Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 44 (1880)
- Issue
- Heft 30 (27.7.1880)
- Date
- 1880-07-27
- Page
- Seite 477 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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477 Karpfen, Zander, Barsche und Aal; will Er etwa die Gräten 1 zählen?" -- Dieser Wortlaut ist gänzlich entstellt, da die | angeführte Cabinctsordrc dcS Königs laut dem in meinem Besitze befindlichen Original wörtlich folgendermaßen lautet:; „Seiner Königlichen Majestät von Preußen, Unser aller-\ gnädigster Herr, lassen den Doctor Bloch, auf seine allerunterthänigste Anzeige Vom 25. dieses, und in Ansehung des darin gethanen Antrages, hierdurch zu erkennen geben, daß cs nicht nöthig ist, von denen Cammern, eine Liste, von den Fischen, zu erfordern, denn das wissen sie schon allerweges, was cs hier im Lande vor Fische giebet, das sind auch durchgehcnds dieselbe Arthcn von Fischen, ausgenommen im Glatzischen, da ist eine Arth die man Kaulen nennet oder wie sie sonst heißen, die hatt inan weiter nicht, sonsten aber sind hier durchgehcnds cincrlep Fische, die man alle weiß, und kennet: Und darum ein Buch davon zu machen, würde unnöthig sein, dein: kein Mensch wird solches kauffen: die zugleich mit eingereichte Kupfer-Abdrücke, von einigen Fischen, erfolgen hicrbey wieder zurück." Potsdam, den 27. Martz 1781. Friedrich. Dieser Text ist auch 1856 in den 6. Thcil des 27. Bandes der Oeuvres de Frederic le Oi-and ausgenommen. — Diese Ablehnung des Bloch'schen Gesuches war aber nur eine anfängliche, denn der König erließ am 16. November 1781 an sämmtliche Kriegs- und Domänen-Kammern, auch Deputationen, exclusive Schlesien, die Verfügung dem Doctor Bloch zur vollständigen Ausarbeitung der öconomischen Naturgeschichte das Verzeichniß der Naipen aller Fische in den Gewäffern der königlichen Provinzen zuzusertigen und diesem Verzeichnisse instructive Bemerkungen bcizufügcn. Auch findet fich im Staatsarchive das französische Originalschreibeu des Doctor Bloch vom 12. Mai 1782, in welchem derselbe dem Monarchen über den glücklichen Fortgang seines Werkes Bericht crstatiet und die Erlaubnis: nachsucht, sich für den Illustrator seines Werkes einige Exemplare des Sterlets befchafien zu dürfen, welche ihm auch gewährt wurde. In den Mühlenteich bei Küftrin, wie in den Gierland See im vom merschen Amte Colbatz hatte der König nämlich seit dein Jahre 1774 mit großer Mühe und vielen Kosten den Sterlet aus Rußland verpflanzen lassen, der sich übrigens bis heutigen Tages in beiden Gewässern erhalten hat. So ist cs erwiesen, das; der große König dem Naturforscher seine hilfreiche Unterstützung in dem großen gemein nützigen Unternehmen gewährt hat. Auch folgendes Schreiben der Prinzessin Amalie, laut dem mir vorliegenden Original, verdicitt hier bekannt zu werden: „Mein guter Herr Doctor Bloch! Da Mir die Bon Demselben bisher erwiesene viele Gcsätligleiten zu besonderm Wohlgefallen und Vergnügen gereichet haben, so nehme Ich daher Anlaß. Demselben dafür nicht nur meine Danknehmigung nochmals zu erkennen zu geben, sondern auch ein kleines Andenken, als einen Beweist Meiner Erkenntlichkeit beyzufügen, mit der Versicherung daß Ich sey Desselben geneigte Amelie." Berlin, den 4. Xhr: 1786. Die vielseitigen und practischen Bestrebungen des Toct or Bloch gehen aus nachstehendem Cabinetschreiben Friedrich des Großen hervor, welches meines Wissens noch unveröffentlicht ist. Das Original lautet: „Seiner Königlichen Majestät von Preußen, Unser allergnädigster Herr, haben das Schreiben des Toetor Bloch vom 28. dieses, nebst der Beylage, erhalten, und daraus ersehen, wohin dessen Vorschlag in Ansehung der Verbesserung, des hiesigen Landtobacks geht: Es ist das auch so weit wohl gantz gut: Aber es muß erst untersuchet werden, welches Drittel das beste und sicherste ist, umb den Zweck zu erreichen, und eine wesentliche Verbefferung, wie beabsichtigt wird, zu bewürken: Alsdann Derjenige, der das beste Mittel an die Hand gegeben hatt, das sich auch immerstert souteniret. die allerhöchst verheißene Pension kriegen wird: Woruach der Bloch sich also zu achten, und bei der Oenein!- Toback's-^dniiiiistr-ilioil, über diesen, seinen Vorschlag, fich näher, zu expliciren hatt." Potsdam den 60t: January 1781. Friedrich." Seiner Gelehrsamkeit und seines edlen Charakters wegen hochgeehrt — er war Mitglied und Eorrespondent der Berlinischen, Danziger und Höllischen naturforschenden, der Schlesischen und Leipziger öconomischen Gesellschaften, der Göttinger, lltrechter und Frankfurter Soeietäten der Wissenschaften — starb Pr. Marcus Elieser Bloch am August 1700 aus einer Badereise in Karlsbad, wo er auch bestattet liegt. Unvollendet hintcrließ er das.,8ystema i« Iithyoloidae iconiims CX illustratnm,“ welches von Schneider herausgegcben wurde (Berlin 1801'. Seine überaus werthvolle Sammlung von Fischen ging nach seinem Tode in den Besitz des königlichen zoologischen Museums zu Berlin über, dessen Eingangssaal das Bild des großen Jchthpologcu schmückt. Auf der Berliner Kunst-Ausstellung 1864 fand ein Genrebild des Malers A. F. Werner vielen Beifall. Ein kleines anmuthiges Landmädchen bietet einem alten, vor ihr stehenden Herrn mit gepudertem Haar und schwarzem Sammettäppchen, in Kniehosen und weißen Strümpfen, der sich die Brille putzt, ein kleines Netz mit Fischen zum Kauf an. Ter wohlwollend, mit fragenden Augen dreinschaucnde Alte stellt den I'r. Bloch in seinem Laboratorium dar. Mich heimelte cs besonders an., denn es war ein poesievolles und künstlerisch . ausgenitntes Bild ans dem Leben meines Urgroßvaters.