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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-08-17 · Heft 33 (17.8.1880) · p. Seite 525

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 33 (17.8.1880)
Date
1880-08-17
Page
Seite 525 (sequence 13)
Language
German
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525 häüniffe des Lebens in außerordentlichem Maße verändert und ist berufen, noch immer größere Veränderungen hervorzubringen. Nach kurzem Widerspruch einiger bornirter Leute gab sich die ganze Welt dem Bau von Eisenbahnen hin, und in einer merkwürdigen Weise fanden fich überall die Kapitalien dazu und überstieg der Berkehr auf diesen Bahnen alle Erwartung und Vorausberechnung. Man begann zu bauen, weil die Bortheile einer so schnellen Fortbewegung die Anlage von Bahnen sofort zum unabweislichen Bedürfniß machten, und noch ohne Ahnung, welche, für frühere Zeiten unbegreifliche Massenbewegung und Verkehrsförderung daraus entstehen würde. Nicht minder widersetzt man fich noch heute dem internationalen Charakter des menschlichen Lebens, der durch die Verbindung der Länder, durch den Verkehr der Nationen mit einander vermittelst der Eisenbahnen und Dampsschiffe, unterstützt durch die Telegraphie, immer mehr ausgedrückt und ausgeprägt wird. Man sucht auf alle Weise die nationalen Gegensätze zu scharfen, die Nationen gegen einander abzuschließen, während man genöthigt ist, den Verkehr der Nationen täglich zu erleichtern und zu befördern und jeder Tag eine neue Erfindung bringt, welche den Austausch der Arbeit von einem Ende der Erde zum andern vermehrt und die Massen des Volkes unter einander schiebt. Ist es doch nothwendiger Weise nach der Logik der Thatsachen nicht blos das materielle, besonders das industrielle Leben, das hierdurch umgestaltet worden und wird, sondern eine solche Umwandlung mußte und muß auf die Anschauung, auf den geistigen Gefichtskreis der Menschen und zwar in allen Schichten eine tiefgehende Wirkung haben. Doch dies ist es ja nicht, was wir heute in Betracht ziehen wollen. Wir sprechen ja nur von der Reiselust, die in dem modernen Menschen geweckt worden, und zwar wesentlich durch die Eisenbahnen. Der Hauptvortheil, den die Eisenbahn bietet, ist allerdings die Schnelligkeit der Fortbewegung. Das jetzige Geschlecht kann fich keine vollständige Vorstellung von dem Unterschiede mehr machen, den im Verbrauche der Zeit, und deshalb auch der Mühen und Kosten, die Eisenbahn gegen die früheren Verkehrsmittel hervorgebracht hat. Auf vielen Strichen braucht man gegenwärtig so viele Stunden, wie ehemals Tage ununterbrochenen Reifens. Hierzu kommt, daß bei der Benutzung der Eisenbahn die Nacht keinen Aufschub erfordert, was außer den Eilposten früher unmöglich war. Aber nicht minder ist es überaus wichtig, daß die Eisenbahn die stets bereite Benutzung bietet, während in früherer Zeit man wochenlang vorher für die Reisegelegenheit sorgen mußte, sowie daß jene ununterbrochen über ganze Erdtheile laufen und man so in einem Zeiträume von Moskau nach Gibraltar sich versetzen kann, der vor einem halben Jahrhundert noch als Feen- oder Zaubermärchen erschienen wäre. Ein wesentlicher Punkt besteht aber darin, daß dieses Verkehrsmittel in ganz gleichem Maße Jedermann ohne Unterschied des Vermögens zur Benutzung steht. Höchstens in einem an fich nur unbedeutenden größeren oder kleineren Comfort besteht der Unterschied in den Fahrklassen; an fich reist jetzt der Unbemittelte, wennn er seine dritte oder vierte Klaffe bezahlt hat, mit derselben Schnelligkeit und Bequemlichkeit wie der Reiche. Das Reisen ist democratifirt worden. Nur einer sehr oberflächlichen Beobachtung könnte es entgehen, daß diese an fich äußerlichen Momente einen sehr tiefgehenden Einfluß auf das gesammte Leben der Menschen gewonnen haben. (Fortsetzung folgt.) Durch die Berufung des Herrn Dr. Landsberg nach Kaiserslautern ist in hiesiger Gemeinde die Rabbiner- und Religiouslehrerstelle vacant, mit welcher ein Fixum von 1800 Mark p. a., 150 Mark vorläufig für den Religionsunterricht am hiesigen Progymnasium und Nü>eneinkommen verbunden ist. Academisch gebildete Bewerber wollen fich bis zum 1. September c. unter Einreichung chrer Zeugnisse bei uns melden. Reisespesen werden dem Gewählten erstattet. [9203] üanenßnrg i. Pomm., im Juli 1880. Aev Kovsterrrd bev Syrrcrgogen - Gemeinde. Beer. Anzeigen. Zu den bevorstehenden hohen Feiertagen wird für die hiesige israel. Gemeinde ein - Uorbeter gesucht. Rcflcctirende wollen sich unter Angabe ihrer Bedingungen bei dem Unterzeichneten melden. [9585] Sternbera iMeckl., d. 27. Juli 1880. _^orßqrefr. Borbererstelle z. v. j. Feiert. in od. außer y. s. ^euslaäl, Berlin, Fischerstr. 7 II. {B. 95i:>] Eine junge Dame aus angesehener Familie, welche eine höhere Töchterschule mit gutem Erfolge besuchte und jetzt ihre weitere Ausbildung in der franz. Schweiz vollendet hat; sucht zum 1. Oktober oder später ein passendes Engagement als Erzieherin oder $«• frftföafietiit. Herr Professor Dr. Herzfeld in Bramischweig wird die Güte haben, nähere Auskunft zu erlheilen. [9608] Für die Herbstfeiertage ein Hülfsvorbeter gesucht. [9803] A. Mosberg in Hage», Wests. Die hiesige Cantor-, Schächteruud Religionslehrer-Stelle wird am Isten October d. I. vacaut und soll auf die Dauer von einem Jahr gegen ein angenehmes Gehalt und Nebeneinkünfte interimistisch besetzt werden. Bewerber werden ersucht unter Einreichung ihrer Zeugnisse, insbesondere auch als geprüfter Schächter und unter Angabe ihrer Familien-Verhältnisse, sich bei den Unterzeichneten Vorstand zu melden. [9775] Bütow, den 5. August 1880 Der Dorßand der 8gaagvtzea-Gemeinde.

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