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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-08-24 · Heft 34 (24.8.1880) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 34 (24.8.1880)
Date
1880-08-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I i ä Allgemeine Zeitung -es Iudenthums. Ein un-attciischcs Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 bis 21/» Bogen. Preis Vierteljährig 3 Mart. Inserate werden > mit 20 Pf. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. > Alle Postämter (Postzeitungsliste Rr. 95) und Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Berlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. An redactionellen Angelegenheiten! wende man sich an vr. £. Ptnlipploa in Bonn: hiustchtlich der Jmerate an R. I I Most« in Leipzig und dessen Filiale« I i in Berlin. Breslau re. j Zaleraie, welche bis Sonnrrrlag eingehen, finden in der darauffolgenden Nummer Berückfichtigung. Beilagen werden mit 12 Mark berechnet. 44. Zahrgaug. Leipzig, den 24. August 1880. No. 34. Inhalt. Leitende Artikel: Die Clericalen und Conservativen. — Wohin haben wir unsre Aufmerksamkeit zu richten? Zu den Festtagen. II.— Literarischer Wochenbericht: Lewondowski's 18 liturgische Psalmen. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Breslau, Brandenburg a. d. H., Hörde, München. — Oesterreich-Ungarn: Aus Ungarn. — Rußland: Petersburg. — Türkei: Lst-Rumelien.— Bonn: Notizen, Literarische Notizen. — Feuilleton: Tie Inden in Bagdad. — Die bildende Knust und die h. Schrift. — Die Sehnsucht nach dem Tode. — Vermischtes: Eine Anekdote von Prof. Hebra. — Aus einer amerikanischen Parlamentsverhandlung. SeitcnDe d-ztiHef. i Bonn, 16. August. Die (tlericaleu nutz (konservativen. Als in den letzten Wahlen zum preuß. Landtag und zum deutschen Reichstage die „Conservativen" den liberalen Parteien eine große Anzahl Sitze abgewonnen hatten, war es Wunsch und Abficht, eine große clerical-conservative Partei aus den Conservaliven und dem Centrum zu bilden. Wäre dies gelungen, so wären nicht allein die Liberalen gänzlich lahm gelegt und in beiden Körperschaften bedeutungslos geworden, sondern es hätte sich auch durch diese Majorität eine reactionäre Strömung ergofien, die, wie man glauben muß, weit über die Abfichten und Wünsche der Staatsregierung hinausgegangen wäre. Alle echten Freunde der Reaction erstrebten und erwarteten eine solche Verbindung, die freilich recht bald eine Zeit erbitterter Kämpfe, wie wir sie seit lange nicht gesehen haben, hervorgerufen hätte. Allein der Gedanke trug schon bei seiner Geburt den Todeskeim in sich. Jede Verbindung, welche das Centrum eingehen kann, setzt die gänzliche Aufhebung der Maigesetze und die Anerkennung der beanspruchten Rechte der römisch - katholischen Hierarchie voraus. Die ganze Opposition des Centrums gegen die Regierung geht eingestandener Maßen nur auf dieses Ziel hinaus. Die Conservativen hätten also vor Allem diese Bedingung zugcsiehen müsien. Da nun aber die deutsche und preußische Regierung unmöglich aus diese Bedingung eingehen kann, ohne sich und dem Staate den außerordentlichsten Schaden zuzufügeu, so wären die Conservativen gezwungen gewesen, ebenfalls gegen die Regierung in entschiedene Opposition zu tteten, um die Erfüllung jener Bedingung möglichst zu erzwingen. Dies ging aber gegen die Stellung und Grundsätze der Conservativen selbst, und vielen derselben mochte doch bei solchem Beginnen das protestanttsche Gewiffen etwas gruseln. Dabei konnten sie sich auch nicht verhehlen, daß für sie selbst eine große Gefahr darin läge. Würde die Regierung einer solchen Mehrheit gegenüber sich bewogen gefühlt haben, den Landtag oder Reichstag oder beide aufzulöscn, so würde es sehr fraglich gewesen sein, wie viele von den Conservativen in die gesetzgeberischen Häuser zurückgekchrt wären. So ist es zum Glück anders gekommen, und die Abstimmungen des Centrums und der Conservativen zeigten nicht allein bei der kirchenpolittschen Vorlage keine Uebereinstimmung, sondern standen sich bei der Militärnovclle, bei dem Socialistengesetze u. s. w. schnurstracks gegenüber. Demungeachtet werden immer neue Ansttengungen gemacht, um eine solche Bereinigung aller „Conservativen" in beiden Heerlagern, im protestantischen und im katholischen, „zu einer Partei auf christlicher Grundlage und aus dem Grunde eines umfassenden social-politischen Programms" zu Stande zu bringen. . Zu diesem Zwecke ließ vor Kurzem der Freiherr v. Fechen- : bach-Lundenbach eine Schrift erscheinen, die bei allen Partei- 34 ij V i I

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