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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-10-05 · Heft 40 (5.10.1880) · p. Seite 638

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 40 (5.10.1880)
Date
1880-10-05
Page
Seite 638 (sequence 14)
Language
German
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638 wurde Lopez, bald auch de Gama und noch andere Portugiesen, verhaftet. Die Angelegenheit erschien so wichtig, daß zu ihrer Aburtheilung eine Specialcommisivn ans den höchsten Richtern und Würdenträgern des Landes ernannt wurde. Andrada trat als „Königszcuge" gegen seine Mitschuldigen aus; aber auch de Gama sagte aus, daß Lopez mit Bereitwilligkeit in den Dienst des Königs von Spanien getreten sei und sich sogar erboten habe, Dom Antonio zu vergiften. Gegen die Person und die Interessen der Königin Elisabeth etwas Uebles beabsichtigt zu haben, leugnet freilich Lopez beständig; indes; die vorliegenden Beweise seiner Correspondenz mit der spanischen Regierung und seine eigenen Geständnisse genügten, um nach dem damals gültigen Rechte ein Todesnrtheil nöthig zu machen, das dann auch gegen ihn und de Gama gefällt wurde. Erst im Laufe dieses Prozesses hatte Lopez gestanden, daß er eigentlich „ein Jude, nun aber ein Ehrist" sei. Das Datum der Hinrichtung des Toctors ist ungewiß. Sicher ist, daß er noch mehrere Monate nach dem Prozesse gelebt hat, aber im März 15'. >5 schon tobt war. Elisabeth zeigte sich ungewöhnlich milde gegen seine Wittwe, der sie alle ' gerichtlich confiszirten Besitztümer des Lopez beließ, mit Ausnahme jenes Ringes, den er von dem spanischen Könige erhalten hatte. Diese Wittwe hieß Sarah; leider sagt der Name nicht, ob sie eine Portugiesin jüdischer Abstammung oder eine Engländerin war; immerhin ist, nach dem Namen, jba» Letztere wahrscheinlicher, da unter den Maracnnen ausschließlich alttestamentarische Benennungen weniger gebräuchlich! waren. Das Schicksal und der Charakter Rodrigo Lopez' haben;u wenig mit denjenigen Shylock's gemeinsam, als daß wir einen unmittelbaren Einfluß des ersteren ans die Gestaltung des „Kaufmanns von Venedig" annehmen könnten; doch ist cs immerhin wahrscheinlich, daß der peinliche Prozeß gegen den portugiesischen Doetor dazu beigetragen hat, das Urtheil des englischen Publicnms und Shakespeare's selbst über die Inden unfreundlicher zu gestalten.') -- n — i, | ') Tieicr Lopez kann daher am wenigsten einen Beweis abgcbcn,! daß zu Elifabeth's Zeit schon Juden als solche in England gelebt, und daß Shakespeare Gelegenheit gehabt, die Inden kennen zu ' lernen. Redaktion. Anzeigen. Höhere Töchterschule und Pensionat | für israelitische Mädchen ® von Geschwister Sobernheim in Bingen a. Rhein. S Beste Referenzen, mäßige Bedingungen. fr. 1071)5] ® Ein gebildetes junges Mädchen, musikalisch, sucht Stellung in einer feinen Familie bei Kindern oder als Gesellschafterin; bei einer Dame. Adressen sub K. S. 266 an Rudolf Mosse, Berlin C., Königstrasse 50. [ß. 12007] Eltern, welche geneigt sind, ihre Kinder das hiesige Königliche Gymnasium besuchen zu lasten, finden für dieselben in einer achtbaren Familie von Michaelis 1880 ab freundliche Aufnahme und gewisienhafte Pflege. Referenzen ertheilt Herr Lehrer J. Gluckste! n Hierselbst. [11951] Salzuredel, im September 18*0. Handels-Institut u. Pensionat in Brüssel (Belgien) 348 —350 Chaussee d'Etterbeek, dem Park Leopold gegenüber, geleitet von Prof. L. Kahn. Gediegene religiöse und wissenschaftliche Bildung, rasches Erlernen der lebenden Sprachen und Vorbereitung zum einjährigen F-rciwilligeu-ieuste. Besondere Elasten für vorgerückte Jünglinge u. specielle Einrichtung z. schnellen Erlernung der französischen Sprache. — Beste Referenzen. [I050öa] Am 1. Januar 1881 wird die Stelle deutschen internen Lehrers am Institute vacant. Gut qualificirte Bewerber belieben sich bald an den Direktor zu wenden. [115141 Pensionat und höhere Töchterschule von Frau IBr Reversen. Hannover, Thiergartenstr. 4. Änfuahme von Zöglingen z» jeder Zeit. Aäheres durch Prospekte. [8927] m junges Mädchen aus achtbarer Familie wünscht Stelle zur Stütze der Hausfrau oder zur Erziehung jüngerer Kinder in einer feinen jüdischen Familie. Offerten unter L. M. 11883 an Budolf Mosse, Leipzig. [11883] Fran Therese Gronau s Erstes Jüdisches Döchtcr-Pcnsionat Berlin, Moltkestr. 4. Aufnahme von Zöglingen für wissenschaftliche, sprachliche, musikalische und wirthschastiiche Ausbildung. [10454] Höhere Schule u. Pensionat für Mädchen, geleitet von Frl. Kahn, unter Mitwirkung De* Professors L. Kahn, Brussel 16 rue du Cornet. Gründliche Bildung in Religion, Wissen- > schuft, Umgaue, umsastenden Unterricht in den! neueren Sprachen, in Piano, Singen, Zeichnen :c. Gewissenhafte Aufsicht. — Bedingungen mäßig, vorzügliche Referenzen. [lo:>00; Verlag von Baumgärtner’s Buchhandlung, Leipzig: •oy.a n~3s- Das Schächtfacli. Methodisch bearbeitet von II. Benjamin. Mit Holzschnitten und einer grossen farbigen Tafel: Darstellung der fehlerhaften Lunge nnd Umgebung. Preis brochirt 2 Mark, ln jeder Buchhandlung zu haben.

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