500 Mark für diesen Zweck. Möchte es gelingen, deutsche Volk noch länger solche Lügner ertrage und ihnen mit diesem wichtigen Werk bald zu Stande zu kommen.! Beachtung schenke?! Kola, 24. Octobcr. (Privatmitth.) Wem es noch Aus Baden, 17. October. Nach einer osficieüen Zunicht klar geworden, auf welchem Wege die in den letzten Jahren über und gegen die Juden verbreiteten lügnerischen Behauptungen zustande gebracht wurden, kann dies so recht aus den Berichten der ultramontanen und pietistischen Blätter über die stattgefundene überaus glänzende Feier des Tomfestes erkennen. Die ultramontanen und pietistischen Frommen sammenstellung der Schülerzahl an badischen Mittelschulen vertheilen sich die Schüler in 50,7 pCt. Evangelische, 36,7 pCt. Katholiken, 12,6 pCt. Jude». Auf die Einwohnerzahl derselben Confession des Landes trifft es einen Evangelischen auf 331, einen Katholiken auf 847, dagegen einen Juden auf nur 76 Köpfe. Bemerkenswerth ist, daß auch hier, wie reichen sich dabei die Hände. Wehe, wenn diese Bundesge-! in anderen Ländern der Besuch der höheren Lehranstalten noffenschaft sich auf Reichstag und Landtag überträgt! Um seitens der katholischen Jugend stetig zurückgeht, während die dem Dombaufeste den nationalen Character zu rauben! evangelische und noch mehr die jüdische in diese» Schulen zuzu welchem sich alle Confessionen vereinigten, will man dem! nimnit. Die ultramontanen Blätter begnügen sich, die That- Publikum weiß machen, daß das Fest eigentlich nur von i sache zu notiren und auf die Juden zu schimpfen. Auf Juden gefeiert worden. Wie hier allgemein bekannt ist,! das katholische Volk einzuwirken, daß es seine Jugend auch waren von dem Festcomiteauch acht jüdische Damen aufge-! zum höheren Unterrichte anhalte, fällt ihnen nicht ein; vielfordert worden, an dem historischen Festzuge theilzunehmen. Weil aber in Versammlungen und Blättern schon im Voraus die Ultramontanen behauptet hatten, daß der Festzug zum leicht widersteht dies ihren Absichten und Plänen. Aber die höhere Schulbildung hat doch ihre Folgen für das ganze sociale Leben und darf von einem bedeutenden Theile des größten Theile aus Juden bestehen würde, nahmen diese Volkes nicht vernachlässigt werden, ohne empfindlichen Schaden Damen die Aufforderung nicht an. Dies hält jedoch die j zu verursachen. Feinde des Festes nicht ab, der Wahrheit ins Gesicht zu schlagen. Tie „Köln. Volks Ztg." und nach ihr der ganze Chorus sagten: „Noch niemals hätte man so viele Inden zusammen- Oeft crrei d^Uitgar n. Pest, den 17. October. (Privatmitth.) Bon unseres gesehen, wie bei dem Feste in Köln. In der jüngsten Versamm- Jstoczy's längst verheißenen judenfeindlichen Flugschriften hat lung der „Christlich-socialen Arbeiterpartei" in Berlin wurde behauptet, daß 90 Proccnt der bei dem Feste Anwesenden aus Juden bestanden hätten, daß der „Polizeibericht" 30,600 fremde Juden bei dem Feste constatirt habe, und daß „der Feftzug eigentlich eine Iudenmaskerade gewesen." Die die erste endlich das Licht der Welt erblickt. Man hatte von dem Menschen nie etwas besonderes erwartet; doch für so impotent, wie er sich in dieser Schrift zeigt, haben ihn seine besten Freunde nicht gehalten. Die ganze, 48 Seiten starke Schrift enthält zumeist Uebersetzungen aus dem Deutschen; „Germania" und ihre Genossen drucken dies gemüthlich nach. I seine Quellen sind Rohling und Eisenmenger. Alle Blätter Daß sic bei solchen lächerlichen Behauptungen nicht errvthen,! ohne Unterschied der Parteifarbe sprechen sich einmüthig da- und vielmehr bei ihrem Publikum auf Glauben rechnen — j hin aus, daß diese übersetzten, durchaus abgedroschenen Absonst würden sie ja selbst bei diesem um ihren ganzen j surditäten nicht einmal den Reiz des Pikanten bieten. So Credit zu kommen fürchten müssen — ist bezeichnend für I schläft denn auch das Heft bereits ruhig in den verschiedenen diese ganze Sippschaft. i*0 Procent der Anwesenden und! Tabakstrafiken und Kaufläden und wird bald als Makulatur doch nur 30,000 fremde Juden! Dem Feste wohnten! den Weg alles Irdischen nehmen. hundert Tausende an! Das bezeugen schon die Zahlen der! Pest, 19. October. (Privatmitth.) Die hiesige Landesausgegebenen Eisenbahnbillete für die beiden Tage. Ein \ Rabbinerschule hat ihren dritten Jahresbericht veröffentlicht. „Polizeibericht" — wenn ein solcher bestände, wie Hütte Sie wurde im verflossenen Schuljahre von 39 Schülern bedieser die Zahl der anwesenden Juden bestimmen können! sucht, 5 sind während des Jahres wieder ausgetreten. Der und woher sollte eine solche Anzahl Juden gekommen sein, Unterstützungsverein der Anstalt „Ez-Chajim" erhielt im verda Rheinprovinz und Westfalen zusammen nicht so viele stoffenen Jahre an Jahresbeiträgen und Spenden 1779 Fl.

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