Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 120 (6.10.1838)
- Date
- 1838-10-06
- Page
- Seite 486 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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486 schrien die Gemeinden, als dürften sie statt eines Berges nur eine MauS gebären. Das Rabbinat wäre noch größer zur Welt gekommen, wenn die Geburt nach dem Plane vor sich gegangen wäre, mit welchem die Gemeinden schwang-er gingen, diese wollen nämlich, wie verlautet, noch einige hundert Familienväter ihrem Rabbinate zugewiesen wincn, was denn aber doch die Kreisregierung, bei allen schonenden Rücksichten auf den finanziellen Zustand der Israeliten, nicht gewillfahrt zu haben scheint. 2m Kreise Mittelfranken hat zwar eine regelmäßige Distriktseinldeilung schon etwas mehr Platz gegriffen, allein es giebt immer noch bedeutende Mißverhältnisse, die einer Umgestaltung harren, wie namentlich die allzugroße Ausdehnung des Rabbinats Ansbach, die Einverleibung mehrer Landgemeinden zu dem Rabbinate Fürth. 2n den übrigen Kreisen stößt man allenthalben auf die erwähnten Uebelstände, die höchst nachtheilig auf daS religiöse Interesse der baierrschen Israeliten einwirken. Denn wie kann bei einer allzugroßen Ausdehnung der Distrikte die religiöse Belehrung und Beaufsichtigung gebührendermaßen vor sich gehen! Wie kann sich das vorzüglich in unserer an religiöser Zerrissenheit kränkelnden Zeit so nothwcndige Einverständniß zwischen Rabbinen und Gemeinden auf eine erfreuliche Weise bilden 1 Der Rabbine kommt bei solchen ausgedehnten Distrikten daS ganze 2ahr hindurch manchen Gemeinden nicht zu Gesichte; die geistlichen Funktionen, von Rabbinen selbst vorgenommen, verursachen, eben der allzugroßen Entfernung wegen, bedeutende Kosten, die von den diese Funktionen benörhigten Individuen mit Mühe aufgebracht werden. Eine regelmäßige nach einer bestimmten Norm vor sich gehende Distriktseintheilüng in allen Kreisen ist ein höchst dringendes Bedürfnis zur Förderung der jüdischen Cultusangelegenheiten in Baiern. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen I Tr. Gebühren für die gespülkeae Zeile aut Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. Die Verlagshandlung. Bei Berendsohn in Hamburg ist so eben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Darstellung -er Aufnahme -er ersten Ju-en in Hamburg. Eine Einleitung zu einer Darstellung der jetzigen Lage der Juden in Hamburg, und zu einer Betrachtung der Forderungen, welche dieselben, hinsichtlich ihrer bürgerlichen Verhältnisse, an Hamburg machen von Br« 8. Preis: 6 Groschen. Literarisches Gesuch. Gleich nach Michaeli d. I. werde ich die Herausgabe meiner Zeitschrift: „Jedidja neue Folge. Allgemeines Archiv des Judenthums" vorbereiten, damit sie zu Neujahr 1839 beginnen könne. Die bereits aufgenommenen Mitarbeiter und Korrespondenten ersuche ich, ihre Materialien mir bald möglichst zugchen zu lasten; diejenigen, welche honorirt sein wollen, belieben, mir gleichzeitig ihre Bedingungen mitzurheilen. — Für die Vollständigkeit der literar. Rubriken ist es sehr nothig, alles, was in hebräischer, deutscher und französischer Sprache seit Jahren erschienen ist, und in Beziehung zu meiner Zeitschrift steht, zu besitzen; ich ersuche daher alle lirerar. Freunde im Jn- und Auslände, mir nicht nur ihre selbstverfertigten Schriften, gegen Zahlung, durch Buchhändler-Gelegenheit, zukommen zu lassm, sondern auch von allen ihnen bekannt gewordenen Wecken der Art, in vollständigem Titel, mit Angabe des Druckorts mir direkt Anzeige zu machen. Dr. Z. Heinemann in Berlin, Judenstraße 36. Bei I. I. Weber in Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Allgemeines Gebetbuch der Israeliten. Die sämmtlichen Gebete an dm Wochen-, Sabbat- und Neumondslagen. Zum Gebrauche in der Synagoge für das weibliche Geschlecht deutsch bearbeitet Mit einem Anhänge der Tisch- und Nachtgebete. Von vr. I. Heinemann, RcligionSlchrer und Vorsteher einer Erziehungsanstalt in Berlin. Elcg. brofch. Preis 1 Thlr. Wir können nicht umhin, den Leistungen des israelitischen Kunstsangers und preuß. Staatsbürgers Herrn Lewin Stern, genannt Nachtigall, auch öffentlich Anerkennung seinen Leistungen zu zollen. Es wurde uns hier Gelegenheit geboten, seinen künstlichen Gesang, den eine klangvolle Stimme, gefühlvoller Vortrag und große Fertigkeit auszeichnen, zu bewundern. Einstimmiger Beifall wurde ihm nicht allein vom Publikum, sondern auch von Kennern insbesondere zu Theil. Leipzig, den 22. September 1838. Z. A. Ärause. M. A. Bellgardt. Redaeteur: vr. L. Philipps»». — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirschfeld. (Hierzu das literar. und Homilet, Beiblatt No. 29.)